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VW T-Roc: Sympathiepunkte und ein stolzer Preis

VW T-Roc : Sympathiepunkte und ein stolzer Preis

Ein höhergelegter Golf, frisch, bunt und sympathisch – so lässt sich kurz und knapp der T-Roc beschreiben. Womit auch schon gesagt ist, dass der kompakte SUV (fast) alle VW-typischen Tugenden mitbringt, die den Auto-Alltag unkompliziert machen.

Knackig-kurze Überhänge, das nach hinten coupéförmig abfallende Dach, markante C-Säulen, muskulöse Radläufe mit präzise gesetzten Linien sowie eine starke Schulterpartie geben dem kleinen Tiguan-Bruder optisch einen ausgesprochen jugendlichen und dynamischen Charakter. In der Länge misst der T-Roc 4,23 Meter, in der Breite 1,99 Meter (mit Spiegeln) und in der Höhe 1,57 Meter. Der größere Tiguan ist 15 Zentimeter, der Golf bei gleichem Radstand von 2,59 Metern drei Zentimeter länger. In der Style-Variante bringt der T-Roc außer diversen Chromapplikationen und schicken LED-Tagfahrlichtern ein farbig abgesetztes Dach mit - das gehört zum cool sein heute einfach dazu. In der Kombination „Energetic Orange“ mit metallic-schwarzer Haube (595 Euro) ist man auf jeden Fall nicht zu übersehen. Die Kunststoff-Beplankung und der angedeutete Unterfahrschutz bringen im Vergleich dazu eher dezent etwas Off-Road-Optik ins Spiel.

Die Platzverhältnisse im Innenraum sind für dieses Segment tadellos. Vorne wie hinten können es sich die Passagiere bequem machen. Die in zweifarbigem Leder (2295 Euro) bezogenen Komfortsitze für Fahrer und Beifahrer lassen sich ausreichend individuell justieren, selbst wenn die Lendenwirbelsäulenstütze nur in der Tiefe verstellbar ist. Rückenfreundlicher als im Golf ist die Sitzposition aber allemal. Schließlich ist sie drei Zentimeter höher, obwohl die Bodenfreiheit der beiden fast identisch ist. Auch ein besserer Überblick auf das Verkehrsgeschehen rundum ist so gegeben.

Die in bester VW-Manier übersichtlich gestaltete Armaturentafel ist mit ihrem matt-orangen Dekor freundlich und schick ausgeführt. Das jetzt in diesem Segment erhältliche Aktive Info Display (500 Euro) mit diversen Darstellmöglichkeiten gibt dem Instrumententräger immer wieder einen neuen Look. Tadellos überdies der Blick auf den in ergonomisch einwandfreier Position montierte Acht-Zoll-Touchscreen für das Infotainmentsystem, der angenehmerweise immer noch Drehregler für die Lautstärke und das Zoomen der Karte bereithält. Doch was ist mit dem oberen Teil des Armaturenbretts? Mit der Mittelkonsole oder den Türverkleidungen? Die hochwertige Verarbeitung kann nicht über das hier vorwiegend verbaute Hartplastik hinwegtäuschen - bei einem Preis von mindestens 22.590 Euro für die Ausstattungsvariante würde geschäumtes Material den generell guten Gesamteindruck noch verbessern.

Denn schließlich weiß der T-Roc ansonsten mit seinen Tugenden zu überzeugen. Dazu gehört die intuitive Bedienung ebenso wie die vielen Ablagen, die das Verstauen von Kleinkram und Getränken (Einliter-Flaschen in den Türfächern) erleichtern. Die Rücksitzlehne kann im Verhältnis 60:40 geteilt vorgeklappt werden. Dann wächst das Volumen des Kofferraums von 445 Liter variabel bis auf 1290 Liter, Damit liegt der Viertürer im Klassendurchschnitt. Das Be- oder Entladen erfolgt durch eine große elektrisch bedienbare Heckklappe (395 Euro). Die etwas höher als beim Golf liegende Ladekante macht es komfortabel, ans Gepäck zu kommen.

Beim Fahrverhalten steht der Komfort ebenfalls weit oben auf der Liste. Federung und Dämpfung filtern auf angenehme Art und Weise Bodenwellen weg, sind aber in schnell gefahrenen engen Kurven ausreichend straff, um dem Fahrer jederzeit ein gutes Gefühl zu geben. Die direkt reagierende Lenkung garantiert Spurtreue. Für eine wirklich sportliche Gangart ist der Lifestyler aber nicht unbedingt gedacht.

Zu dieser Abstimmung passt der Zweiliter-Diesel mit 150 PS mit seiner serienmäßigen Kraftübertragung auf beide Achsen. Der mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombinierte Selbstzünder (mit SCR-Katalysator und Harnstoffeinspritzung) arbeitet leise und laufruhig. Lediglich beim vehementen Beschleunigen wird der Motor ein wenig lauter. Sein maximales Drehmoment von 340 Newtonmetern liegt zwischen 1750 und 3000 Umdrehungen an. Bei der ambitionierten Autobahnfahrt über eine längere Strecke mit einem gut beladenen Auto weist der Bordcomputer maximal eine Neun vor dem Verbrauchskomma aus. Im Schnitt bleibt der Wert mit 6,6 Litern in einem akzeptablen Bereich.

Spurhalteassistent, Front-Assist mit City-Notbremsfunktion, Fußgängererkennung sowie der Berganfahrassistent gehören ebenso zum Lieferumfang ab Werk wie elektrisch verstellbare und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber und eine Wärmeschutzverglasung rundum. Das Style-Paket beschert unter anderem eine Müdigkeitserkennung, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, die höhenverstellbare und herausnehmbare Gepäckabdeckung, eine Schublade unter dem rechten Sitz sowie einen Bergabfahrassistent. Gönnt man sich zudem beispielsweise Extras wie die Klimaautomatik (390 Euro) anstelle der mitgelieferten manuellen Version, das Navigationssystem (565 Euro), LED-Scheinwerfer (1085 Euro), ein Panoramadach (1230 Euro), den Parklenkassistenten (795 Euro) oder eine Telefonschnittstelle mit induktiver Ladefunktion (465 Euro) sowie die Verkehrszeichenerkennung (320 Euro) und wertet das Multifunktionslenkrad mit Leder, Schaltwippen und Heizfunktion (435 Euro) auf, dann liegen die Gesamtkosten für den T-Roc schnell bei 45.931 Euro. Das ist ein wahrlich stolzer Preis, selbst wenn die Sympathiepunkte für die jugendliche Frische darin enthalten sind.