Ratgeber für den Versicherungsfall zum Thema Winterreifen

Zeit für den Reifenwechsel : Sicher und versichert auf eisigen Straßen unterwegs

Einen Stichtag, bis zu dem die Winterreifen aufgezogen sein müssen, gibt es nicht. Aber, Autofahrer müssen ihr Fahrverhalten den Witterungseinflüssen anpassen und dazu gehört eine ordnungsgemäße Bereifung.

„Wer bei Eis und Schnee mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert im Schadenfall deutliche Leistungskürzungen in der Kaskoversicherung“, warnt Bianca Boss vom Bund der Versicherten in Hamburg. Verursacht man bei widrigen Witterungsverhältnissen einen Unfall, prüft der Versicherer, ob der Fahrer in grob fahrlässig gehandelt hat – also zum Beispiel mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit gefahren ist oder eben keine passende Bereifung benutzt hat. Dann kann es bei einem Kaskoschaden am eigenen Auto zu einer Leistungskürzung kommen. „Versicherte sollten beim Abschluss einer Kaskoversicherung immer darauf achten, dass der Versicherer auf den Einwand der grob fahrlässigen Herbeiführung des Versicherungsfalls verzichtet. Dann nimmt der Versicherer im Schadenfall keinen Abzug der Leistung vor, sondern zahlt generell 100 Prozent“, erläutert Boss.

Der Bußgeldkatalog sieht für das Fahren auf winterlichen Straßen ohne die dafür vorgeschriebene Bereifung Strafen von 60 Euro und einen Punkt im Fahreignungsregister vor. Kommt es zu einer Behinderung, werden 80 Euro sowie ein Punkt fällig. Wer in einen Unfall verwickelt wird, muss sogar mit 120 Euro Bußgeld und einem Punkt rechnen, sofern die Reifen ursächlich der Grund sind. „Zudem kann der Halter des Fahrzeugs belangt werden kann“, erinnert der TÜV Süd, nämlich dann, wenn er beispielsweise die Benutzung des Fahrzeugs bei winterlichen Straßenverhältnissen angeordnet oder zugelassen hat.

(amv)
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