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Pkw frühjahrsfit machen: Tipps für einen frühlingsfrischen und sicheren Start

Tipps für einen frühlingsfrischen und sicheren Start : Pkw frühjahrsfit machen

Es dauert nicht mehr lange bis der Winter vorbei ist und es wird Zeit, das Auto fit für das kommende Frühjahr zu machen. Der Winter kann ein Fahrzeug technisch beeinträchtigen und der höhere Verschleiß kann sogar sicherheitsrelevante Konsequenzen haben.

Autobesitzer sollten ihren Pkw durchchecken und reinigen. Besondere Aufmerksamkeit haben dabei Reifen, Bremsen und Lüftung verdient.

Winterreifen einmotten, Sommerreifen aufziehen

Von O bis O - von Oktober bis Ostern ist Winterreifenzeit und das heißt, dass schon bald die Sommerreifen aufgezogen werden können. Beim Reifenwechsel ist die Profiltiefe zu prüfen. Auf Gesetze-im-Internet.de steht, dass der Gesetzgeber in § 36 Absatz 3 StVZO eine Mindesttiefe von 1,6 mm vorschreibt, doch Experten raten dazu schon ab einer Tiefe von 3 mm einen neuen Satz Reifen zu bestellen.

Die Pneus müssen nach dem Wechsel mit dem richtigen Druck befüllt werden. Dieser ist im Handbuch des PKWs zu finden. Sind die Reifen zu schwach gefüllt, nutzen sie sich schneller ab und außerdem verbraucht das Fahrzeug dadurch mehr Benzin. Die Winterreifen lagern am besten in einem Kellerraum oder an einem anderen trockenen, kühlen und dunklen Ort. Die Einlagerung in der Werkstatt ist oftmals auch möglich. Wer den Reifenwechsel selbst vornimmt sollte die einzelnen Pneus markieren, damit im nächsten Jahr jeder Reifen wieder an derselben Position aufgezogen wird. Dazu hat sich die Markierung mit am Stück Kreide bewährt. VL bedeutet vorne links, VR vorne rechts, HL hinten links und HR hinten rechts.

 Die Wagenwäsche ist für die Frühjahrskur des Pkw unverzichtbar.
Die Wagenwäsche ist für die Frühjahrskur des Pkw unverzichtbar. Foto: jhgusa / Pixabay.com

Bremsen, Stoßdämpfer und Federn prüfen und ersetzen

In Zusammenhang mit dem Reifenwechsel ist es ratsam die Radkästen zu inspizieren. Grobe Verschleißerscheinungen sind mit einer Sichtprüfung an Bremsen, Stoßdämpfern oder Federn feststellbar. Wer ein bisschen Erfahrung hat, fasst die Bauteile an und rüttelt an ihnen. Sitzt alles fest oder gibt es lockere Teile? Jetzt ist die Zeit, sich vorausschauend um Ersatzteile zu kümmern und betroffene Teile auszutauschen oder von einer Werkstatt austauschen zu lassen.

Eine Möglichkeit wäre, Ersatzteile gebraucht oder unbenutzt von Privat zu kaufen, doch hier fehlt die Garantie und Käufer müssen sich auf die Vereinbarung "gekauft wie gesehen" einlassen. Das birgt Risiken, denn wenn das Ersatzteil nicht passt oder nicht die erforderliche Qualität mitbringt, ist eine Rückgabe schwerlich möglich. Anders ist das bei professionellen PKW-Teile-Händlern. In der Regel lassen sich dort meist passende Ersatzteile nach Automarke, Modell und der Motorisierung des Fahrzeugs finden. Der Einbau kann bei entsprechender Fachkenntnis selbst vorgenommen werden, doch es ist auch möglich, das Ersatzteil zum Austausch mit in die Werkstatt des Vertrauens zu nehmen.

Lüftung und Klimaanlage checken

Blätter im Lüftungsschacht und angesammelter Staub und Dreck können eine Lüftung verstopfen. Verstopfte Lüftungen sorgen für einen erhöhten Stromverbrauch, was sich letztendlich am Spritverbrauch ablesen lässt. Am einfachsten wäre es, die Lüftungsfilter komplett zu wechseln. Ein Klimaanlagen-Check ist ratsam. Die Prüfung und der Service sollten von einer Fachwerkstatt vorgenommen werden. Dabei wird der Innenraumfilter von Pollen, Schmutz und Staub gereinigt.

