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Renovieren: Schritt für Schritt zum Traum-Bad

Renovieren : Schritt für Schritt zum Traum-Bad

Mal eben die Wände des Wohnzimmers neu streichen – kein Problem. Auch andere Renovierungsarbeiten wie zum Beispiel das Abschleifen eines Holzfußbodens sind relativ einfach. Anders verhält es sich, wenn das Bad neu gemacht werden soll.

Aber mit einem Plan, ein wenig Hilfe und guten Ideen klappt auch das.

Die Zeiten, in denen das Bad ein Stiefkind der Wohnung war, sind vorbei. Heute ist es mehr denn je eine Wohlfühloase, in der man vom Alltag entspannen kann. Eine Befragung der „Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft“ ergab, dass rund 17 Millionen Bundesbürger in ein schönes Badezimmer investieren möchten.

Am Anfang steht die detaillierte Planung

Bevor man sich an die Arbeit des Renovierens macht, sollte man das neue Bad so genau wie möglich planen. Dabei steht eine Frage im Mittelpunkt: Badewanne oder vielleicht doch nur eine neue Duschkabine, die sich dank vielfältiger Lösungen in jeden Badezimmerschnitt integrieren lässt. Die Antwort auf diese Frage wird neben dem verfügbaren Platz im Badezimmer auch von den persönlichen Vorlieben bestimmt. Wer nämlich die Badewanne so gut wie nie nutzt, ist mit einer Duschkabine besser beraten.

Das gilt vor allem dann, wenn das Badezimmer nicht allzu groß ist. Dann sollte man wirklich überlegen, ob man den Platz für eine wenig genutzte Wanne opfert oder sich doch lieber für eine geräumige Walk-in-Dusche entscheidet. Beim Faktor Wellness liegt Duschen heute dank Rainshower-Duschköpfen und Massagedüsen mit dem Wannenbad gleichauf.

Ist die Entscheidung Dusche oder Badewanne gefallen, geht es bei der Badrenovierung zunächst darum, die alten Sanitäranlagen zu entfernen. Das kann man mit dem richtigen Werkzeug problemlos selbst erledigen. Sollte jedoch das Bad mit einem Durchbruch in einen anderen Raum vergrößert werden, braucht man einen Statiker. Wer nicht selbst ein begeisterter Hobbyhandwerker ist, benötigt auch Hilfe, wenn es darum geht, den Fußboden für eine Walk-in-Dusche aufzustemmen und fachgerecht zu verlegen.

Von der Großbaustelle zum Badezimmer

Nach diesem ersten Schritt ist das Badezimmer ein Rohbau. Hilfreich ist es jetzt, schon mal alte Bohrlöcher für Spiegel oder Hängeschrank zu verspachteln, sofern diese nicht später verdeckt sind. Danach verlegt der Klempner alle neuen Rohrleitungen, die benötigt werden und montiert Wannenträger oder -füße für die spätere Badewanne.

Zwar gleicht auch in diesem Schritt das Bad immer noch einer Großbaustelle, dennoch ist man an diesem Punkt schon halbwegs auf der Zielgeraden für das neue Bad. Denn jetzt geben sich Klempner und Elektriker quasi die Klinke in die Hand: Als Nächstes werden die elektrischen Leitungen verlegt, bevor Wände und Decke verputzt werden können. Bevor dann der Estrich verlegt werden kann, muss eine Frage geklärt sein: Fußbodenheizung ja oder nein? Denn die muss vor dem Estrich verlegt werden.

Fliesen und streichen: Das Bad nimmt Formen an

Vor allen anderen Sanitärgegenständen wie WC oder Waschbecken werden Dusche und/oder Badewanne eingebaut. Denn diese müssen aus naheliegenden Gründen besonders gut abgedichtet werden. Danach kommt dann der Fliesenleger (oder Heimwerker) zum Zuge: Die Fliesen an der Wand, auf dem Fußboden und die bodengleiche Dusche werden angebracht. Dabei geht der Trend heute weg vom vollständig gefliesten Badezimmer, das auch leicht ungemütlich und kalt wirkt.

Stattdessen stellt sich auch beim Bad die Frage streichen oder tapezieren? Zwar geht Streichen deutlich schneller, aber gerade im Badezimmer kann man mit Tapeten dekorative Akzente setzten. Dabei ist es wichtig, auf Glasfaser-, Vlies- oder Vinyltapeten zurückzugreifen. Denn sie gelten als besonders wasserresistent. Darüber hinaus sollte man zu Tapeten greifen, die scheuerbeständig sind. Dann kann man auch Seifen- und Rasierschaumflecken rund um das Waschbecken problemlos entfernen. Tapeten im Bad sind allerdings nur sinnvoll, wenn ein Fenster zum Lüften vorhanden ist. Denn gegen dauerhafte und extreme Feuchtigkeit kommt auch eine hochwertige Badezimmertapete nicht an.

Im nächsten Schritt ist jetzt die Endmontage der Sanitäreinrichtung dran. Dazu gehören neben WC, Waschbecken, Badewanne und Dusche auch die Heizkörper. Hier ist es sinnvoll, zu einem Handtuchheizkörper zu greifen. Zum guten Schluss folgt dann die Montage von Armaturen, Lichtschaltern, Leuchten und Kleinmöbeln.

Durchschnittlich dauert eine solche Badrenovierung etwa 14 Tage. Nicht mit eingerechnet ist dabei zum Beispiel die Trocknungszeit für den Estrich. Je nach Dicke und Art kann diese einige Tage bis hin zu mehreren Wochen in Anspruch nehmen. Wer es eilig hat, achtet im Vorwege bereits auf ein schnell trocknendes Produkt. Eine echtes Hindernis für die zügige Fertigstellung des Badezimmers sind auch Wartezeiten, die entstehen, weil die einzelnen Handwerker sich nicht punktgenau ablösen können. Hier sind genaue Absprachen gefragt, um Leerlauf möglichst zu vermeiden. Leider sind Handwerker in vielen Gegenden Deutschlands bereits heute Mangelware, sodass das Projekt Badezimmer langfristig geplant werden sollte.