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München: Mit der Standheizung gegen die Kälte: Nachrüsten leicht gemacht

München : Mit der Standheizung gegen die Kälte: Nachrüsten leicht gemacht

Beschlagene Scheiben und Guckloch-Fahren trüben die Sicht. Im Fahrzeuginneren herrscht unangenehme Kälte. Spätestens jetzt denkt so mancher Autobesitzer über die Anschaffung einer Standheizung nach. „Die gibt es für zahlreiche Autotypen zur Nachrüstung“, weiß Philip Puls von TÜV Süd in München.

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Die kleinen Öfen leisten unter Volllast mindestens vier Kilowatt Heizleistung und verbrauchen in der ersten halben Stunde zirka 0,3 Liter Kraftstoff. „Unter dem Strich allerdings wird der Kraftstoffverbrauch der Standheizung praktisch kompensiert, weil der verbrauchsintensive Kaltstart entfällt“, rechnet der TÜV SÜD-Fachmann vor und nennt für umweltbewusste Fahrer einen weiteren Vorteil: „Bei einem Warmstart stößt das Auto wesentlich weniger Schadstoffe aus als bei einem Kaltstart.“ Die jüngsten Gerätegenerationen verströmen Wärme sogar schon in zehn Minuten. Damit lohnt die Standheizung selbst auf kurzen Strecken.

Steht eine Standheizung nicht auf der Optionsliste des Fahrzeugherstellers, kann man sie nachrüsten. Nahezu jedes marktgängige Auto lässt sich dank fahrzeugspezifischen Einbausätzen so ausstatten. „Das ist aber eine Aufgabe für die Fachwerkstatt“, betont Puls, „denn der fachgerechte Einbau verlangt bei modernen Autos spezielles Know-how und Erfahrung.“ Dabei werden Teile der Verkleidung im Motorraum entfernt und neue Anschlüsse am Kraftstoffsystem und Stromversorgung verlegt. Auch auf entsprechende Verlegung der Zu- und Abluft ist zu achten.

In der Funktionsweise wird zwischen elektro- oder brennstoffbetriebenen Standheizungen sowie zwischen Luft- und Wasserheizungen unterschieden. Während bei der Stromvariante nach dem Prinzip eines Tauchsieders ein 230 Volt-Anschluss nötig ist, werden brennstoffbetriebene Standheizungen durch den fahrzeugeigenen Treibstoff versorgt. In Personenwagen kommen fast ausschließlich Wasserheizungen zum Einsatz. Sie werden mit dem Kühlwasserkreislauf des Motors gekoppelt. Die Systeme sind so kompakt, dass sie nachträglich im Motorraum montiert werden können und von dort neben dem Motor den Innenraum aufheizen. Standheizungen gibt es sowohl für benzin-, als auch dieselbetriebene Autos. Luftheizungen kommen vor allem in Wohnwagen, Wohnmobilen, Transportern sowie Lastwagen zum Einsatz.

Die Bedienung erfolgt entweder über eine Zeitschaltuhr oder per Funk-Fernbedienung. Die besitzt eine Reichweite von mehreren hundert Metern. Mithin kann der Wärmespender auch von einer Etagenwohnung aus aktiviert werden. Moderne Standheizungen verfügen über ein GSM-Modul, lassen sich also per Smartphone aktivieren und programmieren. Selbst die Komfortstufen sind wählbar, sollen nur die Scheiben aufgetaut oder der ganze Innenraum kuschlig warm werden.

„Im angenehm temperierten Auto kann die dicke Winterjacke auf den Rücksitz bleiben und schränkt somit die Beweglichkeit des Fahrers sowie den Sitz des Sicherheitsgurtes nicht ein“, schildert der TÜV SÜD-Fachmann seine Erfahrungen und „das vielfach zu beobachtende Scheibenkratzen bei laufendem Motor gehört der Vergangenheit an - aber das ist laut dem Gesetzgeber sowieso verboten.“