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Stuttgart: Weihnachtseinkäufe gemacht: Auto weg

Stuttgart : Weihnachtseinkäufe gemacht: Auto weg

Man hat die Weihnachtsüberraschungen für seine Lieben in der Tasche, doch auf einen selbst wartet nach der erfolgreichen Shoppingtour eine böse Überraschung. Das Auto ist verschwunden, abgeschleppt, weil es verbotswidrig abgestellt war. Wer im städtischen Weihnachtsverkehr falsch parkt, der kann ganz schnell an den Haken genommen werden, warnt der Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart.

„Sobald in den Kaufhäusern der Konsumrummel ausbricht, herrscht Stellplatzmangel in den Parkhäusern und die Ordnungshüter verteilen nicht nur konsequent Parkverbotsknöllchen, sondern sie rufen unverzüglich auch den Abschleppdienst hinzu“, schildert ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner seine Erfahrungen. Das kann laut ACE unterm Strich für Parksünder recht teuer werden.

Es summieren sich erstens das Verwarnungs- oder Bußgeld mit dem das Falschparken geahndet wird, zweitens die Abschleppkosten, die der Betrieb für den Autotransport verlangt, drittens die Verwahrgebühren für das zur Abholung deponierte Fahrzeug und viertens die Verwaltungsgebühr, die zusätzlich von der jeweiligen Stadt erhoben wird. In Hamburg beispielsweise kann das an einem Werktag samt Bußgeld zusammen Kosten in Höhe von 310 Euro verursachen.

In Aachen werden laut dem Autoclub Abschleppkosten von mindestens 134 Euro in Rechnung gestellt. „Zwar muss die Polizei als Auftraggeber des Abschleppunternehmens für dessen Rechnung zunächst in Vorlage treten, doch darauf folgt postwendend der behördliche Kostenbescheid, der sich an den Parksünder selbst richtet“, erläutert Volker Lempp, Verkehrsrechtsexperte beim ACE.

Bei Verkehrsvergehen gilt in Deutschland zwar grundsätzlich das Täterprinzip, wonach die Verfolgungsbehörde den sicheren Nachweis führen muss, wer den Verstoß begangen hat. „Bei Parkverstößen wird dieser Grundsatz jedoch durch die so genannte Halterhaftung ergänzt“, erläutert Lempp.

Danach werden dem Halter des Autos per Bescheid die Verfahrenskosten auferlegt, wenn der tatsächliche Fahrer nicht binnen drei Monaten ermittelt werden kann (Paragraf 25a Straßenverkehrsgesetz StVG). Schlimmer: die Abschleppkosten muss der Halter ebenfalls begleichen, wenn der Fahrer unbekannt bleibt.

(amv)