1. Leben
  2. Bauen und Wohnen

Berlin: Ärger mit Baumängeln: Generalunternehmer Frist setzen

Berlin : Ärger mit Baumängeln: Generalunternehmer Frist setzen

Im frisch renovierten Bad fallen Fliesen von der Wand: In so einem Fall sollten Auftraggeber ihre Gewährleistungsrechte geltend machen. Sie können den Mangel rügen und beim zuständigen Generalunternehmer eine Nachbesserung einfordern, sagt Rechtsanwalt Holger Freitag.

Dabei sollten sie eine knappe Frist setzen - die gilt als letzte Chance, um die Leistungen vertragsgemäß zu erbringen. „Wer sich unsicher ist, wie viel Zeit angemessen ist, kann einen Bausachverständigen dazu befragen”, sagt der Jurist, der auch den Verband Privater Bauherren in Berlin berät.

Reagiert der Generalunternehmer nicht auf den ersten Brief, können Auftraggeber weitere Schritte einleiten: „Dazu gehört beispielsweise, die Kosten zu mindern oder Schadensersatzansprüche zu stellen”, erklärt Freitag. Es sei auch möglich, einen Kostenvorschuss vom Generalunternehmer einzufordern, um mit dem Geld ein Drittunternehmen für die Mängelbeseitigung zu beauftragen. Den Betrag müsse man aber exakt belegen und abrechnen, sagt Freitag.

„Generalunternehmer, die mit Subunternehmern zusammen arbeiten, reagieren in der Regel zeitnah auf Beschwerden der Auftraggeber”, sagt Freitag. Denn sie können einfach die Subunternehmer zur Verantwortung ziehen. Sollte ein Generalunternehmer nicht reagieren, rät Freitag davon ab, den Subunternehmer direkt zu kontaktieren.

„Man läuft Gefahr, dem Subunternehmer einen eigenen Auftrag zu erteilen”, sagt der Anwalt. Dabei geht es eigentlich darum, den ursprünglichen Auftrag ordentlich auszuführen. Auch eine Klage sollte zunächst gut überlegt sein. Sie sei zeitaufwendig, und der Mangel werde in der Regel erst nach dem Richterspruch behoben.

(dpa)