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Feuchtigkeit im Auto : Wie man mit Nässe richtig umgeht

Feuchtigkeit im Auto : Wie man mit Nässe richtig umgeht

Dauernd beschlagen die Scheiben. Es müffelt. Irgendwann kommen Rost und Schimmel. Nässe im Auto ist eine ernste Angelegenheit, gibt Ulrich Köster vom Zentralverband deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn zu bedenken.

Wichtigstes Indiz sind dauernd beschlagene Scheiben. Läuft das Glas an, auch wenn niemand im Auto sitzt, steht irgendwo Nässe im Fahrzeug. Die sollte niemand auf die leichte Schulter nehmen, denn Feuchtigkeit ist gleichzusetzen mit Korrosionsproblemen.

Das müssen nicht gleich faustgroße Löcher im Bodenblech sein. Heute können korrodierte Kontakte und damit verbundene Elektronikdefekte ähnlich viel Stress und Kosten verursachen. Nicht zu vergessen die gesundheitliche Belastung, wenn sich erst einmal Schimmel gebildet hat. „Deshalb sollte bei ersten Anzeichen von Nässe deren Ursache erforscht und abgestellt werden“, empfiehlt der Kfz-Fachmann: „Oft sind es nur feuchte Fußmatten, von Schnee oder Regen durchweicht. Die lassen sich am besten in der warmen Wohnung trocknen, im Wiederholungsfall saugen ein paar Lagen Zeitungspapier unter den Matten überlaufendes Wasser auf.“

Kritisch wird es, wenn die Feuchtigkeit bereits durch den Teppich gesuppt ist und sich zwischen der Auslegeware und dem Bodenblech verteilt hat. Die Beseitigung solcher Feuchtbiotope ist Werkstattsache, weil Sitze mit Seitenairbags, unzählige Verkleidungen und Befestigungen den Ausbau des Teppichs erschweren.

Bei größeren Wasservorkommen stellt sich auch die Frage nach der Ursache der Undichtigkeit. Gerade beim Auto gibt es eine nahezu unbegrenzte Anzahl von Quellen, vom verstopften Ablauf des Schiebedachs bis zu verlorenen Gummistopfen am Unterboden. Wenn die üblichen Verdächtigen wie Dichtungen an Türen, Kofferraumdeckel sowie Heckleuchten ausscheiden, kommen auch verstopfte Ablaufbohrungen oder defekte Sicherungskastendeckel im so genannten Wasserkasten vor der Windschutzscheibe in Frage.

Wichtig ist, alles Wasser zu entfernen und die triefenden Bereiche so gut wie möglich zu trocknen. Garagenparker sollten, wenn es die Situation zulässt, anschließend über Nacht die Seitenscheiben einen Fingerbreit geöffnet lassen. Und wer sein Auto nicht unter Dach abstellen kann, findet im Baumarkt für wenig Geld Luftentfeuchter, die auf chemischem Wege die Luftfeuchtigkeit binden und so Schimmel vorbeugen.

Vor allem aber sollte während der Fahrt das Gebläse mitlaufen und so für stete Lufterneuerung und den Nässe-Abtransport sorgen. Wichtig: Der Umluftbetrieb muss dabei natürlich ausgeschaltet sein. Denn sonst beschlagen die Scheiben immer wieder.

(amv)