Neuvorstellung des achten Golf: Mit neuer Technik und alten Tugenden

Neuvorstellung des achten Golf : Mit neuer Technik und alten Tugenden

Die achte Generation des Golf rollt an und präsentiert sich mit digitalem Cockpit, elektrifizierten Antrieben und alten Tugenden wie die angenehmen Fahreigenschaften. Optisch deutlich vom Vorgänger zu unterscheiden, macht der VW-Bestseller technisch ein enormen Sprung nach vorn.

Der neue Golf, Einstiegspreis 19.990 Euro für den 1,0 TSI mit 90 PS, hat zwar mit einer Länge von 4,28 Metern, einer Breite von 1,79 Metern und einer Höhe von 1,46 Metern seine kompakten Maße behalten. Doch ansonsten wurde so gut wie jedes Teil der Karosserie neu geformt. So ist die Front mit den schmal gezeichneten serienmäßigen LED-Scheinwerfern sowie dem weit nach außen gezogenen und dort ansteigenden Lufteinlass deutlich flacher als bislang. Über die Motorhaube ziehen sich auf beiden Seiten scharf gezogene Powerdomes. Damit werden die muskulösen Radhäuser zusätzlich betont. In der Seitenansicht fallen die hohe Schulterlinie und das nach hinten abfallende Dach (zwei Zentimeter tiefer als beim Golf 7) auf. Die charakteristische C-Säule ist geblieben, fällt jetzt aber ein wenig schmaler aus.

Einen weitaus größeren Sprung in die Moderne haben die Designer indessen im Innenraum des Millionensellers vollzogen. Hier ist vor allem die Gestaltung des Armaturenträgers zu nennen. Vor dem Fahrer liegen nicht nur ein Multifunktionslenkrad, sondern auch digitale Instrumente mit einem 10,25 Zoll großen Display. Gestochen scharf werden sämtliche Infos dargestellt.

Das Licht sowie die Heizung der Front- und Heckscheibe werden über ein hoch angeordnetes, digitales Tastenfeld links von den Instrumenten bedient. Übergangslos und auf der gleichen Blickachse schließt sich rechts der Touchscreen (8,25 Zoll) für das serienmäßige Infotainmentsystem an. Ganz neu dabei der Einsatz so genannter Touchslider. Dabei werden beispielsweise Lautstärke oder die serienmäßige Klimaautomatik über das Wischen mit einem Finger in einer feinen Rinne geregelt. Diese Vertiefung direkt vor dem Display ist leicht zu ertasten, lenkt dementsprechend bei der Bedienung kaum ab.

Dass sich ein Golf gut fährt, ist seit jeher bekannt. Doch die achte Generation hat gerade in diesem Bereich nochmals enorm zugelegt, wie erste Fahreindrücke zeigen. Das Fahrwerk des generell als Viertürer angebotenen Kompakten wurde komplett neu entwickelt. Der Wagen folgt jetzt noch präziser den Lenkanweisungen, bleibt exakter in der vorgegebenen Spur. Zu einem Untersteuern kommt es selbst bei wirklich flotter Kurvenfahrt nicht. Alles in allem liegt das Auto schlichtweg stabiler auf der Straße.

Zum Marktstart stehen fünf Vierzylinder zur Wahl, darunter zwei 2,0-Liter-Diesel mit 115 und 150 PS, letzterer immer mit DSG. Die Selbstzünder arbeiten mit einer zweifachen AdBlue-Einspritzung, was die Stickstoff-Emissionen um 80 Prozent reduzieren soll.

Zudem gibt es Benziner mit 1,5-Liter Hubraum (130 PS/150 PS), jeweils mit Sechsgang-Schaltgetriebe. Beide Treibwerke hängen klasse am Gas, geben sich antritts- und durchzugsstark. Immer mit DSG kommen die Mildhybride, die unter der Bezeichnung eTSI firmieren. Den Anfang macht die 150 PS-Version. Später folgen die Varianten mit 110 PS und 130 PS. VW beziffert die Verbrauchsreduzierung im Vergleich zum jeweiligen Aggregat ohne Hybrid-Unterstützung mit etwa zehn Prozent. Im nächsten Jahr wird das Angebot erweitert um zwei Plug-in-Hybride (204 PS/245 PS - elektrische Reichweite etwa 60 Kilometer), den Basisbenzinern und den sportlichen GTD-, GTI- sowie R-Modellen. Auch eine Erdgas-Variante wird es wieder geben.

In Sachen Ausstattung führt VW neue Bezeichnungen - Golf, Life, Style und R-Line - ein. Serienmäßig sind der Spurhalteassistent sowie ein Umfeldbeobachtungssystem - inklusive City-Notbremsfunktion, Fußgänger- und Radfahrererkennung sowie neuer Ausweichunterstützung und neuem Abbiegeassistent vorhanden. Außer einer Vielzahl von weiteren Assistenzsystemen kann auf der Bestellliste auch ein so genanntes Windshield-Head-up-Display angekreuzt werden. Windshield steht für ein Head-up-Display, bei dem die Informationen direkt in die Windschutzscheibe projiziert werden und virtuell vor dem Fahrer schweben.

Wer sich nicht gleich entscheiden mag, kann unter anderem die automatische Distanzkontrolle „ACC“, den Fernlichtassistenten „Light Assist“, die Navigation, „App-Connect“ (Smartphone-Apps einbinden), „Wireless App-Connect“ (kabellos iPhones-Apps einbinden), ein WLAN-Hotspot und die online-basierte Sprachbedienung (einfache Befehle) nachträglich aktivieren lassen. Die Digitalisierung des Fahrzeugs bietet zudem die Möglichkeit, dass jeder Fahrer den Wagen auf seinen ganz eigenen Geschmack abstimmt. Diese personalisierten Einstellungen können im Wagen und via Cloud gespeichert werden, um sie entweder nach einem Fahrer- oder einem Fahrzeugwechsel wieder abzurufen. Wer möchte, kann seinen Golf mit dem Smartphone öffnen und starten und über eine App einen digitalen Schlüssel an Dritte übergeben.

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