Porsche Taycan: Eine Kurzvorstellung

Unter Strom : Kurzvorstellung des Porsche Taycan

Jetzt steht Porsche endgültig unter Strom. Mit dem Taycan hat der Sportwagenhersteller aus Stuttgart das erste rein elektrisch angetriebene Modell im Angebot.

Ein Modell, das laut Baureihenleiter Stefan Weckbach ein echter Porsche ist und für das Unternehmen der Aufbruch in ein neues Zeitalter bedeutet.

Beides kann nach einem Blick auf und in das Auto sowie einer ersten Mitfahrt nur bestätigt werden. Die Designer haben dem 4,96 Meter langen, 1,96 Meter breiten und 1,38 Meter hohen viertürigen Sportcoupé jede Menge Elfer-DNA verpasst. Das gilt für die Seitenlinie ebenso wie für die Zeichnung der Fenster. Das Heck mit einem durchgehenden Leuchtenband ist filigraner gezeichnet als beim Panamera.

Auch im Innenraum gibt es 911-Anleihen. So haben Fahrer und Beifahrer eine fast identische Sitzposition wie im Carrera. Auf der Rückbank – zwei Einzelsitze oder Bank – können es sich zumindest zwei durchaus groß gewachsene Personen bequem machen. Kopf- und Beinfreiheit, letzteres aufgrund einer Vertiefung im Boden, von Porsche Fußgarage genannt, sind gut. Ebenso das Volumen des Kofferraums. Sechs Trolleys lassen sich verstauen.

Der Armaturenträger im Taycan ist voll digitalisiert. Beim Kombiinstrument in einer Größe von 16,8 Zoll wird an der Tubenform der Anzeigen festgehalten. Neu ist, dass Licht- und Fahrwerkseinstellungen einfach per Touch auf dem Display verändert werden können. Der Zentralbildschirm (10,9 Zoll) in der Mitte zeigt Navigations- oder Infotainmentdaten an. Auf Wunsch gibt es ein gleich großes Display vor dem Beifahrerplatz. Festgehalten haben die Gestalter jedoch am bekannten Porsche-Lenkrad, das in diesem Rahmen fast altbacken wirkt.

Alles andere als das ist der Antrieb des Taycan, der 625 PS über alle vier Räder (ein E-Motor an der Vorder-, ein stärkerer an der Hinterachse) auf die Straße bringt. Zum Einsatz kommt ein komplett neu entwickeltes Zweigang-Automatikgetriebe, mit einer extrem kurz ausgelegten ersten Fahrstufe. Im Turbo genannten Einstiegsmodell kann die Leistung per Overboost kurzfristig auf 687 PS, im Turbo S auf 761 PS gesteigert werden. Das Drehmoment beträgt bis zu unfassbaren 1050 Newtonmeter. Damit sind Beschleunigungswerte aus dem Stand auf Tempo 100 in 3,2 beziehungsweise 2,8 Sekunden machbar. Und das, so Weckbach weiter, problemlos auch mindestens zehn Mal direkt hintereinander. Das auf dem Beifahrerplatz zu erleben bedeutet, den Kopf sicherheitshalber fest an die Stütze zu pressen, sonst werden die Nackenmuskeln extrem gedehnt. Der Magen klebt ohnehin an der Wirbelsäule. Das wird vor allem beim Kickdown aus langsamen Rollen deutlich.

Die im Unterboden installierte Batterie mit 93 Kilowattstunden erlaubt laut Porsche eine Reichweite nach WLTP-Zyklus von 453 (Turbo) und 420 Kilometern (Turbo S). Aufgrund der Systemspannung von 800 Volt kann an Schnellladesäulen mit bis zu 270 Kilowattstunden geladen werden. Die Energieaufnahme von fünf auf 80 Prozent dauert dann 22,5 Minuten. In fünf Minuten ist Strom für 100 Kilometer im Akku. Der Taycan Turbo kostet 152.136 Euro, der Turbo S 185.456 Euro. Beide sind ab sofort bestellbar.

(amv)
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