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Stuttgart: Vor dem ersten Ausflug das Motorrad gründlich prüfen

Stuttgart : Vor dem ersten Ausflug das Motorrad gründlich prüfen

Allmählich werden zahlreiche Biker unruhig. Die Motorradsaison steht vor der Tür. Doch vor dem ersten Roll-out empfiehlt die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) in Stuttgart allen Motorradfahrern eine gründliche technische Vorbereitung ihrer Bikes, damit die erste Ausfahrt der Saison dann wirklich ohne unangenehme Überraschungen endet.

Ein verlässliches Hilfsmittel ist die "HU-Checkliste für Motorräder" (www.gtue.de/checklisten).

„Eigentlich wurde die Liste zur Vorbereitung auf die Hauptuntersuchung (HU) entwickelt, damit Privatpersonen ihr Fahrzeug möglichst auf Anhieb ohne wesentliche Mängel durch die Prüfung bringen können“, erklärt GTÜ-Sprecher Hans-Jürgen Götz die Entstehung der Checkliste: „Aber wir liefern damit eben auch in wesentlichen Teilen eine Anleitung, was beim Rundum-Check vor der ersten Ausfahrt alles erledigt werden sollte.“

So gilt es zu klären, sind Lauffläche der Reifen und Flanken unverletzt? Gesetzlich vorgeschrieben ist für den mittleren Bereich der Lauffläche, die etwa dreiviertel der Laufflächenbreite einnimmt, ein Mindestprofil von 1,6 Millimeter. Bei Kleinkraft- und Leichtkrafträdern ist mindestens ein Millimeter erforderlich. Die GTÜ-Experten empfehlen aus Gründen der Sicherheit jedoch Profiltiefen von nicht weniger als zwei bis drei Millimeter.

Der Reifendruck muss geprüft werden. Nach der Winterpause fehlt schnell mal ein bar, entsprechend schwammig und unsicher ist dann das Fahrverhalten. Wie sieht es mit dem Zustand von Felgen und Speichen aus? Felgen dürfen nicht beschädigt sein. Bei Speichen wird mittels Schraubendreher eine Klangprobe durchgeführt. Unterschiedliche Klangfolge deutet auf ungleichmäßige Speichenspannung aufgrund zu loser oder zu stramm gespannter Speichen hin.

Die Bremsbeläge dürfen nicht bis zur Verschleißanzeige abgefahren sein und die riefenfreien Bremsscheiben eine Mindestdicke nicht unterschreiten. Für Vorder- und Hinterrad ist in der Regel je eine Bremsflüssigkeitsanzeige vorgesehen. Der Pegel muss innerhalb der Markierungen im Schauglas stehen. „Prüfen Sie die Bremse durch Druck an Hand- und Fußbremshebel“, legt Götz Bikern ans Herz. Plötzliche Spielveränderungen oder schwammiger Widerstand am Bremshebel lassen auf Mängel an der Bremsanlage schließen.

Bei Modellen mit Kette ist auf die richtige Spannung zu achten. Kettenschmierung nicht vergessen. Sind bei Kardanantrieb alle Lager, Manschetten und Gelenke sauber und dicht oder tritt Öl aus? Zahnriemen dürfen nicht ausgefranst, rissig oder anderweitig beschädigt sein.

Wie steht es mit Motoröl sowie - bei wassergekühlten Motoren - dem Kühlmittel? Die Füllstände müssen unbedingt innerhalb der entsprechenden Markierungen von Peilstab oder Schauglas liegen. „Betätigen Sie probehalber die Beleuchtungseinrichtung: Licht, Blinker, Warnblinkanlage, Bremse“, rät Götz.

Grundsätzlich raten die GTÜ-Experten dazu, die wichtigsten Prüfungen nicht nur zum Saisonstart, sondern vor jeder Fahrt zu erledigen. Ein Blick in die Bedienungsanleitung ist da sehr hilfreich. Dort steht in der Regel modellspezifisch, wie alle sicherheitsrelevanten Funktionen ordnungsgemäß kontrolliert werden können.

(amv)