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Sparen und schrauben: Wie wechselt man einen Reifen richtig?

Sparen und schrauben : Wie wechselt man einen Reifen richtig?

Winter- statt Sommerreifen, der Wechsel steht an. „Autobesitzer, die sparen und die Umrüstung in Eigenregie machen wollen, sollten dabei einige technische Besonderheiten beachten“, so Thomas Salzinger von TÜV Süd in München

Bevor Radschlüssel und Wagenheber zum Einsatz kommen, empfiehlt es sich, die Pneus einer peniblen Sichtprüfung zu unterziehen, auf Beschädigungen, Profiltiefe und Alter achten. „Bei Winter- oder Ganzjahresreifen sollten noch mindestens vier Millimeter Profiltiefe vorhanden sein, sonst wird es kritisch bei Nässe, Schnee oder Schneematsch“, warnt der TÜV Süd-Fachmann.

Sind die Reifen älter als sechs Jahre, sollte man unabhängig von der Restprofiltiefe einen Austausch in Erwägung ziehen. Das Reifenalter, beziehungsweise das Produktionsdatum kann man an der DOT-Kennzeichnung (Department of Transportation/amerikanische Verkehrsbehörde) ablesen. Diese ist auf einer der Reifenseitenwände eingeprägt und endet mit einer oval eingefassten, vierstelligen Zahlenkombination. Dabei geben die ersten beiden Ziffern die Produktionswoche und die letzten beiden Ziffern das Produktionsjahr an. Die Ziffer 3617 würde demzufolge bedeuten, dass der Reifen in der 36. Kalenderwoche im Jahr 2017 hergestellt wurde.

„Besitzt der Wagen ein direktes Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS),ist besonderes Augenmerk auf die fehlerfreie Funktionsweise der Luftdrucksensoren nach dem erfolgten Räderwechsel zu richten“, schildert Salzinger seine Erfahrungen, „Fallweise kann auch eine Wartung der Sensoren nötig sein, bei der eventuell Verschleißteile wie Ventilkappen ersetzt werden, oder gar eine spezifische Anlernprozedur.“ Viele der Sensoren haben inzwischen, nach der verpflichtenden Ausrüstung mit RDKS, die prognostizierte Lebensdauer der eingebauten Batterien von etwa fünf Jahren überschritten; deshalb kann der komplette Austausch der Sensoren notwendig sein. Den Status der Batterie kann dabei die Fachwerkstatt überprüfen. Auch bei einem indirekten RDKS muss das System nach der Reifenmontage und nach Einstellung des korrekten Fülldrucks neu angelernt werden. Wie dies vonstattengeht, findet sich im Fahrzeughandbuch.

Dort ist überdies aufgeführt, mit welchem Anzugsmoment die Radschrauben festgezogen werden. „Dazu benötigt man einen Drehmomentschlüssel“, rät der Fachmann, „denn zieht man die Schrauben zu stark an, können Gewinde oder Radmuttern kaputt gehen. Außerdem stehen die Schrauben dann stark unter Spannung und können brechen.“ Sitzen sie hingegen zu locker, können sich die Räder während der Fahrt lösen. „Deswegen zum Festziehen unbedingt einen Drehmomentschlüssel nutzen und – das wird erfahrungsgemäß oft vernachlässigt – nach etwa 50 Kilometern sollten die Radmuttern sicherheitshalber nachgezogen werden.“

Wichtig zudem: möglichst rasch nach der Montage den Reifendruck anzupassen. Die entsprechenden Werte finden sich zumeist auf einem Aufkleber im Tankdeckel oder innen an der B-Säule.

(nom)