Fahrbericht zum Cupra Ateca: Performance trifft Styleocx

Fahrbericht zum Cupra Ateca : Performance trifft Styleocx

Seat hat Cupra, also jene Typenbezeichnung, die dereinst den besonders sportlichen Varianten einer Baureihe vorbehalten war, abgespalten und zu einer eigenständigen Marke hochgestuft. Das heißt für den Ateca, der als Erster zum reinrassigen Cupra mutiert, dass ein 300-PS-Turbomotor für den Vortrieb sorgt.

Wer ein nobel-auftretendes Kompakt- SUV mit verführerischen Kraftreserven und untadeliger Fahrdynamik bewegen will, liegt mit dem im Skoda-Werk Kvasiny (Tschechien) gefertigten Derivat-Mobil ziemlich richtig.

Das mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombinierte Zweiliter-Turbotriebwerk bietet ein sattes Drehmoment von 420 Newtonmetern (Nm), die bereits ab 2000 Kurbelwellenumdrehungen anliegen. Sie haben mit dem knapp 1,7 Tonnen wiegenden Sport-SUV ein leichtes Spiel. Wer die Launch-Control ins Spiel bringt - ESP off, Cupra-Mode wählen, linken Fuß fest auf die Bremse, rechten voll auf das Gaspedal, Bremse lösen und ab - der wird in 5,2 Sekunden sehen, wie die digitale Tachoanzeige die 100 Stundenkilometer-Marken überfliegt und der Wagen mit bemerkenswerter Leichtigkeit bis auf Tempo 230 sprintet.

In der Spitze schafft der Cupra knapp 250 Kilometer pro Stunde (km/h/Werksangaben). Das alles wird untermalt mit einem kernigen Sound. Im Alltagsbetrieb muss man je 100 Kilometer rund zehn Liter als Verbrauch einkalkulieren. Nutzt man die Leistungsreserven unbeschwert aus, schnellt die Verbrauchsanzeige Richtung 17 Liter. Vor einem solchen Speed Trip sollte man allerdings den Spurhalteassistent deaktivieren. Der Spurhalter sorgt sonst für eine gewisse Unruhe, weil durch die Elektronik ständige kleine Spurkorrekturen vorgenommen werden.

Mit dem straff abgestimmten Sportfahrwerk rückt die Karosserie zehn Millimeter näher an die Straße. Allradantrieb sowie Progressivlenkung garantieren solide Spurtreue und ein exaktes Einlenkverhalten. Über eine Drehknopf auf der Mittelkonsole lassen sich vier unterschiedliche Modi - von Comfort, Sport, Offroad bis hin zum besonders sportlich ausgelegten Cupra - anwählen. In dieser Fahrstufe lenkt der Ateca straffer. Das Gas wird direkter angenommen.

Das Getriebe reagiert schneller. Das fühlt sich attraktiv und lebendig an, vertuscht etwas die grundsätzliche Neigung des Cupras zu einem harmlosen Untersteuern. Insgesamt lässt sich der Cupra Ateca sehr dynamisch bewegen. Schnelle Kurven mit richtig engen Radien sind kein Problem. Andererseits - und das ist im automobilen Alltag weitaus wichtiger, beherrscht der Cupra ebenso gut das geschmeidige, entspannte Dahingleiten auf langen Strecken.

Äußerlich unterscheidet sich der Cupra von seinem Seat-Namensvetter durch diverse Aerobauteile, üppige 19-Zoll-Pneus und einem Logo, das irgendwo zwischen Tattoovorlage und Klingonenschwert changiert. Die vier Auspuffrohre am Heckdiffusor sowie die Alufelgen in Rautenform betonen ihrerseits den elegant-sportlichen Look des SUV. Im großzügig dimensionierten Innenraum mit viel Platz für Passagiere und Gepäck dominieren wertige Materialien.

Türverkleidungen und Sitze sind mit Alcantara bezogen. Graue Kontrastnähe heben sich vom schwarzen Stoff ab. Passend dazu haben die Designer im Interieur jede Menge Accessoire-Optik untergebracht. Vor dem Lenkrad liegt ein hochauflösendes, digitales Cockpit, daneben mittig im Armaturenträger ein Acht-Zoll-Touchscreen, über den sich unter anderem das serienmäßige Navigations- sowie das Infotainmentsystem steuern lassen.

Ab Werk ebenfalls an Bord sind LED-Scheinwerfer, eine Klimaautomatik, eine induktive Lademöglichkeit für Smartphones, ein GSM-Antennenverstärker, eine Kamera mit 360-Grad-Rundumsicht sowie Apple Car Play oder Android Auto.

Das Kofferraumvolumen von 485 Liter reicht für eine unbeschwerte Urlaubsfahrt zu viert. Wer mehr zuladen will, kann die Rückbank umlegen und das Volumen auf 1579 Liter erweitern. Wintersportler wird freuen, dass die Rückbank serienmäßig mit einer Durchreiche für den Skitransport versehen ist.

Im Kapitel Fahrassistenz- und Sicherheitssysteme bietet der Cupra - teils gegen Aufpreis - einen adaptiven Spurhalter sowie Stau-, Fernlicht-, Parkassistent, Totwinkelwarner, Verkehrszeichenerkennung und Abstandsradar. Die elektrische Heckklappe mit Sensorsteuerung, schlüssellosem Zugang und Alarmanlage in der Optionsliste (510 Euro) sind eine Überlegung wert. Ebenfalls erwägenswert, die bequemen und komfortablen Schalensitze (1875 Euro) sowie das Winterpaket für 410 Euro. Da gibt es nämlich beheizbare Scheibenwaschdüsen, beheizbare Vordersitze und eine Scheinwerfer-Reinigungsanlage.

Für die Serienausstattung weist die Cupra-Preisliste 42.850 Euro aus. Bei der Testwagen-Variante addieren sich schließlich 54.969 Euro zusammen. Gleichwohl wird man für ein solches Kompakt-SUV bei anderen Herstellern wohl lange suchen.

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