Wie plant man ein Regenwasserentwässerungssystem?

Regenwasser : Wie plant man ein Entwässerungssystem?

„Regenwasserentwässerung“ hört sich nun nicht gerade nach einem besonders spannenden Artikel an. Aber keine Sorge, dieser Artikel soll auch gar nicht spannend werden. Es geht vielmehr darum, einige wichtige Daten und Fakten zu diesem Thema zusammenzutragen, die für angehende Hausbauer bzw. -besitzer nützlich sein könnten.

Denn die Regenwasserentwässerung ist in Deutschland streng reguliert, und wer ein entsprechendes System plant, muss einige Dinge beachten. Wir zeigen Ihnen, worauf es dabei vor allem ankommt.

Durchblick wahren im Normierungsdschungel

Vieles ist hierzulande reguliert, und die Regenwasserentwässerung gehört definitiv auch dazu. Dabei soll „Regulierung“ hier keineswegs abwertend gemeint sein, denn sie trägt dazu bei, das Leben in einer pluralen Gemeinschaft auf eine vernünftige Art und Weise zu gestalten und es damit zu verbessern. Und dazu gehört eben auch, dass die Regenwasserentwässerung ordentlich vonstattengeht. Denn Regenwasser ist Teil des natürlichen Wasserkreislaufs. Es sorgt durch Versickern dafür, dass das Grundwasser immer wieder neu gebildet wird und trägt somit zum erhalt des natürlichen Klimas bei. Insofern ist es beispielsweise auch problematisch, dass durch die zunehmende Versiegelung von Flächen nicht nur immer weniger Grundwasser neu entsteht, sondern auch die Gefahr von Überschwemmungen steigt, da die Böden immer weniger aufnahmefähig werden. Es liegt also auf der Hand: Die Regenwasserabführung muss reguliert werden. Aber wie?

Die Regenwasserentwässerung wird hierzulande gleichsam auf drei Ebenen reguliert. Da wäre einerseits die Gebäudeentwässerung. Für diesen Bereich gilt die DIN EN 12056. Andererseits haben wir den Bereich der Grundstücksentwässerung, welcher durch die DIN EN 752 reguliert wird. Dieselbe Norm gilt sodann auch für den dritten Bereich: Die Ebene der kommunalen Entwässerung. Für die ersten beiden Bereiche gilt zudem übergreifend die Norm DIN 1986-100. Diese Normierungen legen allesamt fest, wie Regenwasser in Abhängigkeit von konkreten Bedingungen genau abzuführen ist. Sie müssen bei der Planung von Regenwasserentwässerungsanlagen zwingend beachtet werden.

Angesichts der oben genannten Probleme im Zuge der Versiegelung von Flächen und einem immer größer werdenden Bauaufkommen sehen die aufgeführten Normen es vor, dass Regenwasser, da wo es möglich ist, dezentral abgeleitet wird. Damit sollen die öffentlichen Kanalisationen entlastet werden. Hierzu gibt es etwa die Möglichkeit, Regenwasser zu speichern und im Haushalt zu nutzen oder Verdunstungsmöglichkeiten zu schaffen. Die Versiegelung von Flächen soll vermieden werden.

Faktoren für die Planung von Regenwasserentwässerungsanlagen

Für die Planung und Realisierung von Regenwasserentwässerungsanlagen sind insbesondere drei Faktoren relevant: Die Regenspenden, die abflusswirksamen Flächen sowie der Abflussbeiwert. Aus dem Zusammenspiel dieser Faktoren lässt sich sodann errechnen, wie eine Entwässerungsanalage im Einzelfall genau konzipiert sein muss - also welche Kastenrinne man beispielsweise wählen sollte oder ob sich die Installation einer Regenwassernutzungsanlage lohnt etc.

Die Regenwassernutzung im Haushalt ist dabei eine sehr gute Möglichkeit, nicht nur die öffentliche Kanalisation zu entlasten, sondern unter Umständen auch etwas Geld einzusparen. Mit einer Regenwassernutzungsanlage zum Beispiel kann Regenwasser etwa für die Waschmaschine, den Garten, aber auch für die Toilettenspülung verwendet werden. Es gibt davon ab auch die Option, Regenwasser in einem Biotop zu speichern oder eine Dachbegrünung vorzunehmen.

Letztlich muss man sehen, dass die Bestimmungen zur öffentlichen Abfuhr von Regenwasser regional unterschiedlich sein können, weshalb man sich diesbezüglich vor der Installation einer Regenwasserentwässerungs- oder Nutzungsanlage gründlichen informieren sollte.

(vo)
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