Neuvorstellung des Mazda MX-5

Update für ein Roadster-Urgestein : Neuvorstellung: Update für den Mazda MX-5

Der Mazda MX-5 ist ein Roadster-Urgestein. Auch nach 30 Jahren rollt der Zweisitzer noch in der Erfolgsspur. Jetzt ist das Spaßauto stärker und sauberer geworden. In Deutschland besitzt der kleine Roadster eine große Fangemeinde. Von den seit 1998 knapp 350.000 verkauften Einheiten in Europa - weltweit knackte der Roadster in dem Zeitraum die Millionenmarke - wurden mehr als 130.000 auf dem hiesigen Markt abgesetzt.

Die Nachfrage nach der aktuell vierten Generation kann sich ebenfalls sehen lassen. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres konnten Mazda-Händler in Deutschland bereits 3300 Fahrzeuge in Kundenhand übergeben. Zum neuen Modelljahr hat der japanische Hersteller seiner Ikone ein Update verpasst. Das beinhaltet optisch so gut wie keine Veränderungen und bringt auch keine Preiserhöhung mit sich. Wie schon bei der Markteinführung 2015 kostet der schon werkseitig umfangreich unter anderem mit Klimaanlage, Audio-System, Sieben-Zoll-Infobildschirm, LED-Scheinwerfern und 16-Zoll-Alurädern ausgestattete Zweisitzer mit dem von Hand zu öffnenden Stoffdach und der Einstiegsmotorisierung (132 PS) attraktive 22.900 Euro. Dafür legt die Leistung des Basisaggregats zwar im Vergleich zu vorher lediglich um einziges PS zu. Weitaus entscheidender aber ist, dass es die Ingenieure mit innermotorischen Maßnahmen geschafft haben, die Anforderungen der strengen Abgasnorm Euro 6d-Temp zu erfüllen, ohne dafür einen Partikelfilter installieren zu müssen.

Der 1,5-Liter-Sauger, der laut Norm mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,3 Litern auskommen soll, ist allerdings alles andere als ein Temperamentsbolzen. Wer es jedoch gerne etwas ruhiger angehen lässt, lediglich das Cruisen unter freiem Himmel genießen will, der ist mit dieser Variante durchaus gut bedient. Die Übertragung der Kraft erfolgt über eine knackige Sechsgang-Schaltung auf die Hinterräder. Dies bietet ebenfalls der Zweiliter-Sauger, der mit einem Leergewicht ohne Fahrer von 1.030 Kilogramm (986 Kilogramm sind es beim Basismotor) eher ein Hungerhaken ist. Das spürbare Leistungsplus, das die Techniker dem stärkeren MX-5 verabreicht haben, macht ihn aber stattdessen zum wahren Kraftmeier.

Mit 184 PS sind es nun 24 PS mehr als vor der Modifikation. Damit mutiert der Zweisitzer, der ab der zweithöchsten Ausstattungsvariante zu haben ist und dann 27.790 Euro kostet, zu einem echten Spaßmobil. Antritt und Durchzug begeistern - vor allem bei höheren Touren, die von 6.800 auf 7.500 Umdrehungen pro Minute gesteigert werden konnten.

Geht es ambitioniert etwa auf kurvenreiche Bergstrecken, kommt Fahrfreude pur auf. Wenn sich zur Leistungsentfaltung noch der unverfälschte Sound des Motors gesellt, dürften Autofans das Grinsen kaum noch aus dem Gesicht bekommen. Das bestens abgestimmte Fahrwerk - sportlich-straff, aber noch ausreichend komfortabel - und die direkt reagierende Lenkung tragen nachhaltig dazu bei. Und wer mag, kann sogar das ESP ausschalten. Dann hängt der MX-5 bei der wilden Hatz durch die Serpentinen noch dynamischer am Gas.

Für beide Motorvarianten bietet Mazda außer dem Stoffverdeck eine Version mit faltbarem Hardtop (Aufpreis 2600 Euro) mit dem Namen RF an. Die ist nur unwesentlich schwerer, vermittelt bei geschlossenem Dach aber ein wenig mehr Stabilität und ist ganzjahrestauglicher. Der RF ist wahlweise auch mit einer Sechsgang-Automatik statt des Sechsgang-Schaltgetriebes zu haben. Die Ursprünglichkeit eines Roadsters aber geht mit der komfortablen Haube schon ein wenig verloren.

Zur Markteinführung am 14. September bekommt der MX-5 außer den modifizierten Motoren neu lackierte Aluräder, endlich die Möglichkeit, das Lenkrad nicht mehr nur hoch und runter, sondern ebenso in der Längsrichtung (um drei Zentimeter) zu verstellen. Optional ist zum Preis von 650 Euro für die Sportsline-Version, die zu mehr als 70 Prozent von den Kunden gewählt wird, ein i-Activesense-Paket zu haben. Es beinhaltet ein City-Notbremsassistenten, der beim Vorwärtsfahren bis Tempo 80, beim Rückwärtsfahren bis Tempo acht aktiv ist, eine Rückfahrkamera, eine kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung sowie einen Müdigkeitswarner. Außerdem können Kunden nun für Apple Carplay oder Android Auto zum Preis von 300 Euro ordern.

Geblieben sind im neuen Modelljahr indessen der etwas beengte Platz im Fußraum auf der Beifahrerseite und der ergonomisch unglückliche platzierte Drehregler auf der Mittelkonsole. Diese kleinen Schwächen seien dem MX-5 angesichts der Menge an Fahrspaß, die er bietet, aber verziehen.

(amv)