Amsterdam: VW Golf Variant NV: überzeugt mit Größe und Design

Amsterdam: VW Golf Variant NV: überzeugt mit Größe und Design

Da kann man als VW-Käufer schon ins Grübeln geraten. Der neue Golf Variant ist deutlich gewachsen und sieht deutlich besser aus als sein eher unscheinbarer Vorgänger. Dazu gibt es die neuesten Motoren und - gegen allerdings teils saftige Aufpreise - die neuesten Infotainment-Systeme, die der VW-Konzern derzeit zu bieten hat.

Alles in allem ist der Golf Variant ein großer und durchdachter Kombi. Das Paket reicht wohl, um die Wahl zwischen den Markenbrüdern Passat und Touran schwer zu machen. Das Kofferraumvolumen wuchs im Vergleich zum Vorgänger deutlich und misst maximal 1.620 Litern. Das sind 125 Liter mehr als beim Golf VI Variant.

Anders als bislang wurde der neue Variant vom ersten Moment parallel zur Limousine entwickelt. So wollten Designer und Techniker eine optimale Kombination aus gutem Aussehen und Praktikabilität kreieren. Eine Vorgehensweise, die sich augenscheinlich bewährt hat. Der 4,56 Meter lange Kombi steht ungemein dynamisch auf der Straße.

Im Vergleich zum Vorgänger ist er 28 Millimeter länger, 18 Millimeter breiter, aber auch 23 Millimeter niedriger geworden. Dazu kommen ein um 57 Millimeter gewachsener Radstand sowie ein längerer Überhang hinten. Damit wirkt das Passagierabteil bei einem langen Vorderwagen weiter nach hinten gerückt. Die klaren, straffen Flächen der Seitenansicht werden von der tiefen Schulterlinie betont und finden in der sichelförmig gestalteten D-Säule ihren Abschluss.

Das breite Heck - die zweigeteilten Rückleuchten ziehen sich von der Klappe bis in die Kotflügel - lässt bereits auf den ersten Blick ahnen, dass der Variant über gute Ladefähigkeiten verfügt. An der schmalsten Stelle ist die Öffnung einen Meter breit und die Ladekante mit nur 63 Zentimetern schnell überwunden. Per Fernentriegelung vom Kofferraum aus lassen sich die hinteren Lehnen umklappen. Die fast ebene Ladefläche ist 1,83 Meter lang und die Seitenwände so gerade, dass auch sperrige Güter leicht transportiert werden können. Manko: die für die Ladungssicherung empfehlenswerte Netztrennwand muss mit 170 Euro zusätzlich bezahlt werden.

Etwas mehr Kopf- und Beinfreiheit für die hinten Reisenden sind die wesentlichen Veränderungen im Innenraum. Ansonsten entspricht das Interieur dem normalen Golf mit dessen bekannter Hochwertigkeit und Bedienungsfreundlichkeit. Bekannt sind auch die vier Benziner mit einer Leistung von 85 bis 140 PS sowie die drei Diesel (105 bis 150 PS) - wahlweise mit Fünf-, Sechsgang oder Doppelkupplungsgetriebe. Der laufruhige und durchzugsstarke Zweiliter-TDI mit 150 PS kommt beispielsweise bestens mit den 80 Kilogramm Mehrgewicht zurecht.

Unterwegs zeigt sich der Kombi mustergültig. Sein Fahrverhalten offenbart keine Schwächen und Unsicherheiten. Etwaige Unzulänglichkeiten des Straßenbelags werden gekonnt weggefedert. Das alles hat natürlich seinen Preis. Zwar ist der neue Golf Kombi unterm Strich sogar günstiger geworden, die Basisversion des Golf VI Variant gab es erst ab 19.350 Euro, doch mit einem Grundpreis von 18.950 Euro ist der Variant immer noch 2.000 Euro teurer als ein normaler Golf.

(amv)
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