Stuttgart: Porsche Panamera: Jetzt auch als Diesel

Stuttgart: Porsche Panamera: Jetzt auch als Diesel

Diesel-Motoren in Sportwagen? Passt nicht zusammen. Sportlichkeit und Wirtschaftlichkeit? Unvereinbare Gegensätze. „Wir wollen uns mit solchen Gedanken nicht abfinden.

Im Gegenteil: Das hat uns wieder mal gereizt”, wirbt Porsche auf seiner Webseite. Man kann es auch anders sehen.

Letzten Endes blieb Porsche nichts anderes übrig als dem Drängen vieler Kunden nachzugeben, die für den Gran Turismo Panamera einen Diesel wünschten. Zu viele Viel- und Langstreckenfahrer hatten sich wohl gegen das luxuriöse Sportcoupé entschieden, weil ihnen diese verbrauchsgünstigere Motorvariante im Angebot fehlte.

Der freie Zugriff auf den Konzernbaukasten hat es den Porsche-Entwicklern leicht gemacht, innerhalb kurzer Zeit einen Selbstzünder unter der mächtigen Motorhaube des Viertürers zu platzieren.

Die Motor-Getriebe-Kombination aus dem Drei-Liter-V6-Turbodiesel samt Acht-Gang-Tiptronic hat sich bereits in den Gemeinschaftsprodukten VW Touareg und Porsche Cayenne bewährt.

An Bord des Panamera leistet das Triebwerk jetzt 250 PS, hat also zehn Pferdestärken mehr zu bieten als bisher. An Durchzugsstärke übertrumpft das Common-Rail-Aggregat mit einem maximalen Drehmoment von 550 Newtonmetern ab 1.750 Umdrehungen sogar den Achtzylinder in der S-Variante um 50 Newtonmeter.

Familientypischer Sound

Die souveräne Kraftentfaltung vom Start weg und die Spurtstärke aus allen Tempobereichen heraus passen bestens zu dem komfortablen Viersitzer. In 6,8 Sekunden ist die Tempo-100-Marke erreicht, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 242 Stundenkilometern (Werksangaben).

Den Durchschnittsverbrauch gibt Porsche mit 6,5 Litern an - das ermöglicht theoretisch eine Reichweite von bis zu 1.200 Kilometern pro Tankfüllung. Der vergleichbare Sechszylinder-Benziner mit 300 PS und Doppelkupplungsgetriebe genehmigt sich im Normzyklus dagegen 9,3 Liter. Und selbst die Hybrid-Variante kommt unter gleichen Bedingungen auf 7,1 Liter.

Mit letzterer Variante gemein hat der Turbodiesel die Ruhe im Stand an der Ampel oder im Stau. Dann nämlich hilft die Stopp-Start-Automatik beim Spritsparen. Wieder in Fahrt lässt sich die Arbeit des Selbstzünders akustisch nur noch erahnen.

Porsches Entwickler haben sich mit diversen Eingriffen an der Abgasanlage sehr darum bemüht, dem Panamera Diesel einen familientypischen Sound zu verpassen. Zusätzliche Dämmmaterialien im Motorraum sorgen andererseits dafür, dass die Reisenden an Bord nicht durch den raueren Klang des Selbstzünders gestört werden.

Mit 80.183 Euro ist der jüngste Porsche zwar 50 Cent günstiger als der Sechszylinder-Benziner. Doch diese Differenz dürfte bei der Kaufentscheidung weitaus weniger ins Gewicht fallen, als die Wirtschaftlichkeit auf langen Strecken. Deshalb rechnet Porsche auch damit, dass der Diesel hierzulande 40 Prozent der Panamera-Käufe ausmachen wird.