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Alltag hochbegabter Erwachsener und wie sie ihn besser bewältigen

Bürde Intelligenz : Der Alltag Hochbegabter und wie sie ihn besser bewältigen können

Von einer Hochbegabung wird gesprochen, wenn bei der betreffenden Person ein IQ von mindestens 130 vorliegt. Nur auf gut zwei Prozent der Weltbevölkerung trifft dies zu.

Die Bürde mit der Intelligenz

Bei den meisten Menschen wird eine überdurchschnittliche Begabung im Kindesalter erkannt. Sie fallen in der Schule durch ihr Desinteresse am Unterricht auf. Dies liegt häufig daran, dass ihnen der Unterrichtsstoff förmlich zufliegt. Sie lassen sich leicht ablenken und sind manchmal trotz ihrer Intelligenz schlechte Schüler. Gerade in dieser Gruppe wird eine Hochbegabung nicht selten übersehen.

Bei hochbegabten Erwachsenen ist das Erkennen des Phänomens meist schwieriger als bei Kindern und Jugendlichen. Häufig fällt es ihnen schwer, sich in ein soziales Umfeld zu integrieren, wodurch sie wenige Freunde haben. Auch der Alltag, wie die Organisation des Haushaltes, bereitet ihnen Probleme. Ein Teil dieser Menschen weiß nicht, dass sie hochbegabt sind. Sie nehmen zwar wahr, dass ihnen das Lernen leichter fällt als anderen, bringen dies jedoch nicht mit einer außergewöhnlichen Intelligenz in Verbindung.

Nicht jeder ist Akademiker

Menschen mit einem IQ von mehr als 130 sind nicht immer Akademiker. Es gibt sogar Erwachsene, die nie eine Ausbildung abgeschlossen haben. Sie haben eine schnelle Auffassungsgabe, verlieren jedoch schnell das Interesse an einem Thema, zeigen sich gelangweilt und abgelenkt.

Auch wenn viele Hochbegabte eher ruhig und introvertiert sind, weisen sie häufig eine hohe soziale Kompetenz auf. Vielen geht es darum, ihre Begabung einzubringen und nicht als etwas Besonderes gesehen werden. Auffällig ist die Fähigkeit, komplexe Aufgaben leicht zu lösen, während die Betroffenen bei einfachen Übungen scheitern. Oft besitzen sie eine starke Empathie für andere.

Hochbegabte sind vielschichtige Persönlichkeiten, die von ihrer Erfahrung leben, dass sie alle Probleme aus der Welt schaffen können. Auf der anderen Seite hinterfragen sie die eigenen Fähigkeiten und haben überhöhte Erwartungen an sich selbst und an andere. Oft reagieren Menschen mit einem hohen IQ sehr sensibel auf äußere Reize wie Lärm, Gerüche oder Schmerz. Autoritäten und Hierarchien hinterfragen sie, persönliche Meinungen artikulieren sie unmissverständlich.

Im Beruf äußert sich die Hochbegabung in hohen Ansprüchen an den Job und die Vorgesetzten. Nicht selten mit der Konsequenz, dass sie lieber zur Selbstständigkeit tendieren. Hier können sie sich selbst im Weg stehen, wenn einer Phase des ehrgeizigen Verfolgens von Zielen Desinteresse folgt. Routine im Leben und in der Arbeit ist nichts für Hochbegabte. Dies führt zu Konflikten mit Vorgesetzten und zu Brüchen im Lebenslauf.

Hochbegabung muss gefördert werden

Menschen mit einem hohen IQ sind keine Wesen von einem anderen Planeten, aber sie müssen lernen, mit ihren Fähigkeiten umzugehen. Dafür ist das Erkennen einer Hochbegabung wichtig. Je früher die Begabung erkannt wird, desto besser ist dies. Doch auch im Erwachsenenalter lassen sich die besonderen Fähigkeiten effektiv fördern. Eine Möglichkeit ist die Schaffung einer ständigen Auslastung sowie interessanter und abwechslungsreicher Arbeitsaufgaben.

Ist die Hochbegabung erkannt, hilft es, mit den Vorgesetzten und Kollegen offen zu reden. Dadurch steigt das Verständnis dafür, wenn man fordernde Aufgaben bevorzugt. Wenn die berufliche Situation unbefriedigend ist, muss über einen Jobwechsel oder gar ein völlig anderes Tätigkeitsfeld nachgedacht werden. Hierfür gibt es spezielle Berufsberatungen für Menschen mit hohem IQ.

Hochbegabung zeigt sich in unterschiedlichen Verhaltensmustern, weshalb es besonders bei Erwachsenen schwer ist, sie festzustellen. Ist ein hoher IQ erkannt, lässt sich das Leben der Betroffenen durch Förderung verbessern. Generell sind Hochbegabte keine Menschen aus einer anderen Welt, sondern zeichnen sich durch eine hohe soziale Kompetenz aus.