Stuttgart: Neuvorstellung: Smart jetzt auch für Vier

Stuttgart: Neuvorstellung: Smart jetzt auch für Vier

Das Konzept lautete, Konzentration auf das Wesentliche („reduced to the max“). So feierte vor 15 Jahren der Smart seine Weltpremiere. Seither gab es bei dem City-Floh nur moderate Veränderungen oder Sondermodelle. Jetzt jedoch rollt die nächste Generation an den Start.

Die wichtigsten Neuheiten: Es gibt ein handgeschaltetes Fünfgang-Getriebe, ein neues Automatik-Getriebe und 60 PS, 71 PS oder 90 PS. Und eine viertürige Variante wurde reanimiert, der Forfour. Augenfälligstes Merkmal beider ist eine unübersehbare Knubbelschnauze, ein Tribut an gestiegenen Fußgängerschutz.

Der 3,49 Meter lange Forfour bietet erstaunlich viel Platz sowohl vorne als auch hinten. Das liegt an der Breite, die wie beim Zweisitzer um zehn Zentimeter auf 1,66 Meter zugelegt hat. Praktisch die Option (250 Euro), das hintere Sitzkissen mit einer Handbewegung komplett umzuklappen, um so bei Bedarf mehr Laderaum zu schaffen.

Da sich die hinteren Türen mit einem Winkel bis zu 85 Grad öffnen lassen, fällt das Einladen wie das Einsteigen leicht. Der Innenraum des Smart ist in zwei Farben gehalten. Einige Flächen sind mit Stoff bespannt. Das gesamte Arrangement macht einen modernen und schicken Eindruck. Moderne Konnektivität wird per Touchscreen möglich. Weniger gelungen ist die Anordnung der Schalter für die auf Wunsch zu habenden Assistenzsysteme. Sie liegen vor dem linken Knie und sind nur fühl-, aber so gut wie nicht sichtbar.

Das natürliche Habitat des Smart ist die Stadt und dort spielt er seine Handlichkeit aus. Schon der Forfour erreicht mit einem Wendekreis von 8,65 Metern (Bordstein zu Bordstein) fast die Werte des alten Smart. Der neue Zweisitzer aber ist in dieser Hinsicht der Knaller. 6,95 Meter (Bordstein zu Bordstein) bedeuten, dass der Kleine auf kleinstem Raum förmlich kreiseln kann. Deutlich besser geworden als beim Vorgänger ist zudem das Fahrwerk. Hier stuckert nun nichts mehr. Selbst schlechte Straßenabschnitte werden überraschend geschmeidig überwunden.

Im Heck, an gewohnter Stelle, arbeitet der ebenfalls neu entwickelte Dreizylinder-Motor. In Kooperation mit Renault gebaut, leistet die ab Januar kommenden Jahres lieferbare Basisversion 60 PS. Zum jetzigen Verkaufsstart hat man die Wahl zwischen der 71 PS starken Saugmotor-Variante oder dem 90 PS leistenden Turbomotor. Der macht im nur rund 900 Kilogramm leichten Smart Fortwo naturgemäß mehr Spaß als die etwas schwächere Ausführung.

Beide aktuellen Aggregate sorgen in Verbindung mit einem erstmals im Smart eingesetzten Fünfgang-Schaltgetriebe (Aufpreis Doppelkupplungsgetriebe: 1000 Euro) für ordentlichen Antritt, haben aber in Sachen Laufruhe noch Potenzial nach oben. Zudem sind die auf ersten kurzen Fahrten ermittelten Verbrauchwerte recht hoch, 7,3 für den Turbo und nicht unter 8,5 für den Sauger.

Letzterer steht als Fortwo ab 10.895 Euro und als Forfour ab 11.555 Euro (Turbo: jeweils etwa 900 Euro mehr) in der Preisliste. Soll der Cityflitzer noch ein wenig aufgepeppt werden - selbst ein Radio kostet extra - kommt mit den entsprechenden Ausstattungslinien und Extras - und danach schreit der Smart förmlich - schnell noch der eine oder andere Tausender hinzu. Aber das war ja auch zuvor schon der Fall.

(amv)
Mehr von Aachener Nachrichten