Lichtverschmutzung: Das steckt dahinter!

Umweltbelastung : Lichtverschmutzung: Das steckt dahinter

Wenn Sie noch nie etwas von dem Begriff Lichtverschmutzung gehört haben, dann lässt sich dieses Wort recht einfach erklären: Die nahe Verwandtschaft zu dem Wort Luftverschmutzung kommt nicht von ungefähr. Genauso wie unsere Atemluft durch Abgase, Feinstaub und anderes verunreinigt wird, so kann auch die Umwelt durch zu viel Licht verschmutzt werden.

Aus diesem Grund wird die Lichtverschmutzung auch umgangssprachlich als Lichtsmog oder als Lichtverunreinigung bezeichnet.

Ursachen für eine akute Lichtverschmutzung

Vor allem große Lichtquellen, die das Licht nach oben in Richtung des Nachthimmels abstrahlen, sind eine Ursache für die Lichtverschmutzung. Wer im globalen Rahmen von einer Verschmutzung durch zu viel Licht spricht, der meint in der Regel nicht jene Leuchtmittel, die im stationären Handel vorort oder online wie zum Beispiel bei Leuchtmittelmarkt gekauft und vor allem in privaten Haushalten verwendet werden.

Licht, welches nach oben in die Atmosphäre abgestrahlt wird, kann dort abermals reflektiert und anschließend in Form von feinen Stäuben zerstreut werden. Durch diesen Effekt wird die Luft aufgehellt. Gestreutes Licht erinnert vom Aussehen her zum Beispiel an feine, helle Nebeltropfen oder Aerosole.

Sogenannte Lichtglocken über Städten entstehen vor allem durch hell erleuchtete Straßen, aber auch durch Industriegelände und Gewerbegebiete, welche sowohl tagsüber als auch nachts hell erleuchtet werden. Auch Leuchtreklamen und Fluchtlichtanlagen sorgen dafür, dass es in der Stadt niemals richtig dunkel wird.

Folgen der Verschmutzung durch das Licht für Tiere und Pflanzen

Vor allem lebende Organismen können einen beträchtlichen Schaden durch zu viel Licht nehmen. Empfindliche Ökosysteme werden dadurch beeinflusst, dass kleinste Lebewesen aussterben und dadurch ein Artensterben nach sich ziehen, weil sie nicht mehr länger als Nahrung für größere Spezies dienen können. Auch Pflanzen werden durch eine zu helle Umgebung negativ beeinflusst. Laubbäume in direkter Nähe zu hellen Straßenlaternen verlieren die Blätter zum Beispiel später als die Bäume in einem natürlichen Habitat.

Vor allem solche Tiere, die in der Nacht aktiv auf Beutefang gehen, werden durch zu viel Helligkeit stark beeinträchtigt. Hiermit sind zum Beispiel nachtaktive Vögel, Fledermäuse und Insekten gemeint. Diese Tiere haben Probleme mit der Orientierung oder sammeln sich in direkter Nähe zu Lichtquellen an. Nicht selten verenden vor allem Insekten aufgrund der Nähe zu einer heißen Lichtquelle, aus deren Radius sie nicht mehr von alleine finden.

Folgen von zu viel Licht für den Menschen

Der natürliche Rhythmus zwischen Tag und Nacht verschiebt sich bei immer mehr Menschen, die ständig einem zu viel an Helligkeit ausgesetzt werden. Auch in kultureller Hinsicht hat sich vieles verändert, seitdem das Licht ständig und für jedermann überall verfügbar ist. Niemand muss sich mehr am Einbruch der Dämmerung oder gar an den Jahreszeiten orientieren, wenn es darum geht, die Arbeit ruhen zu lassen. Aus diesem Grund ist der akute Stress in unserer Gesellschaft ebenfalls eine Folge der Lichtverschmutzung.

Auch natürliche Phänomene können nicht mehr ohne Weiteres mit bloßem Auge von allen Menschen wahrgenommen werden. Aufgrund der unnatürlichen Helligkeit am Nachthimmel sind nur noch die wenigsten Menschen dazu in der Lage, Sternbilder klar zu sehen. Hier geht ein wichtiges kulturelles Gut verloren.

Natürlich gibt es nicht nur in kultureller und gesellschaftlicher Hinsicht Probleme durch die Verschmutzung und zu viel Licht. Auch die Gesundheit des Menschen kann durch die andauernde Helligkeit einen beträchtlichen Schaden nehmen. Unruhe, Schlafstörungen und Depressionen können mögliche Folgen der Lichtverschmutzung sein. Gerade Menschen, die in der Stadt leben, können aufgrund der mangelnden Dunkelheit in der Umgebung kaum noch ohne Schlafmaske oder ähnliche Hilfsmittel einschlafen oder durchschlafen.

(ka)