Fahrbericht: Mitsubishi Eclipse Top 2,2 DI-D und der Mut zum Diesel

Fahrbericht : Mitsubishi Eclipse Top 2,2 DI-D und der Mut zum Diesel

Die Linienführungen sind mutig, das Styling gefällig, besonders das Heck hebt den Mitsubishi Eclipse Top mit seiner hohen Lichtleiste angenehm von den allgegenwärtigen Konkurrenten ab.

Das kompakte Coupé-SUV besitzt einen 2,2-Liter-Diesel (148 PS). Für den Einsatz im Eclipse Cross wurde der Selbstzünder - bekannt vom Outlander - mit SCR-Katalysator und Ad-Blue-Einspritzung auf den Stand der Technik gehievt (Euro-6-temp). Mitsubishi beweist Mut zum Diesel.

Der Turbodiesel erweist sich als ein angenehmer Geselle, entwickelt ein maximales Drehmoment von 388 Newtonmeter (Nm) bei 2000 U/min und beschleunigt nach einer kleinen Antrittsschwäche bis zu 193 Kilometer pro Stunde (km/h). Gekoppelt ist der Selbstzünder mit einer sanft schaltenden Achtgang-Automatik sowie einem relativ aufwendigen Allradantrieb. Eine insgesamt gelungene Kombination, der Eclipse gibt gerne den entspannten Gleiter, setzt sich bei Bedarf aber durchaus nachdrücklich in Bewegung.

11,7 Sekunden für den 100er-Sprint und maximal 193 Kilometer pro Stunden (km/h) weist das Datenblatt aus. Laut WLTP-Normzyklus liegt der Durchschnittsverbrauch bei 6,9 Liter (CO2-Ausstoß: 183 Gramm). Im automobilen Alltag zeigte der Bordcomputer 7,8 Liter an. Interessant für alle Gespannfahrer: der Eclipse Cross darf als Zugfahrzeug maximal 2000 Kilogramm (gebremst) an den Haken nehmen.

Innen blickt man auf ein modern gestaltetes Cockpit samt Head-up-Display, das einen gewissen Schick besitzt. Es gibt Soft- und Hochglanz-Oberflächen, Ledersitze und Applikationen in Metalloptik sowie einen großen Touchscreen für das Multimedia-System. Dabei hat man die Wahl, mit installiertem Navi zu agieren oder aber die Routenführung wird per Android Auto oder Apple Carplay angeschlossenem Smartphone beigesteuert. Die erhöhte Sitzposition ist angenehm, der Blick über das Verkehrsgeschehen günstig. Während man das hintere Fahrzeugende einigermaßen abschätzen kann, fällt es vorne nicht leicht, weil sich das vordere Ende der Motorhaube dem Fahrerblick entzieht.

Im Innenspiegel ist die Sicht nach hinten mäßig, denn die Heckscheibe ist recht klein und wird zusätzlich von einem horizontalen Balken (Spoiler am Heck) durchzogen. Der hohe Heckabschluss führt dazu, dass man bodennahe Hindernisse hinter dem Auto sehr schlecht erkennen kann. Die in der TOP-Ausstattung serienmäßige Rückfahrkamera ist folglich sehr hilfreich. Ebenso serienmäßig liefert Mitsubishi in dieser Ausstattungsversion eine 360-Grad-Umgebungskamera sowie Parksensoren vorn und hinten samt diversen Fahr- und Assistenzsystemen - etwa eine adaptive Tempoautomatik oder ein Auffahrwarnsystem mit Fußgängererkennung - mit.

Wenn der Fahrer sich orientiert hat, wo welche Tasten und welche Funktionen zu finden sind, dann ist der Eclipse Cross prinzipiell ein gut bedienbares Auto. Für die Klimaanlage gibt es ein eigenes Bedienteil, in dem die gewählten Einstellungen dauerhaft ausgewiesen werden. Das Kombiinstrument besteht aus zwei klassischen Rundinstrumenten mit einem farbigen Display dazwischen, auf dem alle nötigen und interessanten Zusatzinformationen angezeigt werden.

Optisch hebt sich der Eclipse wohltuend von Konkurrenzmodellen ab. Trotz des nach hinten abfallendem Dachs bieten sich im Fond noch reichlich Kopf- und Beinfreiheit. Allerdings müssen Großgewachsene beim Einstieg den Kopf leicht einziehen. Der Laderaum fasst je nach Sitzkonfiguration zwischen 378 und 485 Liter Stauvolumen und lässt sich mittels einer asymmetrisch geteilt umklappbaren Rücksitzlehne (Verhältnis 60:40) auf bis zu 1159 Liter vergrößern. Nicht so gelungen erweist sich die hohe Ladekante. Sie liegt 78 Zentimeter über der Straße, mithin muss Gepäck hochgehievt werden. Das Ausladen geht leichter, die Stufe innen ist nur 6,5 Zentimeter hoch.

Das Super All Wheel Control genannte 4x4-System ist mit einer Fahrdynamikregelung ausgelegt. Je nach Fahrsituation und Fahrbahnzustand wird dabei die Kraft nicht nur zwischen Vorder- und Hinterachse variiert, sondern ebenso das Kurvenverhalten bei Bedarf über radselektive Bremseingriffe situationsgerecht korrigiert. Über einen „Drive Mode“-Schalter kann der Fahrer zwischen drei Fahrprogrammen wählen: AUTO für normale Fahrbedingungen, SNOW für erschwerte Verhältnisse auf rutschigem oder schneebedecktem Untergrund und GRAVEL für unbefestigtes Terrain. Grundsätzlich zeigt der Eclipse Fahreigenschaften, die in Richtung Komfort tendieren und sich unnötige sportlich straffe Attitüden verkneift.

Mitsubishi verlangt für den modernen Diesel Preise ab 31.590 Euro. Die Top-Variante steht mit 37.290 Euro in der Preisliste, gegen Aufpreis gibt es dann nur noch vier Optionen, beispielsweise ein Panorama-Glasschiebedach (1000 Euro). Der 163 PS starke 1,5-Liter-Benziner bleibt im Portefeuille, aber Kolja Rebstock, Geschäftsführer Mitsubishi Deutschland, zeigt sich überzeugt, dass der Diesel trotz aller Diskussionen goutiert werden wird: „Vor allem in ländlichen Gebieten wollen die Menschen aufgrund der größeren Entfernungen weiter Diesel fahren.“

(amv)
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