Reaktivierung der SF-Klasse?

Kfz-Versicherung : Reaktivierung der SF-Klasse? So funktioniert’s nach längerer Zeit

Die Lebensumstände können manchmal dazu führen, dass kein Auto mehr notwendig ist. Wer beispielsweise in einer Stadt mit gutem Nahverkehrssystem wohnt oder einen Job direkt in der Nähe der Wohnung hat, braucht nicht unbedingt ein eigenes Auto. Doch diese Lebensumstände können sich ändern.

Ein Fahrzeug nach einer längeren Unterbrechung anzumelden, bedeutet nicht zwingend, auch mit der Schadensfreiheitsklasse wieder von vorne anzufangen. Vielmehr sollten Fahrzeughalter versuchen, den alten Schadenfreiheitsrabatt (SF 8) auf die neue Kfz-Versicherung anrechnen zu lassen. Damit lässt sich einiges an Versicherungsprämie einsparen.

Regelungen bei den Versicherern für die Reaktivierung der SF-Klassen uneinheitlich

Für die Gültigkeit einer früheren Schadenfreiheitsklasse besteht keine einheitliche Regelung in der Versicherungsbranche. Die Schadensfreiheitsklasse spielt neben der Regional- und Typklasse eine essenzielle Rolle bei der Prämienberechnung. Der Gesamtverband der deutschen Versicherer informiert darüber, wie sich der zu zahlende Beitrag genau zusammensetzt.

Nach einer gewissen Zeitspanne, erkennen die meisten Anbieter alte Rabattklassen nicht mehr an. Das können sieben Jahre sein oder zwölf - in nur wenigen Fällen erkennen die Versicherer die Schadenfreiheitsklasse eigener Kunden an. Spätestens für die Zulassung des Fahrzeugs ist aufgrund der Haftpflichtversicherungspflicht in Deutschland der Kontakt mit einem Versicherungsunternehmen notwendig, um eine eVB-Nummer für die Zulassungsstelle zu erhalten. Diese ist für die Anmeldung unerlässlich, als Nachweis der Deckungszusage einer Versicherung. eVB bedeutet elektronische Versicherungsbestätigung. Diese Nummer lässt sich über das Internet beantragen. Online haben Verbraucher verschiedene Versicherer zur Auswahl und können sich über den Versicherungsumfang und die Kosten informieren.

Die Entscheidung für ein Angebot

Ein gutes Versicherungsangebot ist nicht nur daran zu erkennen, dass es eine günstige Prämie hat. Auch die Leistungen sollten Versicherungsnehmer genau vergleichen. Außerdem ist es wichtig, wenn länger kein Auto auf den Versicherungsnehmer zugelassen war, zu prüfen, wer die frühere Schadensfreiheitsklasse anerkennt. Es kann durchaus sinnvoll sein, zunächst bei einem etwas teureren Anbieter zu beginnen, welche die alte SF-Klasse anerkennt. Zum Ablauf des Versicherungsjahres ist es möglich, den Versicherer zu wechseln sowie die SF-Klasse anerkennen zu lassen. Manchmal verlangen die Versicherungen den Nachweis für den Unterbrechungszeitraum, dass in der gesamten Zeit eine Fahrerlaubnis vorlag, am besten mit einer Kopie des Führerscheins. Gelingt dies nicht, stuft die Versicherung den Vertrag für jedes Jahr Unterbrechung die SF-Klasse um eine Stufe zurück.

Die Reaktivierung der SF-Klasse

Zur Anerkennung der angegebenen SF-Klasse ist es notwendig, dass der Versicherer die Angaben nachprüfen kann. Dazu ist es gut, die Abmeldebescheinigung eines Fahrzeugs bei den Versicherungsunterlagen aufzubewahren. Mit den Daten aus dem alten Vertrag, vor allem der Vertragsnummer, kann die Versicherung die Daten in den alten Akten wiederfinden.

Wenn der Versicherungsnehmer sich für ein anderes Versicherungsunternehmen entscheidet bei der Neuanmeldung, kann die Schadenfreiheitsklasse ebenfalls übertragen werden. Zur Überprüfung der angegebenen SF-Klasse setzt sich die neue Versicherung mit dem alten Anbieter in Verbindung.

Aufbewahrungspflicht für die Vertragsdaten: mindestens 10 Jahre

Versicherungen sind dazu verpflichtet, Vertragsdaten ehemaliger Kunden für mindestens zehn Jahre aufzubewahren oder zu speichern, so steht es in § 257 HGB. Das gilt auch, wenn sie SF-Klassen lediglich sieben Jahre anerkennen. Wer innerhalb dieser Frist ein Fahrzeug neu zulassen möchte, kann ohne Weiteres zu einem anderen Anbieter wechseln und dort sein Fahrzeug zu besseren Konditionen versichern. Das ist allerdings nur so lange möglich, wie die Informationen bei den Versicherungsgesellschaften nachprüfbar sind. Diese Frist variiert je nach Anbieter. Am besten ist es, sich vor einem Anbieterwechsel über dieses Detail zu informieren.

Tipp: Versicherungsbescheinigung verliert ihre Gültigkeit auch nach Jahren nicht

Damit die Speicherfristen der Versicherungen nicht zum Problem werden, ist es empfehlenswert, schon bei der Kündigung der Kfz-Versicherung eine entsprechende Bescheinigung ausstellen zu lassen. Darauf hat jeder Versicherungsnehmer gemäß § 5 Absatz 7 des Pflichtversicherungsgesetzes einen Anspruch. Darin muss die Versicherung die Vertragsdauer und Anzahl sowie Daten gemeldeter Schäden bestätigen. Mit diesem Dokument lässt sich bei vielen Versicherungsunternehmen der Nachweis der SF-Klasse erbringen, auch wenn die Vertragsdaten bereits gelöscht sind.

(vo)
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