Kronberg: Neuvorstellung: Jaguar steigt mit dem E-Pace in das Segment der Kompakt-SUVs ein

Kronberg : Neuvorstellung: Jaguar steigt mit dem E-Pace in das Segment der Kompakt-SUVs ein

Jetzt steigt Jaguar auch in das Segment der Kompakt-SUV ein. Mit dem E-Pace bietet der englische Premium-Hersteller einen 4,40 Meter langen Geländegänger an, der sich schon optisch deutlich vom 33 Zentimeter längeren F-Pace abhebt. Der Neuling baut auf der Architektur des Range Rover Evoque auf.

Der E-Pace steht geduckt auf der Straße, zeigt sich im Gesicht mit an den Sportwagen F-Type erinnernden Scheinwerfern, einem muskulös geformten Heck und einem fast coupéhaft geschnittenen Dach.

„Wir wollten bewusst nicht den kleinen Bruder des F-Pace auf die Straße bringen“, erläutert Chefdesigner Ian Callum die Formgebung des Autos, das sich gegen Audi Q3, Volvo XC40, BMW X2 oder Mercedes GLA durchsetzen soll.

Preislich spielt der E-Pace auf alle Fälle mit in der Premium-Liga. Die Einstiegsversion mit einem Zweiliter-Diesel (150 PS), Frontantrieb sowie Sechsgang-Getriebe kostet 34.950 Euro. Zwei weitere Selbstzünder mit diesem Hubraum (180 PS/240 PS) sowie zwei Zweiliter-Benziner (249 PS/300 PS) runden das Angebot ab. Allradantrieb und Neunstufen-Automatik gibt es je nach Motorisierung gegen Aufpreis oder in Serie.

Bei ersten Fahreindrücken zeigten sich die beiden Spitzentriebwerken - jeweils in der höchsten Ausstattungsstufe und die 60.000-Euro-Marke übertreffend - als ausgesprochen agil und fahrdynamisch. Beide Aggregate hängen gut am Gas, reagieren - vor allem im Dynamik-Modus (es gibt auch Eco und Komfort) - recht spontan auf Leistungsabrufe, ziehen kraftvoll durch und besitzen bei höheren Drehzahlen eine kernigen Sound. Fordert man die volle Leistung, weist der Bordcomputer pro 100 Kilometer 13,5 Liter beim Benziner (Normverbrauch 8,0) und 10,2 Liter beim Diesel (6,2 Liter laut Norm) aus.

Fahrwerk und Lenkung lassen richtig schnelle Kurvenfahrten zu, ohne dass der Fahrer am Steuer vor irgendwelche Probleme gestellt würde. Die Spurtreue ist schlichtweg klasse. Erstaunlich zudem, was der E-Pace im Gelände kann. Wenngleich erfahrungsgemäß die wenigsten Besitzer jemals einen Ausflug in solches Terrain unternehmen, wenn es sein muss, meistert der Wagen mit seiner Allradtechnik selbst anspruchsvolle Streckenabschnitte.

Kaum Kritik gibt es am Platzangebot für Insassen und Gepäck (Kofferraumvolumen 577 bis 1568 Liter/niedrige Ladekante, fast ebene Ladefläche). Vor allem im Fond können es sich zwei Mitfahrer bequem machen und verfügen dabei über reichlich Beinfreiheit. Vorn indessen erstreckt sich vor den beiden Sitzen ein extrem voluminöser Armaturenträger, der auf der Beifahrerseite weit nach unten reicht, dadurch ein Gefühl der Enge verbreitet. Fahrer, die nahe am Lenkrad sitzen, stoßen mit rechten Knie an eine ungepolsterte Mittelkonsole.

Ein etwas weicheres Material in diesem Bereich wäre wünschenswert. Apropos Material. Bei einem Hersteller mit Premiumanspruch ist der Einsatz von auf Aluminiumoptik eingefärbtem Kunststoff schwer zu verstehen. Vor allem, da es beispielsweise bei dem größeren Bauteil rund um Schalt- beziehungsweise Automatikwählhebel auf Anhieb zu identifizieren ist. Ähnliches gilt für die Verzierungen in den Türen oder die Paddels am Lenkrad.

Jaguar hat erst spät für sich das Segment der Kompakt-SUV entdeckt, allerdings erfolgreich. Der größere F-Pace kommt mittlerweile auf 42 Prozent aller Jaguar-Neuzulassungen hierzulande. Da scheint der Erfolg des kleineren und günstigeren E-Pace schier vorprogrammiert.

(amv)