1. Leben
  2. Auto

Ford Puma ST-Line: Platz für die Topfpflanze

Ford Puma ST-Line : Platz für die Topfpflanze

Es gab schon einmal den Puma. Von 1997 bis 2001 wilderte das kleine Sportcoupé im Ford-Fuhrpark. Nach vier Jahren wurde die Produktion eingestellt. Dem Namen aber haucht Ford jetzt neues Leben ein, in Form eines kleinen SUV, basierend auf dem Fiesta.

Rein äußerlich ist dem neuen Puma nicht anzusehen, dass er technisch auf dem Kleinwagen beruht. Das liegt zum einen an deutlich größeren Abmessungen: fünf Zentimetern mehr an Höhe (1,53 Meter), sieben Zentimeter plus bei der Breite (1,93 Meter) und 15 Zentimeter Längenwachstum (4,20 Meter) hat das Auto zu bieten. Zum anderen haben die Ford-Designer das alles in eine gleichermaßen kraftvolle wie moderne Karosserie verpackt. Beim Verhältnis von Blech zu Glas scheint es, als sei der Blick der Gestalter schon einmal Richtung Stuttgarter Sternenschmiede gegangen. Das gilt auch für die etwas zurückversetze Kabine. Angedeutete Seitenschweller oder der riesige Kühlergrill tragen dazu bei, dass der Puma unter der Vielzahl von Wettbewerbern auffällt.

Die höhere Sitzposition gilt bei Fahrzeugen dieser Art oft als Kaufargument. Damit kann auch der Ford punkten. Im Vergleich zum Fiesta sind das beim Puma drei Zentimeter. Wer sich für diese ST-Line-Version entscheidet, kann auf bequem geschnittenen Schalensitzen mit integrierter Kopfstütze Platz nehmen. Während das Raumangebot für Fahrer und Beifahrer absolut in Ordnung ist, stoßen die Passagiere im Fond trotz 2,58 Metern Radstand bei der Beinfreiheit schnell an ihre Grenzen. Es ist eben doch ein Kleinwagen.

Ganz groß gibt der sich jedoch beim Ladevolumen. 468 Liter stehen bei voller Besetzung der Sitze zur Verfügung. Dazu kommen 68 Liter unter dem Ladeboden. Hier hat Ford eine so genannte „Megabox“ untergebracht, die unter anderem die Ladehöhe etwa für eine Topfpflanze um 30 Zentimeter erhöht. Fällt die um, dann macht das nichts: die Wanne ist auswaschbar und hat sogar einen Stöpsel, damit möglicherweise ausgelaufenes Wasser abgelassen werden kann. Die asymmetrisch geteilten hinteren Lehnen werden mit einem Handgriff umlegt. Auf der dann ebenen Fläche steht dann ein Gepäckraumvolumen von bis zu 1161 Litern zur Verfügung. Die fast 80 Zentimeter hohe Ladekante steht einem bequemen Be- oder Entladen aber entgegen. Mit einer Investition von 530 Euro öffnet sich die Heckklappe bei Bedarf auch per Fußkick.

Ansonsten übernimmt der Puma im Innenraum jede Menge Details aus dem herkömmlichen Fiesta. Dazu zählt die übersichtliche Instrumententafel mit einem hoch angebrachten Acht-Zoll-Touchscreen sowie integrierter Navigation und volldigitalen Instrumenten. Hochwertig wirkende Materialien tragen außerdem dazu bei, dass sich Fahrer und Passagiere selbst auf längeren Reisen wohl fühlen können.

Für die ist der 125 PS starke Einliter-Dreizylinder ebenfalls durchaus gewappnet. Das bei niedrigen Drehzahlen etwas brummige Aggregat wird in bestimmten Situationen von einer im Kofferraum untergebrachten 48-Volt-Batterie unterstützt. Die gewinnt ihre Energie ausschließlich durch Rekuperation. Beim Anfahren oder Beschleunigen macht sich die elektrische Kraft positiv bemerkbar. Schließlich steuert sie beim Durchzug 50 Newtonmeter (Nm) extra bei. Sprich, das maximale Drehmoment von 210 Nm liegt bei 1750 Umdrehungen an. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt laut Ford 191 Kilometer in der Stunde. 9,8 Sekunden vergehen, bis die Tachonadel von Null auf Tempo 100 wandert. Das sportlich abgestimmte Fahrwerk der ST-Version, die direkte Lenkung und das präzise schaltende Sechs-Gang-Getriebe unterstreichen den guten Gesamteindruck und laden dazu ein, den Puma zügig zu bewegen. Dabei bleibt der Verbrauch mit durchschnittlich 6,9 Litern in der Nähe des von Ford angegebenen Normwertes von 5,8 Litern.

Eine Vielzahl von elektronischen Helfern, Fahrmodus-Schalter, Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad. Aluminiumpedalerie oder die induktive Ladestation fürs Handy gehören bei der ST-Line mit zum Lieferumfang. Inklusive Extras wie dem Winter-Paket (500 Euro) oder den LED-Scheinwerfern müssen 27.400 Euro für den aktuellen Puma- investiert werden. Eine längere Lebensdauer als seinem Vorgänger in den 90ern ist ihm zu wünschen.

(amv)