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Was es zu beachten gilt: Motorradhelm nicht übereilt kaufen

Was es zu beachten gilt : Motorradhelm nicht übereilt kaufen

Biker sollten ihren Schutzhelm nach fünf bis sechs Jahren durch einen neuen ersetzen. Das gilt selbst dann, wenn am Helm keine äußerlichen Mängel oder Beschädigungen erkennbar sind.

Den Grund für diese Empfehlung nennt Karsten Graef von TÜV Süd in München: „Mit der Zeit verliert jeder Helm einen Teil seiner Schutzwirkung, weil seine aus thermoplastischen Materialien wie Polycarbonat und Polyamid bestehenden Schalen insbesondere bei häufiger Verwendung einem Alterungsprozess unterliegen.“ Zudem führt der Gebrauch dazu, dass die Polster nach einer gewissen Zeit zu sehr nachgeben und keinen optimalen Schutz mehr bieten. Ein neuer Helm bietet zudem den Vorteil, dass der Motorradfahrer damit wieder die neueste Helmtechnik nutzt, die bei einem Sturz oder Unfall bestmögliche Sicherheit bietet. „Auf jeden Fall austauschen muss man den Helm nach einem Unfall, selbst wenn auf den ersten Blick keine äußerlichen Beschädigungen zu sehen sind“, rät Graef.

„Für die Neuanschaffung sollte man sich als Motorradfahrer unbedingt Zeit nehmen“, empfiehlt Graef. Ein Helm muss zwar fest sitzen, soll aber nicht drücken. „Druckstellen und Windgeräusche bemerkt man am besten bei einer ausgiebigen Probefahrt“, schildert der TÜV Süd-Fachmann seine Erfahrungen. Zu einem festen Halt des Helms gehöre auch, dass er sich bei geschlossenem Kinnriemen nicht abstreifen lasse.

„Sparen Sie nicht beim Helm“, legt Graef Motorradfahrern ans Herz: „Er ist eine Lebensversicherung und sollte deshalb sorgfältig ausgewählt werden.“ Biker müssen laut Straßenverkehrsordnung (§ 21a Abs. 2) einen „geeigneten Schutzhelm“ tragen. „Geeignet“ weist daraufhin, dass der Motorradhelm mit UNECE-Zulassung keine Pflicht ist. Es genügt ein „angemessener“ Schutzhelm, wie etwa ein nostalgischer Helm, der in der Regel nicht UNECE-konform ist. Doch von solchen hält Graef nichts. „Achten Sie darauf, dass der Helm die UNECE-Regelung 22.05 erfüllt. Meist findet sich ein Hinweis auf einem Einnäher im Helmfutter oder am Kinnriemen.“

Zur Anprobe sollte man den Helm mindestens zehn Minuten auf dem Kopf behalten, um zu prüfen, ob die Größe und die Passform stimmen. Auf eventuelle Druckstellen achten. Das Kinn sollte nicht den Kinnschutz des Motorradhelms berühren, die Stirn nicht unangenehm stark gegen das Polster drücken. Ein weiteres Kriterium: Sind Komfortfunktionen wie Sonnenblende, Belüftungen und Helmschloss einfach und problemlos, auch mit Handschuhen, zu bedienen? „Ebenfalls auf das Gewicht sollte man achten“, rät Graef, „neben dem Tragekomfort beeinflusst es bei einem Aufprall auch die Belastung der Halswirbelsäule.“ Schließlich gilt es per Probefahrt zu klären, ob der Helm nicht zu stark von Geräuschen und Signalen abkapselt und ob er mit den Strömungsverhältnissen des Motorrads harmoniert.

(nom)