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Leverkusen: Umfangreiches Facelift für den neuen Mazda 6

Leverkusen : Umfangreiches Facelift für den neuen Mazda 6

Großes Update statt neue Generation - der Mazda 6 bekommt sechs Jahre nach Einführung des aktuellen Modells ein umfangreiches Facelift — und der japanische Hersteller setzt weiter auf den Diesel.

Die serienmäßigen LED-Scheinwerfer sind schmaler und breiter geschnitten. Die horizontalen Streben im tiefer nach unten gezogenen Kühlergrill wurden gegen eine edel anmutende Gitterstruktur getauscht. Auf den ersten Blick ist erkennbar, dass der Mazda 6 mit seinem neuen Gesicht eine kraftvollere Ausstrahlung bekommen hat. Ansonsten sind die Änderungen an der Karosserie des Autos, das bereits 2015 ein Facelift erhalten hatte, eher marginal.

Weitaus umfangreicher sind die Neuerungen im Innenraum des Mittelklassemodells. Fühlbar sind die neuen Vordersitze. Mit dickeren Polstern sowie anders geformten Lehnen bieten sie mehr Komfort ohne den Seitenhalt zu vernachlässigen. Bei der Lederausstattung ist die automatische Belüftung der beiden vorderen Plätze enthalten. Dabei wird die Luft aber nicht wie sonst üblich von unten durch die Sitze gedrückt, sondern angesaugt. Der Kühlungseffekt ist beeindruckend. Sehr angenehm zudem, dass die Flanken der Mittelkonsole gepolstert sind. Gerade für größer gewachsene Personen ist das auf der langen Strecke ein enormer Pluspunkt, da sich das rechte Knie dann komfortabel anlehnen lässt.

Um mehr optische Breite zu erzeugen, wurde Armaturenträger und Türinnenverkleidungen besser aufeinander abgestimmt, die Lüftungsgitter weit nach außen verlagert. In den höherwertigen Ausstattungen - mehr als 70 Prozent der Mazda 6-Kunden entscheiden sich für die höchste Stufe - kommt an der Instrumententafel auf Wunsch ein neues Material zum Einsatz. Der wildlederähnlich wirkende Stoff ist eine feine Textilart, die auf Nanotechnologie beruht und schmutzabweisend sowie pflegeleicht sein soll.

Generell vorhanden sind ein mittig auf dem Armaturenträger angesiedeltes Acht-Zoll-Display für das Navigations- und Infotainmentsystem sowie, erstmals in einem Mazda, ein Head-up-Display mit Frontscheiben-Projektion. Überhaupt hat Mazda das Serienpaket deutlich umfangreicher geschnürt als bislang und den Katalog der Wunschliste deutlich erweitert. Wer hier viele Kreuzchen macht, bringt den Preis locker über die 45.000-Euro-Grenze, hat dann aber beispielsweise Leder, Holz und Chrom schier im Überfluss.

Apple CarPlay und Android Auto sind ebenfalls erstmals zu haben (300 Euro), so dass Smartphones nun leicht mit dem Infotainment des Autos zu verbinden sind. Zur Grundausstattung zählen eine Reihe von Assistenzsystemen (Spurwechsel, Notbremsen, Spurhalten, Ausparkhilfe, Fernlicht), adaptive Tempo- samt Distanzregelung, Fahrdynamik-System, Smartphone-Integration mit Freisprecheinrichtung und zwei USB-Anschlüssen sowie 17-Zoll-Alufelgen.

Basispreis von 27.590 Euro

Das alles zu einem Basispreis von 27.590 Euro, wenn der Einstiegsmotor, ein Zweiliter-Benziner mit Sechsgang-Getriebe und Frontantrieb für Vortrieb sorgt. Die Preise für Limousine und Kombi sind identisch. Das Aggregat ist auch mit 165 PS zu haben, kann dann wahlweise mit einer Sechsgang-Automatik bestellt werde. An der Spitze der Benziner steht ein 194 PS starker 2,5-Liter, der ausschließlich mit der Automatik kombiniert ist. Das ist schade, denn das Getriebe schluckt offensichtlich Leistung. Wird der Gasfuß energisch eingesetzt, dauert es eine Weile, bis es wirklich zügig voran geht.

Die Geräuschkulisse des Triebwerks indessen nimmt schneller zu. Dagegen ist der 2,2-Liter-Diesel ein echter Leisetreter. Ob mit 150 PS oder mit 184 PS - beide Leistungsstufen sind manuellem Getriebe oder Automatik sowie in der Kombivariante mit Front- oder Allradantrieb zu haben. Wer eher das komfortable und entspannte Fahren sucht, für den ist die Automatik hier durchaus eine Alternative. Beim Benziner hat es Mazda geschafft, auch ohne Partikelfilter die Euro 6d-Temp-Norm zu erfüllen.

Die Selbstzünder hingegen sind bei der Modellpflege mit einem zusätzlichen SCR-Katalysator und einem Harnstofftank nachgerüstet worden. Der Einfüllstutzen dafür liegt nicht wirklich günstig unter dem Ladeboden. Jede andere Lösung wäre anlässlich eines Facelifts wohl zu aufwändig gewesen.

Dass es der Mazda 6 trotz seiner Qualitäten nicht leicht hat sich zu behaupten, liegt vor allem daran, dass das komplette Segment der Mittelklasse schwächelt. „Die Käufer wandern zu SUV- und Crossover-Modellen ab“, weiß Mazda-Vertriebschef René Bock. Mit den Verkaufszahlen des 6 kann er dennoch zufrieden sein, liegt das Modell doch hinter dem Skoda Superb auf Platz zwei der Mittelklasse-Rangliste eines nichtdeutschen Anbieters. Eine Position, die auch in Zukunft Bestand haben dürfte.

Dabei nennt Bock den Diesel als wichtigen Faktor. Ein Motor, der aus seiner Sicht sowohl unverzichtbar als auch sehr attraktiv ist. Eine Einschätzung, die er mit Zahlen untermauert. „Im vergangenen Jahr hatten wir einen Selbstzünder-Anteil von 39 Prozent. Der ist im ersten Halbjahr 2018 auf 22 Prozent gesunken. Doch bei den Auftragseingängen für den überarbeiteten Mazda 6, der am 14. September seine Markteinführung hat, liegt die Quote bei 50 Prozent.“