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Köln: Peugeot 308 Allure e-Hdi 115 Stop & Start

Köln : Peugeot 308 Allure e-Hdi 115 Stop & Start

Moderne Technik, klare Formen, ein ansprechendes Design, einzig noch die Modellbezeichnung hat Peugeots Golf-Konkurrent mit seinem Vorgänger gemein. In den zurückliegenden 30 Jahren habe es im Haus keinen so großen technologischen Sprung gegeben wie beim neuen 308, verspricht der Hersteller.

Im Inneren des 308 überrascht das weitgehende Fehlen der üblichen Bedienknöpfe und Schalter an der Armaturentafel. Sie sind durch einen 9,7 Zoll großen Touchscreen ersetzt, mit dem Peugeot an die Smartphone- und iPad-Erfahrungen der Nutzer anknüpfen will. Knöpfe und Schalter finden sich insgesamt nur sechs, beispielsweise für Defroster oder Lautstärke.

Beim direkt hinter dem kompakten Lenkrad gelegenen Kombiinstrument ist die gegenläufige Bewegung der Zeiger von Geschwindigkeits- und Drehzahlmesser gewöhnungsbedürftig. Das Tempo wird in der Mitte des Kombiinstruments aber auch digital angezeigt, so dass der Fahrer eine zweite Orientierung hat. Die ungewohnte Gestaltung des fahrerischen Arbeitsplatzes findet jedoch nicht uneingeschränkten Anklang. Tatsächliche Probleme gibt es freilich nicht.

Bei der Wahl der verschiedenen Materialien und ihrer Verarbeitung wird der deutliche Fortschritt gegenüber dem Vorgänger spür- und sichtbar. Diverse Alu-Applikationen werten optisch den Innenraum auf, bis hin zu einem massiven Aluminium-Schaltknauf. Bei frostigen Temperaturen allerdings bleibt der unangenehm lange kalt. Die Bewegungsfreiheit für Fahrer und Beifahrer ist üppig; das Raumgefühl wird jedoch etwas durch die niedrige Dachlinie eingeschränkt. Beschränkungen muss der Fahrer durch die breiten Pfosten bei der Sicht nach schräg hinten hinnehmen.

Im Fond finden Mitfahrer bis etwa 1,80 Metern Körpergröße ebenfalls einen angenehmen Reiseplatz. Diverse Ablage und Stauräume bieten ein Volumen von insgesamt 24 Liter. Allein das gekühlte Handschuhfach fasst zwölf Liter - mehr als den Inhalt eines Wassereimers. Praxisgerecht ebenfalls der Kofferraum: 420 Liter werden bei umgeklappter Rücksitzbank zu 655 Liter.

Besaß der Vorgänger gleichen Namens noch ein eher mäßiges Fahrwerk, so bietet nun der 308 ein ausgewogenes Zusammenspiel von Federung und Dämpfung, das straßenbauliche Mängel weitgehend den Insassen vorenthält.. Ohne Zicken und präzise folgt der Peugeot den Lenkbefehlen. Die werden von einer Lenkung umgesetzt, die vor allem um die Mittellage mit nur wenig Servounterstützung arbeitet. Dieses Anfangs etwas gewöhnungsbedürftige Verhalten trägt aber enorm zu einem entspannten Geradeauslauf bei. Das sichere Fahrverhalten unterstützt ein rigoros bei kleinsten Anzeichen von Instabilität eingreifendes ESP.

Die Bremsen überzeugen mit einer guten Wirkung und Belastbarkeit. Den guten Gesamteindruck stützt desgleichen das Getriebe. Es arbeitet ordentlich geführt, ist aber zugunsten des Verbrauchs lang übersetzt. Das macht für flottes Vorwärtskommen manchmal ein Zurückschalten nötig. Der 115 PS starke Vierzylinder-Diesel verrichtet seine Aufgabe mit gleichmäßiger und souveräner Kraftentfaltung bereits aus niedrigen Touren und einer hohen Laufruhe über den gesamten Drehzahlbereich. Auch das trägt zu einer entspannten und gleichwohl zügigen Fahrweise bei.

Als Höchsttempo weist Peugeot 192 Kilometer pro Stunde aus. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 wird in 10,2 Sekunden absolviert. Ohne übertriebene Zurückhaltung gelingen Verbrauchswerte knapp unter fünf Liter, wozu in der Stadt ein famos arbeitendes Start-Stopp-System beiträgt. Alles in allem ist der Peugeot 308 so gelungen, dass sich die Frage aufdrängt, warum nicht gleich so.

Natürlich wird er mit seinen Verkaufszahlen hierzulande dem Klassenprimus VW Golf nicht wirklich gefährlich werden, aber er bietet die frischere Optik und ein gelungenes Paket. Das gilt überdies für den Preis: 24.600 Euro kostet die Basisausstattung. Diverse Nettigkeiten wie Panoramaglasdach (410 Euro) oder Alcantara-Paket (850 Euro) addierten sich beim Testwagen dann auf 27.890 Euro.

(amv)