1. Ratgeber
  2. Auto

Fahrbericht: Toyota C-HR 2,0 l Hybrid 4x2 Style Selection bringt mehr Dynamik

Fahrbericht : Toyota C-HR 2,0 l Hybrid 4x2 Style Selection bringt mehr Dynamik

Adieu Gummibandeffekt – die Topmotorisierung des Toyota C-HR Hybrid macht mit dem zähen Ansprechverhalten der bisherigen Hybrid-Aggregate weitgehend Schluss. Mit der Kraft des 152 PS-starken Benziners in Kombination mit zwei Elektromotoren bekommt der expressiv gestaltete Crossover ordentlich Schwung.

Gas geben, die Drehzahlnadel in der Anzeige nach oben schießen sehen, gleichzeitig ein nerviges Aufheulen des Motors ertragen müssen, ohne dass die Beschleunigung entsprechend vehement ist? Was Fahrern früherer Toyota-Hybrid-Generationen den Fahrspaß oftmals vermiest und den Entwicklern immer wieder Kritik eingebracht hat, ist fast vorbei. Toyotas Ingenieure haben eine Antriebs-Getriebe-Kombination entwickelt, die ihre Sache nun deutlich besser macht. Grundlage ist ein komplett neuer Zweiliter-Benziner. Der besitzt laut Hersteller eine Effizienz, wie derzeit kein anderes in Großserie hergestelltes Benzinaggregat. Dazu steuern zwei Elektromotoren 109 PS hinzu. Damit liegt die Gesamtleistung des Hybriden bei 184 PS.

Die beiden E-Antriebe spielen eine entscheidende Rolle bei der jetzt harmonischeren Kraftübertragung über ein stufenloses CVT-Getriebe. Während einer der beiden Elektromotoren vorrangig als Generator bei der Rekuperation dient, treibt der andere den C-HR beim sanften Losfahren oder im Rückwärtsgang im reinen Elektro-Modus an. Allerdings reicht die Energie selbst bei einer vollgeladenen Batterie nur für wenige Kilometer. Generell sucht das Hybridsystem immer das optimale Verhältnis für reinen E-Antrieb oder die Kraftunterstützung der E-Maschine für den Benziner.

Diese Auswahl wird trotz aller Effizienzgedanken unter durchaus sportlich-dynamischen Aspekten erledigt. Jeder Druck auf das Gaspedal wird prompt in Vortrieb umgesetzt. Wer es darauf anlegt, der kann laut Toyota den C-HR in 8,2 Sekunden auf Tempo 100 bringen. Die Höchstgeschwindigkeit wird in den Datenblättern mit 180 Kilometern in der Stunde angegeben. Der Kraftstoffverbrauch liegt laut WLTP-Zyklus bei 5,3 Litern. In der Praxis wird der bei eher gelassener Fahrweise mit 6,1 Litern zwar nicht ganz erreicht, aber ist nicht in allzu weiter Ferne. Punkte sammelt der SUV ebenso mit zurückhaltenden Arbeitsgeräuschen selbst bei höherer Geschwindigkeit, einer leichtgängigen Lenkung oder dem gut abgestimmten Fahrwerk. Obwohl die Auslegung von Federung und Dämpfung eher in Richtung Komfort tendiert, bleibt der Wagen selbst in flott gefahrenen Kurven brav in der vorgegebenen Spur.

Die ausdrucksstarke Optik des C-HR mit den markanten Ecken und Kanten stößt längst nicht immer auf Gegenliebe. Auf der anderen Seite sticht das Design aus der Menge der Fahrzeuge in diesem Segment heraus. Und genau das begeistert viele Kunden. Das Karosseriedesign mit außergewöhnlichen Lösungen wie hochangesetzten Türgriffe an den Fondtüren hat aber auch so seine Tücken. Die sehr wuchtigen C-Säulen machen schon von außen sichtbar, dass der Blick nach hinten sehr eingeschränkt ist. Die hochgezogene Seitenlinie führt für die hinten Sitzenden zudem zu einem Schießscharten ähnlichen Blick nach draußen. Das unterstreicht auf diesen Plätzen ebenso den Eindruck der Enge wie das nach hinten abfallende Dach. Die flache Frontscheibe und die generell schmal geschnittenen Fenster suggerieren das ebenfalls. Gleichwohl erlaubt es der Radstand von 2,64 Metern selbst groß gewachsenen Erwachsenen, einigermaßen bequem hintereinander in dem 4,39 Meter langen Wagen zu sitzen.

Beim Kofferraum müssen C-HR-Kunden auf 19 Liter Volumen im Vergleich zu den übrigen Antrieben der Baureihe verzichten. Die 180 Zellen des Nickel-Metallhydrid-Akkus sind unter der Rückbank platziert. So bleiben relativ bescheidene 358 Liter bei aufgestellter Rückenlehne. Sind diese umgeklappt, dann bietet eine komplett ebene Ladefläche 1141 Liter Fassungsvolumen. Mit 75 Zentimetern ist die Ladekante relativ hoch und damit wenig rückenfreundlich. In die Türfächer passen lediglich 0,5-Liter-Flaschen.

Seinem Namen gerecht zeigt sich das Ausstattungsniveau „Style Selection“. In Wabenoptik gehaltene Türverkleidungen gehören ebenso zu den Hinguckern wie matt-blau eloxierte oder in blauem Leder bezogene Flächen am Armaturenträger oder der Mittelarmlehne. Ganz können diese schicken Details zwar nicht über das eine oder andere Hartplastikteil oder die nicht ganz exakte Verarbeitung hinwegtäuschen. Doch sie betonen die klare und übersichtliche Gestaltung des Instrumententrägers. Auf dem prangt mittig ein zum Fahrer gedrehter Touchscreen. Es ist sehr erfreulich, dass die wichtigsten Funktionen mit herkömmlichen Tasten zu bedienen sind. Damit kann die Aufmerksamkeit erheblich besser beim Verkehrsgeschehen bleiben als bei einer reinen Touchversion.

Zu einem Preis von 37.990 Euro ist der C-HR Hybrid in dieser Version mit nahezu allem ausgestattet, was Toyota an Sicherheits- oder Komfortfeatures zu bieten hat. Dazu zählen Einpark-, Rückfahr- oder Spurhalteassistenten ebenso wie das Pre-Collisions-System mit Fußgängererkennung. Zweifarblackierung, Klimaautomatik, Navigationssystem, Tempomat, elektrisch verstellbare Sitze, Alcantara-Leder-Innenausstattung, Smartphone-Anbindung über Apple CarPlay oder AndroidAuto, der schlüssellose Zugang oder LED-Scheinwerfer runden das Bild eines angenehmen Alltagsbegleiter.

(amv)