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Stuttgart: Porsche Cayenne E-Hybrid: Unter Spannung gesetzt

Stuttgart : Porsche Cayenne E-Hybrid: Unter Spannung gesetzt

Hoher Alltagsnutzen, jede Menge Fahrspaß, dazu eine durchaus beeindruckende Effizienz - der neue Porsche Cayenne E-Hybrid zeigt sich in allen Belangen besser als sein Vorgänger. Als Beleg dafür die Verbrauchswerte, die nach mehr als 300 - allerdings überwiegend gelassen gefahrenen - Kilometern auf dem Bordcomputer abzulesen sind.

Benzin: 9,2 Liter, Strom: 18,4 Kilowattstunden (kWh). Lediglich bei ein paar Zwischenspurts hat sich der Cayenne kräftig ins Zeug gelegt. Drückt der Gasfuß dabei brutal aufs Pedal, dann wird auf Anhieb klar, dass der SUV über üppige Sportwagengene verfügt. Ganze fünf Sekunden dauert es, bis die Tachonadel die Marke 100 erreicht hat. 19,1 Sekunden bis auf Tempo 200. In der Spitze sind 253 Kilometer pro Stunde (km/h/Werksangaben) möglich.

Klar, dass beim häufigen Ausreizen dieses Leistungspotentials der Verbrauch in die Höhe schnellt, dann mehr als 15 Liter zu Buche schlagen. Doch bei einer eher gelassenen Fahrt sowie einer geschickten Nutzung des E-Antriebs lassen sich die anfangs genannten Werte problemlos erzielen. Der Normverbrauch des 2,3 Tonnen schweren Fahrzeugs wird übrigens mit 3,4 Litern und 20,9 kWh angegeben. Vor allem die Angaben zum Spritkonsum sind absolut unrealistisch, orientieren sich aber an den Vorgaben des NEFZ.

Bei der Abstimmung des Fahrwerks haben sich die Techniker hingegen an den Anforderungen der Kunden orientiert. Die erwarten von einem Porsche, dass der selbst bei richtiger schneller Fahrt spurtreu um die Kurven fegt und direkt auf alle Lenkanweisungen reagiert.

Das wurde beim Cayenne geradezu perfekt umgesetzt. Der Wagen liegt bestens in der Hand und lässt sich selbst bei heftigen Ausweichmanövern nicht aus der Ruhe bringen. Dazu kommt ein hohes Maß an Komfort. Wer das Kreuzchen auf der Optionenliste zudem bei Hinterradlenkung und Wankausgleich macht, der darf sich über noch mehr Agilität freuen.

Im Cayenne E-Hybrid ist ein 340 PS starker Dreiliter-V6-Benziner mit einem E-Motor (136 PS) kombiniert. Die Systemleistung beträgt 462 PS. Die Kraftübertragung erfolgt über eine Achtgang-Tiptronic. Quasi vom Start weg liegt ein Drehmoment von 700 Newtonmetern (Nm) an. Bis zu einer Geschwindigkeit von 135 km/h fährt der SUV auf Wunsch rein elektrisch und schafft laut Norm 44 Kilometer. Im Vergleich zu dem Vorgänger legt der E-Hybrid in allen Belangen zu.

Der Verbrenner hat sieben PS mehr, die E-Maschine trumpft mit 43 Prozent mehr Leistung auf. Das steigert die Systemleistung um 46 PS. Die Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie, die mit 138 Kilogramm nicht schwerer geworden ist, wurde von 10,8 auf 14,1 kWh erhöht. Das führt auch zu höheren Boostreserven. Damit haben die Entwickler im Cayenne wie zuvor bereits im Panamera eine auf Performance ausgelegte Hybridstrategie umgesetzt.

Im reinen E-Betrieb treibt naturgemäß die E-Maschine die beiden Achsen des generell mit Allradantrieb ausgerüsteten Cayenne an. Steht der Mode-Schalter auf Hybrid-Auto wählt das System automatisch die bestmögliche Kombination aus E- und Benzinantrieb. Fahrprofil, Ladezustand, Topologie und Tempo dienen bei der Berechnung als Grundlage. Sport und Sport Plus sind so ausgelegt, dass der gesamte Energieinhalt des Akkus zum Boosten genutzt und die Batterie auch wieder geladen wird.

Für das Einspeisen des Stroms über einen Kabel ist ein Onboard-Lader mit 3,6 kW eingebaut. Damit dauert es knapp acht Stunden an einer Haushaltssteckdose, bis der Akku wieder komplett mit Energie versorgt ist. Serienmäßig ist der Hybrid-Cayenne zum Grundpreis von 89.822 Euro schon recht umfangreich ausgestattet. Doch die Optionsliste ist noch lang. So gibt es beispielsweise auch einen Trailer Assist. Mit dem wird das rückwärtige Einparken mit einem Anhänger (Anhängelast 3,5 Tonnen) zum Kinderspiel.

(amv)