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Brühl: Nissan Micra Tekna: Mehr als ein Kleinwagen

Brühl : Nissan Micra Tekna: Mehr als ein Kleinwagen

Was ein paar Applikationen doch ausmachen. Orangefarbene Verzierungen an Spiegel- und Radkappen, den Seitenschwellern, an Front- und Heckstoßfängern sowie den schicken Felgen - schon erntet ein kleiner Nissan Micra augenscheinlich große Aufmerksamkeit.

Und klein stimmt ja nicht mehr wirklich. Die aktuelle Generation ist im Vergleich zum Vorgänger gewachsen und zeigt sich als alltagstauglicher Cityflitzer.

Haben früher knubbelige Rundungen und weiche Linien die Karosserie Micra bestimmt, sorgt nun ein klar gezeichnetes Blechkleid für ein modernes und durchaus dynamisch wirkendes Aussehen. Gelungen zudem Designdetails wie der V-förmige Grill, von dem aus sich scharf gezogenen Kanten über die Motorhaube bis zu den Rückspiegeln ziehen, die im Fensterrahmen versteckten Griffe der hinteren Türen oder die markanten Heckleuchten, die das stark horizontal ausgelegte Heck noch breiter wirken lassen.

Der lange Radstand (2,52 Meter) schafft eine für das Segment großzügige Innenraumatmosphäre. Selbst Passagiere in der zweiten Reihe besitzen ausreichend Knie- und Kopffreiheit. Die ergonomisch geformten Fahrer- und Beifahrersitze sind gut bemessen, lassen sich individuell einstellen und sind selbst auf längeren Strecken noch bequem. Zudem gewinnt der Innenraum durch die hochwertig wirkenden Materialien. Dazu zählt die Softtouch-Oberfläche des Armaturenträgers.

Hat man sich für das Innenraum-Paket (Aufpreis: 500 Euro) entschieden, dann frischt die Farbe das Ambiente weiter auf. Während das ein nettes Extra ist, machen die übersichtliche Gestaltung des Cockpits und die leicht zum Fahrer gedrehte Mittelkonsole es leicht, Informationen mit so wenig Blickablenkung wie möglich zu erfassen. Weniger ergonomisch sind indessen die breiten C-Säulen, die die Sicht beim Blick nach hinten ziemlich beeinträchtigen.

Wirbelsäulengeplagte wird die hohe Ladekante und das tief liegende Gepäckabteil beim Verstauen von Kisten und Koffern nicht freuen. Werden die Lehnen der Rückbank (ein Drittel zu zwei Drittel geteilt) vorgeklappt, wächst das Ladevolumen von 300 Liter auf maximal 1004 Liter. Aber es entsteht eine weitere Stufe mit einer anschließend schräg ansteigenden Fläche.

Ein Schicksal, das der Micra zwar mit zahlreichen Vertretern seiner Klasse teilt. Doch bei der Liebe zum Detail und dem Sinn fürs Praktische, das die Entwickler bei der Integration von zahlreichen und gut bemessenen Ablagen im Innenraum - unter anderem eine Auswahl an unterschiedlich großen Getränkeflaschen-Fächern - an den Tag gelegt haben, wäre eine andere Lösung wohl durchaus denkbar gewesen.

Tadellos ist die gute akustische Dämmung. Motor- und Windgeräusche bleiben weitgehend außen vor. Das Fahrwerk zeigt sich gekonnt abgestimmt. Während es Schläge und Stöße auf schlechteren Wegstrecken zum großen Teil wegfiltert, erlaubt es ebenso die zügigere Fahrt durch enge Kurven. Eine hohe Karosseriesteifigkeit sowie der tiefe Schwerpunkt und die direkt ausgelegte Lenkung tragen ebenfalls zum positiven Eindruck bei.

Positiv fällt überdies das Urteil über den agilen und durchzugsstarken Dreizylinder-Turbo aus, der seine Kraft von 90 PS aus einem Hubraum von 0,9 Litern generiert. Sein maximales Drehmoment beträgt 140 Newtonmeter (Nm) bei 2250 Umdrehungen. Mit diesem Leistungsangebot soll der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 laut Datenblatt in 12,1 Sekunden machbar sein.

Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 175 Kilometern pro Stunde (km/h) erreicht. Scheinbar mühelos und ohne störende Arbeitsgeräusche kommt der Benziner auf Touren. Gönnt man sich diesen Spaß allerdings allzu häufig, dann klettert der Verbrauch auf mehr als acht Liter im Durchschnitt nach oben. Lässt man es etwas ruhiger angehen, dann liegt der Wert jedoch schnell wieder bei 6,2 Litern. Mit 4,6 Litern gibt Nissan den Normwert an.

Pluspunkte in Sachen Sicherheit sammelt der Micra schon im Basismodell. Notbremsassistent, aktive Spurkontrolle, Lichtsensor und automatische Warnblinker bei Notbremsungen gehören zur Grundausstattung. Rückfahrkamera, Fernlichtassistent, Verkehrskennzeichenerkennung und Regensensor sind indessen ebenso Teil des Tekna-Pakets wie Klimaautomatik, LED-Ambientebeleuchtung und das Navigationssystem inklusive Sieben-Zoll-Touchscreen, DAB-fähigem Radio-CD-System AUX- und USB-Eingang und Bluetooth-Schnittstelle fürs Smartphone und Audio-Streaming.

Überdies gibt es ein Audio-System von Bose, bei dem zusätzlich zu den Lautsprechern in den A-Säulen noch zwei weitere in den Kopfstützen integriert sind. Gönnt man sich dann noch den Around-View-Monitor mit Totwinkel-Assistent und Parksensoren hinten (500 Euro), Start-Stopp-Automatik (200 Euro) sowie Metalliclackierung (510 Euro) und das schicke Außendesign-Paket (500 Euro), dann stehen am Ende 22.100 Euro auf der Rechnung. Der Nissan Micra ist eben ein wenig mehr als nur ein Kleinwagen. Sabine Neumann

(amv)