Der Skoda Fabia: Verbessert und ganz der Alte

Der Skoda Fabia : Verbessert und ganz der Alte

Vernunft gehört nicht unbedingt zu den Werten, die das Herz höherschlagen lassen. Doch keine Regel ohne Ausnahmen: so vernunftbetont bei beim Kauf eines Kleinwagens die Entscheidung für einen Skoda Fabia sein mag, so erfreulich gestaltet sie sich auch in diesem Fall. Nach einem Facelift gibt es nun neben optischen Neuerungen ein besseres Infotainment, viel Sicherheit und - keine Diesel mehr.

Der Kleinwagen - technisch eng verwandt mit dem Seat Ibiza sowie dem VW Polo – zeigt eine neu gestaltete Front mit leicht gepfeilt zulaufenden Scheinwerfern und eine umgestaltete Schürze. Gegen Aufpreis profilieren LED-Scheinwerfer (717 Euro) die Frontpartie sowie LED-Rückleuchten die Heckansicht (143 Euro). Die Änderungen im Innenraum zeigen sich ebenfalls übersichtlich: ein neues Design der Kombiinstrumente, diverse Dekor-Elemente sowie die Alcantara-artigen (Suedia) Bezüge der Sitzwangen in der Ausstattungsvariante „Style“. Alles in allem bleibt der Fabia ein praktischer Begleiter ohne Schnickschnack mit guten Platzverhältnissen für vier Erwachsene.

Auch das Kofferraum-Volumen zeigt sich praxisorientiert. Bis zur Kofferraumabdeckung gemessen gibt es Stauraum für 290 Liter. Baut man die Kofferraumabdeckung aus, stehen sogar 370 Liter zur Verfügung. Dann passen bis zu sechs handelsübliche Getränkekisten hinein. Nutzt man das gesamte Volumen und stapelt bei umgelegten Rücksitzen bis unter das Dach, finden 1035 Liter Platz.

Im Zuge des Facelifts wurde überdies die Konnektivität verbessert. Das Infotainmentsystem bietet eine Online-Vernetzung sowie einen WLAN-Hotspot an. Unternehmenstypische Pfiffigkeiten wie den Tickethalter an der Windschutzscheibe, der Eiskratzer in der Tankklappe samt Profiltiefe-Messskala oder der Abfalleimer in der Türverkleidung werden ergänzt durch einen Tablet-Halter im Fond sowie eine Wendematte im Kofferraum. Zeitgemäß überdies das Angebot an Assistenzsysteme. Neben Abstandsassistenten, Rückfahrkamera, Parksensoren, Frontradar mit Notbremsfunktion kann die Liste der Extras mit einem Spurwechsel- sowie einem Fernlichtassistenten erweitert werden. Außerdem gibt es eine Warnung, falls während des Rückwärtsausparkens sich Querverkehr nähert.

Als Antriebsquelle erweist sich der Direkteinspritzer-Benziner (95 PS) als gelungene Wahl. Der Ein-Liter-Dreizylinder (Euro 6d-TEMP) überzeugt durch gute Elastizität schon aus niedrigen Touren, dreht munter hoch und verhehlt allerdings durch seinen etwas knurrigen Sound und deutlichen Vibrationen beim Beschleunigen nicht sein technisches Konzept. Für den Sprint aus dem Stand auf Tempo benötigt der Fabia 9,6 Sekunden, als Höchstgeschwindigkeit weist das Datenblatt 195 Kilometer pro Stunde aus. Das manuelle Sechsgang-Getriebe liefert jederzeit die passende Übersetzung. Im automobilen Alltag weist der Bordcomputer einen Verbrauch von knapp sechs Liter aus. Da erscheint der Verzicht auf einen Diesel noch weniger als Manko.

Bei Lenkung und Fahrwerk haben die Skoda-Ingenieure einen guten Job gemacht. Direkt, eher sportlich und doch ausreichend komfortabel abgestimmt, meistert der Fabia stabil und sicher selbst schnell gefahrene Kurven oder Ausweichmanöver. Anderseits kommen Unebenheiten des Straßenbelags kaum bei den Insassen an.

Preislich startet der Fabia Style bei knapp 19.000 Euro. Eine Anschlussgarantie bis maximal drei Jahre lässt sich Skoda mit 779 Euro bezahlen. Mit weiteren Kreuzchen auf der Ausstattungsliste addieren sich am Ende 23.834 Euro beisammen. Lange galten Skodas als die etwas einfacheren VW-Modelle, geschaffen für Fahrer, die sich das Original nicht leisten konnten oder wollten. Diesen Mantel hat der Hersteller abgelegt, auch preislich, aber unverändert beweist er einmal mehr, dass Vernunft durchaus erfreulich sein kann.