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Innenausbau: Reihenfolge und Eigenleistung kurz erklärt

Kurz erklärt : Reihenfolge und Eigenleistung beim Innenausbau

Sind beim Bau eines neuen Hauses Rohbau, Außenputz und das Dach fertig, steht der Innenausbau an. Doch in welcher Reihenfolge funktioniert er am besten und was können Bauleute selbst machen?

Die ideale Reihenfolge des Innenausbaus

Das Grundgerüst steht, nun geht es an den Innenausbau. Damit alles reibungslos abläuft und keine Ärgernisse wegen Fehlplanungen entstehen, hat sich in der Baubranche eine sinnvolle Reihenfolge für den Innenausbau etabliert.

Schritt 1: Fenster und Haustür einsetzen

Zuerst gilt es, sämtliche Fenster und Außentüren einzusetzen. So können Wind und Wetter wie Regen und Feuchtigkeit dem Innenleben des neuen Gebäudes nichts anhaben. Schließlich bleiben sie dort, wo sie hingehören: draußen. Um Schimmelbildung zu vermeiden und eine einwandfreie Dämmung zu gewährleisten, sollten ausschließlich Fachleute den Fenstereinbau durchführen.

Ein weiterer Pluspunkt: Kein Unbefugter kann nun das Gebäude so leicht betreten. Damit wird Einbrüchen und Material- und Werkzeug-Diebstählen vorgebeugt.

Außerdem lassen sich durch das Öffnen und Schließen der Fenster die Temperaturen im Inneren bis zu einem gewissen Punkt regulieren. Dies schafft bereits, bevor die Heizung installiert ist, eine angenehmere Arbeitsumgebung.

Schritt 2: Dämmung anbringen

Sobald Fenster und Türen an ihrem Platz sind, erfolgt die Dämmung des Innenraums – vorausgesetzt das Dämmkonzept sieht eine Innendämmung vor. Bei einigen Bauweisen und Materialien genügt eine Außendämmung. Insbesondere bei der Sanierung älterer Gebäude ist davon auszugehen, dass eine Innendämmung notwendig ist, um moderne Energiestandards zu erfüllen. Bei unsachgemäßer Dämmung kann Schimmel entstehen, da Feuchtigkeit eindringen kann. Es ist daher darauf zu achten, dass die Dämmung luftdicht eingesetzt wird.

Im weiteren Verlauf des Innenausbaus kann außerdem eine Schalldämmung – beispielsweise beim Verlegen des Estrichs – angebracht werden.

Schritt 3: Innenwände einziehen

Falls die Raumaufteilung verändert werden soll oder es sich nicht um einen Fertigbau handelt, erfolgt anschließend das Einziehen der Innenwände. Bei der Planung sollten Bauherren die Wärme- und Schalldämmung bedenken. Außerdem ist darauf zu achten, dass tragende Wände in einer massiven Bauweise errichtet werden. Nicht tragende Innenwände dürfen entweder Trocken- oder Massivbauwände sein. Ein Vorteil der Trockenbauweise ist, dass sich elektrische oder Sanitärleitungen leichter und kostengünstiger installieren lassen.

Bei der Raumplanung gilt es außerdem, die Platzierung der Türen und etwaiger großer Möbelstücke zu bedenken. Es wäre sehr ärgerlich, wenn der geliebte große Schrank nicht einziehen darf, weil keine Wand breit genug für ihn ist.

Schritt 4: Grobinstallationen von Elektrik und Heizung

In diesem Schritt geht es darum, einen groben Plan rund um die Verteilung von Heizleitungen und Stromanschlüssen zu erstellen. Welches Heizsystem darfs sein und wie viel Platz ist dafür nötig? Soll es z.B. eine Fußbodenheizung geben? Welche Räume dienen welchem Zweck und wie viele Steckdosen sind dafür nötig? Wo müssen Steckdosen, Kabelschächte, Fernseh- und Telefonanschlüsse hin?

Sind diese Fragen beantwortet, kann der Verteilerkasten eingesetzt und die Kabel grob verlegt werden. Angeschlossen werden sie in diesem Schritt noch nicht.