Die Aufnahmefähigkeit eines Filters ist auf ein bestimmtes Volumen begrenzt. Ist er voll, wird er entweder entleert oder ersetzt. Eine Klimaanlage ist ein System, in dem sie unter anderem auch ein Verdampfer befindet. Kondenswasser sammelt sich in den Lamellen. Das ist ein idealer Nährboden für Bakterien, Pilze und Mikroorganismen. Eine Fachwerkstatt desinfiziert den Verdampfer bei Bedarf. Insgesamt wird das Klimasystem einer Sichtprüfung unterzogen sowie auf Funktion, Dichtheit und Leistungsfähigkeit geprüft. Bei Bedarf wird das Kältemittel aufgefüllt oder ersetzt. Autobesitzer können die nötigen Komponenten ebenfalls online einkaufen und zum Austausch bereitstellen, statt sie teuer über die Werkstatt zu beziehen.

Auto reinigen von innen und außen

Nicht nur im Winter gibt es einige Besonderheiten bei der Wagenwäsche zu beachten, die Autoreinigung im Frühling bedarf ebenfalls besonderer Aufmerksamkeit. Zuerst gilt es das Auto von außen zu säubern. Der Wintermatsch, der dreckig und salzig in der kalten Jahreszeit das Auto verschmutzt, greift den Lack an. Dieser grobe Schmutz sollte zuerst mit einem Hochdruckreiniger gezielt abgespritzt werden, denn sonst könnten die Bürsten in der Waschanlage die darin enthaltenen Steinchen und groben Teile über den Lack ziehen und somit zerkratzen. Nach dem Winter ist eine Unterbodenreinigung zu empfehlen, um die dort angesammelten Verklebungen und Rückstände abzuspülen. Falls sich nach der Wäsche Kratzer im Lack zeigen, gilt es diese auszubessern.

Saubere Scheiben für besseren Durchblick

Scheiben werden in der Waschstraße bereits von außen gesäubert, sollten aber auch intensiv von innen gereinigt werden. Glasreiniger aus dem Supermarkt reicht völlig aus, um dem Schmutzfilm zu Leibe zu rücken. Scheibenwischer sollten gecheckt und wenn sie brüchig sind oder für Schlieren auf der Scheibe sorgen unbedingt ersetzt werden.

Innenraumpflege mit viel Luft und Liebe zum Detail

Im Winter sammelt sich mehr Dreck im Auto an als im Sommer. Feuchtigkeit, Matsch und Steine verunreinigen die Fahrgastzelle. Die erste Maßnahme ist den Wagen gut auszulüften und das Plus an Feuchtigkeit dadurch zu reduzieren. Die Bodenmatten sind herauszunehmen und intensiv abzusaugen. Ausschlagen allein reicht nicht. Wichtig: Sind die Fußmatten noch feucht, sollten sie zunächst vollständig trocknen, damit die Feuchtigkeit nicht zurück in das Fahrzeuginnere gelangt. Falls der Innenraum immer noch nicht komplett trocken ist, können diese "Hausmittel" helfen:

  • Zeitungen auslegen
  • über Nacht Katzenstreu in offenen Behältern im Fahrzeuginneren aufstellen
  • beim Autofahren Heizung einschalten, danach Wagen auslüften

Das Entfernen der Feuchtigkeit ist deshalb so wichtig, weil sie sich in den Polstern festsetzen und dauerhaft für einen muffigen Geruch im Fahrzeug verantwortlich sein kann. Überdecken mit einem Duftspray hilft nur vorübergehend und beseitigt das Problem nicht an der Wurzel.

Dreck, Staub und Schmutzpartikel sollten zuerst mit einem starken Sauger schonend abgesaugt werden. Oberflächen können mit einem milden Reinigungsmittel oder mit einem speziellen Cockpitspray behandelt werden. Letzteres sorgt für ein glattes Finish, auf dem sich weniger leicht Partikel festsetzen. Allerdings ist aus Umweltgründen eine Lauge aus Neutralseife dem chemischen Cockpitspray vorzuziehen.

Zu viel zu viel: Jetzt Auto ausmisten

Wer den Innenraum intensiv reinigt wird feststellen, wie viel überflüssige Utensilien sich während der Winterzeit angesammelt haben. Decken, Frostschutz, Schneeketten und anderes mehr bedeutet vermeidbares Gewicht. Alles, was im Frühling nicht mehr gebraucht wird, kann nun aus dem Fahrzeug entfernt werden. Unter VCD.org ist zu lesen, dass 100 Kilo mehr Gewicht in einem Fahrzeug den Spritverbrauch um 0,5 l pro 100 km steigern. Aus diesem Grund ist es ebenfalls keine gute Idee, einen Fahrrad-Gepäckträger oder Dachgepäckträger dauerhaft an einem Pkw zu installieren. Unterm Strich steigt der Verbrauch signifikant an.

Ist das Fahrzeug so umfassend gereinigt und gewartet, gestaltet sich die Weiterfahrt im kommenden Frühjahr sicher und komfortabel.

(vo)