München: Mit Hochdruck dem Winter Beine machen

München : Mit Hochdruck dem Winter Beine machen

Der Winter hat seine Spuren am Auto hinterlassen. „Wurde das Fahrzeug in den vergangenen Monaten nicht oder selten gereinigt, sollte ein umfangreiches Waschprogramm gefahren werden, sonst bleiben Schmutz- und Salzrückstände am Auto haften. Bei manchen Waschstraßen wird eine Vorreinigung angeboten. Die sollte man unbedingt nutzen“, rät Eberhard Lang von TÜV Süd in München.

Wer selbst Hand anlegt und mit einem Hochdruckreiniger zu Werke geht, sollte vorsichtig sein. Der Reifengummi könnte verletzt werden. Schonender ist es, die Räder mit einem speziellen Reiniger und Bürste in echter Handarbeit wieder auf Hochglanz zu bringen.

Wer partout nicht auf den Hochdruckreiniger verzichten will, sollte mindestens einen Abstand von zwei Metern einhalten und ihn im Bereich der Reifen so kurz wie möglich einsetzen, denn der Druck wird umso höher, je näher man mit der Lanze herangeht. Bei hartnäckigen Verschmutzungen macht es Sinn, den betreffenden Stellen eine Vorwäsche zu spendieren, damit sie sich beim Waschgang mit der Sprühlanze leichter lösen.

Dem Lack macht die Reinigung mit dem Hochdruckgerät in der Regel wenig aus. Hier ist ein Mindestabstand von etwa einem halben Meter die richtige Arbeitsdistanz. „Erhöhte Obacht heißt es auch bei Oldtimern und Cabrioverdecken“, mahnt Lang: „Hier ist ebenfalls Handarbeit die bessere Lösung und bevor man mit dem Cabrio in eine Waschanlage einfährt, sollte man sich beim Betreiber erkundigen, ob der Waschroboter für Textildächer ausgelegt ist.“

Eine Unterbodenwäsche empfiehlt sich als weiterer Bestandteil des frühjährlichen Pflegeprogramms, denn nur so lassen sich frühzeitig Rostnester an schwer zugänglichen und steinschlaggefährdeten Stellen aufspüren.

„Nach einer Maschinenwäsche sofort einen Rundgang um das Fahrzeug machen, denn wenn in der Waschstraße entstandene Schäden nicht sofort reklamiert werden, gibt es Probleme mit der Regulierung des Schadens“, schildert der TÜV Süd-Fachmann seine Erfahrungen. Zudem erkennt man bei dem Kontrollgang, ob alles wunschgemäß sauber geworden ist. Allerdings: Die automatischen Waschbürsten können nicht bis in die Türfalze reichen. Wer garantiert saubere Hosenbeine braucht, sollte hier ab und zu selbst zum feuchten Schwamm greifen.

Von der nicht umweltfreundlichen Handwäsche vor der Haustür rät der TÜV Süd-Experte ab. Die Reinigungsmittel können der Umwelt schaden und eine mit zu wenig Wasser durchgeführte Reinigung mit Gartenschlauch oder Wasserkübel kann den Lack beschädigen. Denn ist der sandige Schmutz zu trocken, können beim Waschen durch einen Schwamm Kratzer entstehen. Zudem ist die Wagenwäsche vor der Haustür vielerorts sowieso verboten.

Im Innenraum sollten die Fußmatten herausgenommen und gereinigt werden. „Die Teppiche erst gut trocknen lassen und dann mit Staubsauger und Bürsten vom Schmutz befreien“, empfiehlt Lang. Für Kunststoffteile, Polster und Leder gibt es spezielle Reiniger. Sie eignen sich besser als Haushaltsmittel. „Schließlich beim Frühjahrsputz den Kofferraum nicht vergessen“, erinnert der TÜV Süd-Fachmann.

Das Gepäckabteil von den Winteraccessoires (Spaten, Sandsäcke, Schneeketten) befreien. Anschließend steht eine gründliche Reinigung an. Wichtig: alles gut trocknen, um Korrosion vorzubeugen.

(amv)
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