Köln: Volvo: Zukunftsmodelle nicht nur beim Modell-Portefeuille

Köln: Volvo: Zukunftsmodelle nicht nur beim Modell-Portefeuille

Thomas Bauch darf sich derzeit wohl zu den glücklicheren Managern in der Automobilbranche zugehörig wähnen. Seit vier Jahren ist er Geschäftsführer bei Volvo Car Deutschland und seither konnte er von einem zum anderen Jahr deutliche Wachstumsraten verkünden.

„Noch nie wurden in zwölf Monaten hierzulande mehr Volvo verkauft als im vergangenen Jahr“, freut sich Bauch über den Bestelleingang von etwas mehr als 43.000 Fahrzeugen. Topseller waren der XC60 (16.820 Stück), der V40 CC (7.462 Einheiten) sowie der XC90 mit 6361 Verkäufen.

Alles in allem bescherte die schwedische Marke ihrem chinesischen Besitzer Geely einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 2,3 Prozent. Stand das vergangene Jahr noch ganz im Zeichen der zunehmenden Elektrifizierung oder „Care by Volvo“ - dem Pilotversuch eines neuen Mobilitätskonzepts - sind spätestens ab Anfang März alle Augen auf die Markteinführung des neuen XC40 gerichtet.

Besonders viel Flexibilität soll Kunden künftig das Angebot „Care by Volvo“ - einem Abo auf ein Auto - bieten. Bausch hat dabei jene im Blick, die „mehr den Nutzen eines Fahrzeugs anstreben als dessen Besitz“. Nach einer nur online durchführbaren Buchung hat man im Rahmen des Pilotversuchs die Möglichkeit, für 24 Monate ein Fahrzeug seiner Wahl zu nutzen.

Bis auf die Benzinkosten sind sämtliche Kosten vom Reifenwechsel über den Hol-und-Bring-Service bis hin zu den Inspektionen oder Reparaturen sowie Steuern und Versicherung mit einer monatlichen Flatrate abgedeckt. Es gibt weder eine An- noch eine Restzahlung.

Während die finanzielle Seite komplett von Volvo selbst übernommen wird, sind 300 Händler hierzulande für die übrige Abwicklung mit im Boot. Das heißt, wo man das Auto abholt, wo man es warten lässt oder am Ende wieder zurückgibt, bleibt einem komplett überlassen. Mit einer Rate von derzeit 699 Euro erscheint das Angebot zumindest auf den ersten Blick nicht gerade ein Schnäppchen zu sein. Beim genauen Nachrechnen können sich für eine bestimmte Klientel wie beim geschäftlichen Leasing aber doch Vorteile ergeben.

Bausch nennt noch einen weiteren Vorteil: „Unsere Experten haben ausgerechnet, dass man über die gesamte Laufzeit etwa eine Woche Zeitersparnis hat, da man sich um nichts rund um das Auto kümmern muss.“

Während dabei also noch etwas Zukunftsmusik mitspielt, ist die Markteinführung des XC40 bereits fix auf den 8./9. März terminiert. Mit dem kompakten SUV erweitert Volvo seine Modellreihe wieder um ein komplett neues Modell. Zusammen mit Geely wurde dafür eigens eine neue Plattform geschaffen.

Der 4,43 Meter lange, 2,03 Meter breite und 1,65 Meter hohe Neuling mit der markanten C-Säule, den stark konturierten Seitenflächen, kurzen Überhängen vorne und hinten sowie einer modernen Weiterentwicklung der Lichtsignatur der LED-Scheinwerfer steht wahlweise auf 17- oder 21-Zoll-Rädern. Anders als bei den großen Brüdern XC60 oder XC90 sorgt ein nach innen gewölbter Kühlergrill für besondere Aufmerksamkeit. Neu ist überdies die Möglichkeit, das Dach in Silber oder schwarz lackiert zu bekommen.

So kompakt der Viertürer von außen wirkt, so überraschend großzügig sind die Platzverhältnisse für alle Insassen im hochwertig ausgestatteten und modern gezeichneten Innenraum. Das 12,3 Zoll große Display hinter dem Lenkrad liefert für den Fahrer alle relevanten Infos. Über den mittig im Armaturenträger angesiedelte Touchscreen (9,2 Zoll) lassen sich die meisten Fahrzeugfunktionen steuern.

Zudem haben die Designer im Innenraum für jede Menge praktischer Ablagemöglichkeiten gesorgt. Mit einem Volumen von 460 bis 1336 Litern (bei umgelegten Lehnen der Rückbank) ist der Laderaum ebenfalls gut dimensioniert, kann zudem sehr variabel unterteilt und genutzt werden.

Für die Variabilität der Fahrwerksabstimmung genügt ein Tastendruck, um Federn und Dämpfer von eher komfortabel auf sportlich-straff zu trimmen. Bei den Motoren haben die Kunden zunächst ausschließlich die Wahl zwischen dem 247 PS starken Zweiliter-Benziner (T5/46.100 Euro) sowie dem Zweiliter-Diesel mit 190 PS (D4/44 800 Euro). Beide mit einer Achtgang-Automatik und beide schon ab Werk reichhaltig bestückt.

Etwas später folgt der erste Dreizylinder der Marke, ein 156 PS starker 1,5-Liter-Benziner mit Frontantrieb. Im Preis von dann 31. 350 Euro enthalten ist wie bei allen anderen Otto-Aggregaten ein Benzinpartikelfilter. Einen Plug-in-Hybrid kündigt Bauch für den Neuzugang für Ende 2018 an. Und von 2019 an wird dann jede Volvo-Baureihe einen Elektro-Antrieb im Angebot besitzen. Das soll mit dazu beitragen, dass die Bilanz auch weiterhin stimmt. Sabine Neumann

(amv)
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