Nach der Fahrpause: So gelingt die Rückkehr hinters Steuer

Berlin : Nach der Fahrpause: So gelingt die Rückkehr hinters Steuer

Es gibt viele Gründe, weshalb jemand lange nicht mehr hinter dem Steuer saß: Während des Studiums war kein Geld für ein eigenes Auto vorhanden, nach dem Umzug in die Großstadt waren die öffentlichen Verkehrsmittel deutlich günstiger und zudem die umweltfreundlichere Alternative.

Oder man ist überwiegend Beifahrer, weil hauptsächlich der Partner oder die Partnerin fährt. Wer sich dann nach Jahren der Fahrpause wieder auf den Fahrersitz begibt, hat mitunter das Gefühl, sämtliche Verkehrsregeln vergessen zu haben. Zumindest aber ist die Routine im Straßenverkehr abhandengekommen.

Fahrvermögen realistisch einschätzen

Es ist keinesfalls zu empfehlen, sich nach einer längeren Fahrpause sofort wieder in den Großstadtverkehr zu stürzen. In solch einem Fall ist es wesentlich besser, zunächst auf einem leeren Grundstück zu üben oder auf einer wenig befahrenen Seitenstraße wieder ein Gefühl für das Fahrzeug zu bekommen. Sinnvoll ist es, in Begleitung zu fahren, um das eigene Fahrvermögen kritisch beurteilen zu lassen.

Fahrpraxis auffrischen

Um die Verkehrsregeln in der Praxis aufzufrischen, helfen ein paar Stunden auf dem Verkehrsübungsplatz. Wer sich am Steuer wieder wohlfühlt, aber noch mehr Sicherheit gewinnen möchte, kann an entsprechenden Driving Events teilnehmen. Die Fahrtrainings von Mercedes werden von erfahrenen Instruktoren geleitet. Die Teilnehmer lernen in entspannter Eventatmosphäre, wie sie beim Autofahren selbst extreme Situationen bewältigen.

Die erste Fahrt

Für die erste Fahrt kann es hilfreich sein, erst einmal in einen kleineren Wagen zu steigen und seine Mitfahrer mit Bedacht auszuwählen. Schließlich möchte man nicht neben jemandem sitzen, der einen noch nervöser macht. Entweder man entscheidet sich für einen geduldigen und ruhigen Mitfahrer - oder man fährt ganz alleine los. Es erhöht zudem die Sicherheit, wenn man sich mit den Funktionen des Wagens in Ruhe vertraut macht, bevor man sich in den Straßenverkehr einfädelt.

Wann sind Fahrstunden nötig?

Wer sich trotz guter Vorbereitung immer noch zu unsicher fühlt, um am Straßenverkehr teilzunehmen, kann in einer Fahrschule einen Auffrischungskurs besuchen oder eine Nachschulung machen. Hierbei prüft der Fahrschullehrer zunächst das theoretische und praktische Wissen des Wiedereinsteigers und schätzt dann ein, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang eine Nachschulung erforderlich ist. Die Kosten belaufen sich je nach Kursdauer auf 250 bis 1.000 Euro.

Nur nervös? Diese Tipps helfen

Manchmal tritt der Fall ein, dass der Fahrer zwar durchaus fit in der Fahrtheorie und -praxis ist, aber trotzdem Angst davor hat, sich wieder ans Steuer zu setzen. Er ist schlicht zu nervös, um sich voll auf den Verkehr konzentrieren zu können. Ein wenig Nervosität ist nicht schlimm, denn sie macht aufmerksam und umsichtig. Wird die Angst aber so groß, dass körperliche Symptome wie hektische Atmung, ein erhöhter Puls oder Schweißausbrüche auftreten, sollte man sich besser nicht hinters Steuer setzen.

Im Zweifelsfall können Entspannungsübungen helfen. Der Autor Holger Walther stellt in seinem Ratgeber "Ohne Angst am Steuer" verschiedene Techniken vor. Eine davon ist die Atem-Zähl-Übung, bei der der Fahrer ganz bewusst ein- und ausatmet und seine Atemzüge bis zu einer festgelegten Zahl mitzählt. Wer diese Übungen mindestens zwei Minuten lang durchführt, sollte sich bereits deutlich entspannter fühlen. Auch progressive Muskelentspannung kann helfen.

(rd)
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