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München: Opel Karl: „Der Kleine“ vereinfacht die Parkplatzsuche

München : Opel Karl: „Der Kleine“ vereinfacht die Parkplatzsuche

Stress bei der Parkplatzsuche reduziert sich mit dem Karl von Opel auf ein Minimum. Mit seiner Kürze von 3,68 Metern muss die Lücke zwischen zwei anderen Autos nicht groß sein, um hineinzupassen. Wendigkeit und Übersichtlichkeit sprechen ebenfalls für den - innen überraschend geräumigen - City-Flitzer.

Auf den ersten Blick wirkt der Karl kompakt und knuffig. Dynamische Linien in der Seitenansicht sorgen für einen flotten Auftritt. Den ersten Aha-Effekt gibt es, wenn Mitreisende vergeblich einen Umklapphebel für die Vordersitze suchen, um in den Fond einzusteigen. Mühsame Verrenkungen werden ihnen durch die geschickt in die Karosserie integrierten Türen nämlich erspart. Personen über 1,80 Meter Körpergröße müssen allerdings beim Ein- und Aussteigen ein wenig aufpassen, um Kollisionen mit der Dachkante zu vermeiden. Innen angekommen sitzt man selbst in der zweiten Reihe wirklich bequem.

Die Auflage für die Oberschenkel dürfte für einen längeren Aufenthalt zwar etwas länger sein. Aber sowohl Bein- als auch Kopffreiheit sind für ein Auto dieser Größenordnung absolut tadellos. Die Polsterung der Vordersitze ist auf Opel-typisch gutem Niveau. Der Fahrer kann seine Sitzgelegenheit so in der Höhe anpassen, dass er bestmöglichen Blick auf die Straße hat. Das Lenkrad ist leider nicht in der Längsrichtung einstellbar. Der großzügig geschnittene Armaturenträger mit übersichtlich angesiedelten Anzeigen gewährleistet eine intuitive Bedienung.

Chromglänzenden Einfassungen tun der Qualitätsanmutung des Autos gut. Seine Praxistauglichkeit unterstreicht der Karl mit einem recht groß dimensionierten Handschuhfach und großzügig ausgelegten Türfächern, in denen sogar Einliter-Flaschen verstaut werden können. Das Gepäckabteil hinter einer leider recht hohen Ladekante schluckt unterhalb der Abdeckung 195 Liter, was ausreicht, um zwei kleinere Trolleys plus eine große Tasche zu transportieren. Wird die Rücksitzlehne nach vorn geklappt - es bleibt eine kleine Stufe in der Ladefläche - wächst das Ladevolumen bis auf 926 Liter bei einer Ladehöhe bis zur Oberkante der Vordersitze. Maximal sind bei dachhoher Beladung 940 Liter möglich.

Ist der Karl voll besetzt und bepackt, büßt der Einliter-Dreizylinder-Saugmotor (75 PS) etwas an Agilität ein, die er ansonsten an den Tag legt. Die Maschine überträgt ihre Kraft über ein Fünfgang-Getriebe auf die Vorderräder. Das maximale Drehmoment von 95 Newtonmetern liegt bei 4.500 Umdrehungen an. Damit tritt der Kleine munter an. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von Tempo 170 schwimmt man auf der Autobahn im Verkehr leicht und locker mit. Für die Landstraße reicht die Kraft allemal. Jenseits von Tempo 100 wird es etwas zäher mit der Beschleunigung. Bis die Tachonadel von 80 auf 120 bei einem Zwischensprint springt, vergehen laut Opel 22,9 Sekunden.

Doch der Rüsselsheimer Hersteller schickt den Karl ja auch nicht als Rennwagen auf die Straße. Mit seinen Arbeitsgeräuschen hält sich der Dreizylinder generell erfreulich zurück. Um den von den Ingenieuren angekündigten Normverbrauch von 4,1 Litern (in Kombination mit dem Start-Stopp-System) zu erreichen, muss Frau oder Mann am Steuer allerdings den Gasfuß sehr zurückhaltend einsetzen und vorausschauend agieren.

Bei einer Mischung aus viel Stadtverkehr, ein paar Fahrten über die Landstraße und einigen schnell zurückgelegten Autobahnstücken war auf dem Bordcomputer ein Wert von 6,8 Litern abzulesen. Das ist für einen Kleinwagen schon recht beachtlich. Beachtlich im positiven Sinne hingegen sind Fahrwerk und Lenkung. Der Karl folgt kreuzbrav den Lenkanweisungen, bleibt stur in der vorgegebenen Spur und lässt sich von schlechten Straßenabschnitten oder Querrillen keineswegs aus der Ruhe bringen.

Dass nicht alle Schläge komplett weggefiltert werden, ist bei einem Auto dieser Größenordnung mit dem entsprechend kurzen Radstand kaum anders zu erwarten. Dazu kommt ein Wendekreis von 9,8 Metern. In der mittleren Ausstattungsversion Edition, die neben einer Menge Sicherheit (unter anderem zwei Isofix-Befestigungssysteme hinten) schon Tempomat, elektrische Fensterheber rundum sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung mit an Bord hat, steht der Karl mit 11.100 Euro in der Preisliste. Extras wie Klimaanlage, eine asymmetrisch teilbare Rückbank oder eine Radioanlage sind in diversen Paketen zusammengestellt. Oder man entscheidet sich gleich für das Topmodell (plus 2.500 Euro), bei dem kaum mehr Wünsche offen bleiben.

Nur eine Parkplatzgarantie kann Opel trotz der Kürze des Autos auch für diesen Preis nicht liefern.