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Neue Technik: Mit Section-Control gegen Temposünder

Neue Technik : Mit Section-Control gegen Temposünder

Auf der Bundesstraße 6 zwischen Laatzen und Gleidingen ist die bundesweit erste, so genannte Sec­tion-Control-Anlage in Betrieb gegangen. Auf einem als Unfallschwerpunkt bezeichneten Streckenabschnitt von rund 2,2 Kilometern wird ab sofort die Geschwindigkeit von Autos oder etwas Motorrädern permanent gemessen.

Erlaubt sind dort 100 Kilometer pro Stunde (km/h). Ähnliche Tempokontrollen sind im benachbarten Ausland schon länger üblich; etwa auf dem Wiener Ring oder im neuen Tunnel, der Maastricht unterquert. Zwischen Laatzen und Gleidingen ist die Anlage in Fahrtrichtung Hannover aufgestellt.

Bei einer Section-Control-Anlage wird beim Ein- und Ausfahren des Streckenabschnitts das Kennzeichen jedes Fahrzeugs verpixelt fotografiert und die Geschwindigkeit gemessen. Ein Spurwechsel ist dabei unerheblich. Aus der zurückgelegten Zeit und der geeichten Strecke wird die Durchschnittsgeschwindigkeit berechnet. Ist diese zu hoch, wird - wie bei punktuellen Radarfallen - ein Foto von Fahrzeug und Fahrer gespeichert und der Verstoß geahndet. Hat der Fahrer die vorgeschriebene Geschwindigkeit eingehalten, werden die verpixelten Fotos der Kennzeichen umgehend gelöscht, so die Polizei. Die Grenzen sowie die Toleranz zur Überschreitung der Geschwindigkeit liegen im gleichen Bereich wie bei gewöhnlichen Blitzern.

Ursprünglich sollte die Anlage bereits vor drei Jahren in Betrieb gehen: Bedenken beim Datenschutz sowie eine lange Sicherheitsprüfung sorgten für die Verzögerung. Unverändert kritisch sehen beispielsweise die Piraten die neue Technik. Eine verdachtslose Massenerfassung unbescholtener Autofahrer sei inakzeptabel, heißt es in einer Mitteilung.

Ab dem 14. Januar werden Temposünder angezeigt. Bis dahin werden technische Abläufe geprüft. Das Pilotprojekt endet am 30. Juni 2020. Für einen anschließenden Regelbetrieb ist noch eine Gesetzesänderung nötig. Aus anderen Bundesländern gebe es bereits Anfragen, so Uwe Urban, Projektleiter bei der Jenoptik Robot GmbH, die die Anlage gebaut hat. Die Kosten für das Projekt - knapp eine halbe Million Euro - trägt die Polizei Niedersachsen.

(amv)