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Düsseldorf: Wie die Digitalisierung das Immobiliengeschäft verändern kann

Düsseldorf : Wie die Digitalisierung das Immobiliengeschäft verändern kann

Steigende Kaltmieten und anziehende Nebenkosten machen privaten Wohnraum für Familien interessant. Dazu trägt die Entwicklung am Kreditmarkt bei. In den vergangenen Jahren lagen die Zinssätze fast konstant auf einem niedrigen Niveau.

Beispiel: Im Juli 2017 haben Banken in Deutschland an ihre Kunden neu verhandelte Wohnkredite im Gegenwert von mehr als 4,6 Milliarden Euro vergeben. Der durchschnittliche Zinssatz lag im Immobiliengeschäft - laut Deutscher Bundesbank - bei 1,88 Prozent p. a. Damit ist der Immobilienkredit vergleichsweise günstig zu haben.

Und die Digitalisierung macht es angehenden Eigenheimbesitzern sehr einfach, sich nach einer passenden Finanzierung umzusehen. Internet und Co. helfen aber nicht nur potenziellen Käufern. Auch auf der anderen Seite, in jener Personengruppe, die eine Immobilie am Markt platzieren will, gewinnt das Thema Digitalisierung an Bedeutung. Ein Klassiker sind Immobilienanzeigen, die inzwischen nicht nur in Printmedien, sondern zunehmend online geschalten werden. Digitalisierung geht über diesen naheliegenden Aspekt weit hinaus. Beispiel: Wer Interesse an einer Wohnung oder einem Haus hat, kann das Objekt im Vorfeld unabhängig online einer ersten groben Bewertung unterziehen.

Vom Zeitungsartikel zum Online-Portal

Wie finde ich am schnellsten Käufer für meine Immobilie? Diese Frage steht seit je her im Raum. In der Vergangenheit gab es vor allem zwei Ansatzpunkte: den Makler und die Kleinanzeige. Über Zeitungen wurde die Immobilie inseriert - und auf Interesse gehofft.

Makler haben den Vorteil, dass sich Verkäufer um viele Bereiche keine Gedanken mehr machen müssen, wie:

- Anzeigen schalten

- Besichtigungstermine organisieren

- mit Interessenten in Kontakt bleiben.

Auf der anderen Seite hat der Makler natürlich einen Nachteil: die Provision. Letztere wird oft zwischen Käufer und Verkäufer geteilt, was aber kein Muss ist. Wer plant, eine Immobilie zu verkaufen, treibt die Nebenkosten für den Erwerber mit dem Makler in die Höhe. Auf diese Weise besteht das Risiko, einen Teil der Interessenten wieder abzuschrecken.

Mittlerweile lässt sich eine reichweitenstarke Kampagne auch anders organisieren. Im Netz sind über die Jahre verschiedene Portale entstanden, über welche sich Immobilien für den Verkauf inserieren lassen. Der Vorteil: Ein Exposé ist im Internet vielfältig gestaltbar. Und die Anzeige kann bei Bedarf angepasst werden. Mit dem richtigen Know-how und Erfahrung bietet sich hierdurch sogar die Möglichkeit, einen Privatverkauf der Immobilie - etwa aus einem Nachlass - zu organisieren.

Die nächste Stufe der Digitalisierung

Bisher beschränken sich die Anwendungen der Digitalisierung für Käufer und Verkäufer im Wesentlichen auf den Angebotsprozess. Heißt: Der Besitzer/Makler legt online ein Exposé an, welches veröffentlicht wird.

Interessenten nehmen Kontakt auf und vereinbaren einen Termin für die Besichtigung. Der Kaufvertrag und die Abwicklung des Kreditgeschäfts folgen wiederum den seit Jahren eingefahrenen Regeln. Ist damit das Potenzial der Digitalisierung für Immobiliengeschäfte ausgereizt? Nein, gerade neue Videoformate und die Marktreife der VR (Virtual Reality) könnten dem Immobiliengeschäft einige neue Impulse verleihen.

