Fahrbericht : Subaru Levorg, für automobile Individualisten

Dem Kennerblick eines Passanten auf den sportlich gezeichneten Subaru-Kombi folgen mit den anerkennenden Worten „Allrad, Boxermotor“ auch gleich die wesentlichen Eigenschaften der Marke. Fehlt nur der Name des Modells: Levorg - eine Kreation aus LEgacy, ReVOlution und TouRinG.

Kreativität bewiesen die Verantwortlichen ebenfalls beim Design. Heckspoiler, Doppelauspuffanlage und Diffusor am Heck sowie die leicht ausgestellten Kotflügel geben dem 4,69 Meter langen Viertürer ein kraftvolles Aussehen. Ob die mächtige Lufthutze auf der Motorhaube nun schick ist oder nicht, liegt im Auge des Betrachters. In jedem Fall kann sie als Reminiszenz an den WRX STI, den legendären Rallye-Sportwagen gewertet werden.

Mit den zwei großen Rundinstrumenten in der Instrumententafel sowie den Verblendungen des Armaturenträgers im Alu-Look unterstreicht Subaru im Innenraum den sportlichen Aspekt des Allradlers. Blaue Kontrastnähte an diversen Stellen wie dem Automatikwählhebel, dem Armaturenträger, den Türen oder der Mittelarmlehne geben der ansonsten sachlich-schwarzen, aber hochwertig wirkenden Ausstattung dazu den entscheidenden Pfiff. Die bequemen und elektrisch verstellbaren Ledersitze sind ebenfalls derart verziert.

So reduziert die Zahl der Schalter und Hebel insgesamt ist, so verschwenderisch sind die Designer damit am Multifunktionslenkrad umgegangen. Es braucht einige Zeit, bis man sich hier zurechtgefunden hat und die einzelnen Funktionen intuitiv bedienen kann. Als außerordentlich praktisch erweist sich die zunächst merkwürdig anmutende Teilung der Bildschirme in einen Sieben-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole und ein kleines Info-Display im oberen Teil des Instrumententrägers: legt man den Rückwärtsgang ein, dann erscheint auf dem großen Screen die Umgebung hinter dem Fahrzeug, während auf dem kleineren das Bild der Frontkamera das Geschehen vor dem Fahrzeug sichtbar macht. Beim Rangieren ein Plus an Sicherheit.

Weitere Pluspunkte sammelt der Subaru mit seinem großzügig geschnittenen Innenraum. Problemlos ist es zudem, das Reisegepäck einer Familie mit auf die Fahrt zu nehmen. Bei voller Besetzung beträgt das Kofferraumvolumen 522 Litern. Bei umgeklappten hinteren Lehnen wächst der Stauraum auf 1446 Liter an. Dank des ebenen Bodens sowie der angenehm niedrigen Ladekante lassen sich selbst sperrige Gegenstände relativ einfach unterbringen. Unter dem Ladeboden können in einem 40 Liter fassenden Staufach wertvolle Dinge vor neugierigen Blicken verborgen werden.

Für den Levorg bietet Subaru lediglich eine Motorisierung an: einen 170 PS starken 1,6-Liter-Turboboxer mit Direkteinspritzung. Dessen maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter (Nm) zwischen 1800 und 4800 Umdrehungen sorgt für ansprechende Durchzugskraft. Laut Datenblatt ist aus dem Stand in 8,9 Sekunden die Tempo-100-Marke erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Subaru mit 210 Kilometern in der Stunde (km/h) an. Übertragen wird die Kraft - Subaru-typisch - auf beide Achsen von einem stufenlosen Automatikgetriebe. Schaltpaddels am Lenkrad ermöglichen aber den manuellen Eingriff auf sechs programmierte Fahrstufen. Damit kommt die Spritzigkeit des leisen und laufruhig arbeitenden Triebwerks voll zur Geltung. Passend dazu und zu der eher sportlichen Ausprägung des Wagens ist das Fahrwerk straff abgestimmt. So lässt sich der Levorg flott bewegen, liegt gut in der Hand und reagiert spontan auf alle Lenkanweisungen. Den Komfort haben die Techniker jedoch nicht außer Acht gelassen. Das macht sich auf schlechten Fahrbahnabschnitten bemerkbar, die noch relativ souverän passiert werden. Abstriche gilt es allerdings hinsichtlich des Verbrauchs, den der japanische Hersteller mit 7,2 Litern angibt. Dieser Wert pendelt sich im Alltag eher bei zwei Litern mehr ein.

Immer mit an Bord ist ein umfassendes Sicherheitspaket aus Kollisionswarnsystem, aktivem Spurhalteassistenten bis hin zum adaptiven Tempomat und einem Querverkehrswarner. Auch die sonstige Ausstattung des familientauglichen Kombis kann sich sehen lassen. In der Basisversion (29.990 Euro) zählen bereits unter anderem LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik, Licht- und Regensensoren, ein Audiosystem mit 6,2-Zoll-Display, CD-Player und USB-Anschluss sowie 17-Zoll-Aluräder zum Lieferumfang. In der Sport-Version ergänzen ein optisches System zur Erfassung der Umgebung (EyeSight), ein elektrische Glasschiebedach, ein Navigationssystem, Fernlichtassistent oder 18-Zoll-Alufelgen die Ausstattung. So addieren sich in der Testwagenvariante 37.200 Euro beisammen.

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