Es ist jedoch hilfreich, die Lage der Leitungen mit eindeutigen und klar beschrifteten Fotos und Skizzen zu dokumentieren. Diese helfen bei zukünftigen Umbauten oder beim sicheren Bohren, wenn Möbel aufgebaut und an Wänden fixiert werden sollen.

Schritt 5: Innenputz auftragen und Wandgestaltung

Nachdem alle Leitungen an ihrem Platz sind, werden die Wände mit Putzgrundierfarbe gestrichen und anschließend verputzt. Der Putz bildet die Grundlage für Tapeten oder Anstriche. In Küche und Bad sind auch Fliesen an den Wänden gängig. Für alle Gestaltungsmöglichkeiten gilt, dass der Untergrund entsprechend dem gewählten Material vorbereitet und die Wand absolut gerade sein sollte.

Schritt 6: Estrich legen

Sind die Wände fertig, rückt der Boden in den Fokus. Bei der Verlegung des Estrichs gibt es zwei Möglichkeiten: nass oder trocken. Trockenestrich ist deutlich leichter und eignet sich bei Obergeschossen. Nasser Estrich bietet den Vorteil, dass die Bodenhöhe an den Bodenbelag angepasst werden kann.

Schritt 7: Bodenbelag verlegen

Die Wahl des Bodenmaterials hängt von individuellen Vorlieben und dem Budget ab. Auch die Installation einer Fußbodenheizung hat Auswirkungen auf die Materialwahl. In Küche und Bad haben sich beispielsweise Fließen bewährt. Im Wohnzimmer sind Parkett, Kork und Laminat beliebt.

Spätestens, wenn der Boden verlegt wird, sollte die Wandgestaltung abgeschlossen sein. Denn so wird der neue Bodenbelag nicht schmutzig. Nur bei Echtholzparkett bietet sich die umgekehrte Reihenfolge an: Da die Sägearbeiten beim Verlegen von Echtholzböden viel Staub verursachen, besteht die Gefahr, dass die Wände verschmutzen könnten.

Schritt 8: Feininstallation von Heizung und Elektrik

Sind die Kabel bereits verlegt, beginnt nun die Anbringung von Steckdosen, Schaltern und Anschlüssen. Dies ist Aufgabe eines Profis. Neben der Elektrik ist nun die Zeit gekommen, Kamine und Öfen sowie die Heizkörper aufzubauen.

Schritt 9: Küche und Bad ausbauen

Der Vorletzte Schritt ist der Ausbau von Bädern und Küche. Dies erfordert eine mehrwöchige Planung und die tatkräftige Unterstützung von Fachleuten, beispielsweise beim Anschluss des Herdes oder beim wasserdichten Einbau von Badewanne und Dusche.

Schritt 10: Treppen und Innentüren einbauen

Der letzte Schritt beim Innenausbau ist der Einbau von Treppen und Innentüren, damit diese bei den anderen Baumaßnahmen nicht beschmutzt oder beschädigt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt gibt es lediglich eine Behelfstreppe im Neubau oder die nackte Betontreppe. Beim Treppenbau gibt es gewisse Vorschriften, was z.B. die Höhe der Stufen angeht. Aus diesem Grund sollten Bauherren die Anfertigung und den Einbau Fachleuten überlassen.

Das Einsetzen der Innentüren hingegen kann in Eigenregie stattfinden. Bauherren sollten sich jedoch gut informieren, wie sie Türzarge und Co. sicher anbringen.

Welche Arbeiten des Innenausbaus können Bauleute selbst machen?

Die meisten Aufgaben am Bau sollten ausgebildete Fachpersonen übernehmen. Doch einige Aufgaben können handwerklich begabte Bauleute selbst erledigen. So sparen sie Zeit und Geld. Zu diesen Aufgaben zählen:

  • Naturstein- und Fliesenverlegung
  • Gips- und Stuckarbeiten
  • Anbringung von Wandverkleidungen
  • Mal- und Lackierarbeiten
  • Verlegung des Oberbodens

Eine Grundvoraussetzung ist, dass die Bauleute ein gewisses Maß an handwerklichem Geschick bei den genannten Arbeiten mitbringen. Sicherlich findet sich auch im Freundes- oder Familienkreis tatkräftige Unterstützung.