Um was geht es dabei genau? Ein Zukunftstrend ist die Möglichkeit, einen 360° Rundgang durch die Immobilie zu unternehmen - ohne auch nur einen Fuß in Haus oder Wohnung setzen zu müssen. Unternehmen wie der Immobilienmakler PHI setzen bereits heute auf dieses neue Feature. Wo liegen die Vorteile eines Rundgangs durch die Immobilie?

- Vorabbesichtigung für Interessenten

- Zeitersparnis für Makler

- Kosteneffektivität da zielgruppengenaue Besichtigung

Die Begehung eines Objekts vor Ort wird der 360° Rundgang nicht ersetzen. Aber: Interessenten merken recht schnell, ob das Objekt passt oder nicht. Damit werden Besichtigungen von interessierten Käufern in Anspruch genommen, welche die Immobilie als passend empfinden.

Noch weiter kann das Konzept VR gehen. Virtual Reality basiert auf einer Einbindung des Users - es entsteht ein neues Level Interaktivität. Beispiel: Interessenten können vorab nicht nur durch die Räume "fliegen". Mithilfe der richtigen Software lassen sich Veränderungen vornehmen - etwa den Wänden einen neuen Anstrich verpassen - oder die Immobilie kann eingerichtet werden.

Aus Maklersicht hätte diese Option einige Vorteile. Sofern eine Schnittstelle zu entsprechenden Händlern eingebaut werden kann, besteht die Möglichkeit, Immobilienkauf und den Erwerb von Einrichtungsgegenständen zu verbinden. Für den Makler hätte das Ganze den Vorteil, durch Provisionen zusätzliche Einnahmen generieren zu können.

Welche Möglichkeiten könnten sich noch eröffnen?

Visualisierung und VR sind zwei Anwendungsbeispiele, die derzeit quasi in aller Munde sind. Aber: Das Thema Digitalisierung lässt sich in viele Bereiche ausweiten. Ein Beispiel sind Apps, mit deren Hilfe Verkäufer und Makler auf Knopfdruck einfach Räume ausmessen können.

Über das eingebaute Gyroskop im Smartphone wird - in Kombination mit Markierungen der Ecken - jeder Raum in seinen Abmessungen einfach erfasst. Auf Effizienz sind neue Terminverwaltungsapps getrimmt.

Lassen sich diese direkt in die Erstellung der Exposés einbinden, können Interessenten direkt mit dem Makler Besichtigungen vereinbaren. Ebenfalls zunehmen wird der Datenverkehr über Cloud-/Onlinespeicherdienste. Hiermit können im Immobilienbereich große Datenmengen kundenfreundlich und direkt verwaltet werden - ohne die Geschwindigkeit der eigenen Website belasten zu müssen.

Trends fürs Immobiliengeschäft:

- Erfassen von Raummaßen via App

- Cloudspeicher für Premium-Exposés

- Terminplanung mit Exposé koppeln

Prinzipiell wird das Thema Digitalisierung den Alltag im Immobiliengeschäft effizienter gestalten. Auf der anderen Seite gehen davon für „Platzhirsche" Risiken aus - wie verschiedene Zeitungen, etwa in Form des Manager-Magazins, mutmaßen.

Fazit: In Immobiliengeschäfte kommt Bewegung

Immobilien sind seit Jahren gefragt. Durch die niedrigen Zinsen ist ein Nachfrageboom entstanden, der seinesgleichen sucht. Makler und Privatverkäufer nutzen inzwischen die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung, um noch schneller potenzielle Käufer zu finden. Gerade das Internet hat sich hier als äußerst wertvolles Instrument entpuppt. Online ist eine reichweitenstarke Suche möglich, welche die Grenzen der Printmedien sprengt.

Die Digitalisierung geht aber weiter. Die Entwicklung nimmt in eine bestimmte Richtung Fahrt auf. Erste Gesellschaften setzen auf virtuelle Rundgänge. Hochauflösend in 4K können Interessenten die Räume betreten und machen sich ein Bild vom Objekt. Wer diese Idee konsequent weiterdenkt und neue technische Entwicklungen in die Rechnung einbezieht, landet fast schon automatisch beim Thema VR. Die Zukunft bietet also viele Möglichkeiten.

(vo)