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Zulassungszahlen von Elektroautos steigen: Mehr Lademöglichkeiten nötig

Mehr Lademöglichkeiten nötig : Zulassungszahlen von Elektroautos steigen

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat festgestellt, dass die Zahl der Anträge auf staatliche Förderung für die Anschaffung von Elektroautos in den vergangenen Monaten gestiegen ist. Es wird erwartet, dass dieser Trend anhält.

Die Bundesregierung wird die Ziele in Sachen Elektromobilität jedoch kaum allein durch Fördermittel für die Anschaffung von E-Autos erreichen. Denn Kaufinteressenten zögern bei der Anschaffung eher aufgrund der Infrastruktur, oder weil sie Zweifel bezüglich der Akku-Reichweite haben. Daher ist eine höhere Anzahl öffentlicher Ladestationen eine wichtige Voraussetzung für die flächendeckende Verbreitung von Elektrofahrzeugen.

Für Besitzer von Eigenheimen ist es unkompliziert: Sie haben die Installation von Ladevorrichtungen selbst in der Hand und können ihr E-Auto zuhause laden. Auch wer eine Eigentumswohnung mit Garagenstellplatz besitzt, ist in der Regel im Vorteil und kann in Absprache mit den anderen Eigentümern eine eigene Wallbox installieren lassen. Wie der ADAC in einer Umfrage zu Ladevorrichtungen in Tiefgaragen feststellte, stehen Vermieter dem Thema noch zögerlich gegenüber, und nur wenige Stellplätze in Mietobjekten sind entsprechend ausgerüstet.

Die Marktentwicklung in Sachen Elektromobilität ist dennoch vielversprechend: Die Steigerungsrate bei den Förderanträgen im September 2019 beträgt im Vergleich zum Vorjahresmonat immerhin 150 Prozent. Seit Einführung der Prämie vor rund drei Jahren sind bis Ende September 2019 insgesamt 141.000 Anträge auf die Auszahlung eingegangen.

Die Zulassungszahlen werden voraussichtlich noch Fahrt aufnehmen, denn in 2020 werden eine Reihe von neuen E-Autos mit Batterie oder Hybridantrieb auf den Markt kommen. Kleinwagen, Mittelklassefahrzeuge und sogar E-SUVs sind von fast allen Marken angekündigt worden. Das Signal lautet: Kein Autobauer möchte den Anschluss an diesen Megatrend verpassen.

Mehr Diversität bei den verfügbaren Modellen und Diskussionen um den weltweiten Klimawandel heizen das Interesse der Käufer zusätzlich an. Das zuständige Bundesamt BAFA erwartet daher für 2020 etwa 200.000 Neuanträge für die E-Auto-Kaufprämie: Das Programm fördert die Anschaffung von Neufahrzeugen mit einem Listenpreis des Basismodells bis 60.000 Euro. Für reine Elektroautos mit Batterie liegt der Fördersatz bei 4.000 Euro, Hybride werden mit 3.000 Euro bezuschusst.

Der Topf ist nach wie vor gut gefüllt, denn bisher wurden gerade mal 206 Millionen Euro an Fördermitteln ausgezahlt (183 Millionen Euro) oder bewilligt (22,6 Millionen Euro). Dabei wird übrigens die Hälfte der Förderung vom BAFA gezahlt, die andere Hälfte steuert die Automobilindustrie bei. Das Förderprogramm soll im Rahmen des Klimapakets voraussichtlich über 2021 hinaus verlängert werden.

(vo)