Fahrbericht: Suzuki Swift Sport klein und kraftvoll

Fahrbericht: Suzuki Swift Sport klein und kraftvoll

Quietschgelbe Lackierung, Doppelauspuffrohr, Frontspoilerlippe, Heckdiffusor in Carbon-Optik sowie schicke Alu-Felgen - allein das schon macht aus einem knuffigen Kleinwagen zumindest optisch einen Renner. Doch das Topmodell des Suzuki Swift hat nicht nur optisch einiges zu bieten, sondern trägt nicht ohne Grund den Beinamen Sport.

Dafür spricht ebenso der kraftvolle Antrieb wie das dynamisch abgestimmte Fahrwerk. Dabei kommt die Alltagstauglichkeit nicht zu kurz.

Welchen Anspruch Suzuki an die sportliche Version des Suzuki Swift stellt, zeigt die Tatsache, dass er ursprünglich für den Motorsport konzipiert wurde. Und damals sogar „GTi“ als Kürzel im Namen trug.

Mittlerweile ist die dritte Generation am Start. Bei nur 1045 Kilogramm Eigengewicht inklusive vollem Tank und durchschnittlich schwerem Fahrer hat der 140 PS starke 1,4-Liter-Boosterjet-Benziner im wahrsten Sinne des Wortes leichtes Spiel. Antritt und Durchzug sind ausgesprochen dynamisch. Dazu trägt das maximale Drehmoment von 230 Newtonmetern (Nm) bei, das zwischen 2500 und 3500 Umdrehungen anliegt. In Kombination mit dem knackigen Sechsgang-Getriebe vergehen laut Datenblatt 8,1 Sekunden, bis die 100er-Marke erreicht ist. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der japanische Hersteller mit Tempo 210 an.

Das Triebwerk erfüllt die Euro-6d-Temp Abgasnorm und wird mit einem Verbrauch von 5,6 Litern im Normzyklus angegeben. Bei einer sportlich ambitionierten Fahrweise zeigt der Bordcomputer 7,2 Liter an. Wird der Gasfuß etwas gemäßigter eingesetzt, sind es 6,4 Liter. Der Motor klingt bei voller Leistungsentfaltung kernig, ohne dass die Lautstärke unangenehm ansteigt.

Erfreulich, dass es bei der Abstimmung des Sportfahrwerks gelungen ist, trotz aller sportlichen Ambitionen den Härtegrad in Grenzen zu halten. Dementsprechend wieselt das Auto selbst bei hohem Tempo leichtfüßig um die Ecken, ohne den Fahrer vor Probleme zu stellen. Spurtreu bleibt der Swift auf der vorgegebenen Linie. Die direkte Lenkung gibt dabei eine gute Rückmeldung von der Strasse. Ganz bleiben die Insassen zwar von Stößen oder Schlägen nicht verschont. Doch der Komfort von Federung und Dämpfung ist ausreichend, um Wirbelsäule und Gelenke nicht über Gebühr zu strapazieren.

Dazu tragen die mit roten Nähten verzierten anthrazitfarbigen Sportsitze mit integrierten Kopfstützen einen gehörigen Anteil bei. Die Polsterung ist angenehm straff, der Seitenhalt gut. Die eher eng geschnittenen Seitenwangen sind allerdings nicht zu justieren. Deshalb ist ein Probesitzen zu empfehlen, um zu klären, ob die eigene Statur zum Gestühl passt. Immerhin lässt sich die Höhe des Sitzes für den Fahrer anpassen. Für den hat Suzuki einen übersichtlichen und einfach zu bedienenden Arbeitsplatz geschaffen. Ganz im Sinne der Sportlichkeit wird das 4,2 Zoll große Display in rotes Licht getaucht. Zudem kann man sich Ladedruck und Öltemperatur anzeigen lassen. Diverse Zierteile in Carbonoptik sowie eine Alupedalerie runden das Gesamtpaket ab, können aber nicht ganz über die diversen Hartplastikteile hinwegtäuschen.

Anders als vorn geht es auf der Rückbank weniger gemütlich zu. Hier ist die Sitztiefe recht kurz und es gibt wenig Kontur. Über fehlende Kopffreiheit im Fond jedoch muss sich niemand zu beschweren. Sie ist wie der Platz für die Knie sogar überraschend gut. So können selbst Personen mit einer Körperlänge von 1,80 Metern eine längere Strecke ohne weiteres überstehen. Der Kofferraum fasst 579 Litern bei voller Besetzung, lässt sich aber auf bis zu 947 Liter erweitern, wenn die Lehnen der Rückbank vorgeklappt sind. Was immer bleibt ist die hohe Ladekante, die beim Ein- und Ausladen überwunden werden muss.

Das ist angesichts einer erfreulich umfangreichen Serienausstattung zum Komplettpreis von 21.400 Euro zu verschmerzen. Navigationssystem, Klimaautomatik, adaptiver Tempomat, Audio-System mit Smartphone-Anbindung, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und Lenkradbedienung, USB-Anschluss, LED-Scheinwerfer, Rückfahrkamera, Lichtsensor, Müdigkeitserkennung oder Spurhaltewarnsystem - alles ist ab Werk enthalten. So, wie - die Lackierung in „Champion Yellow“ - so heißt das „Quietschgelb“ offiziell. Damit wird der kleine Viertürer ohne Zweifel zum Hingucker.

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