Stuttgart: Mischbereifung erlaubt, aber nicht ratsam

Stuttgart: Mischbereifung erlaubt, aber nicht ratsam

Der in vielen Fällen penible und detailverliebte Gesetzgeber lässt Autobesitzern bei der Wahl der Bereifung überraschend viele Möglichkeiten.

Allein die Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern und das Verbot der Mischbereifung sind festgeschrieben. Eine Mischbereifung wäre, wenn man Reifen der radialen Bauweise mit Diagonalreifen kombiniert. Allerdings spielen Diagonalreifen allenfalls bei Oldtimern noch eine Rolle.

Aber: Selbst Winterreifen dürfen mit Sommerreifen kombiniert werden. Der Automobilclub ACE in Stuttgart gibt allerdings zu bedenken, dass eine derartige Mischbereifung die Fahrstabilität beeinträchtigen kann. Zumindest sollte achsweise das gleiche Profil genutzt werden. Der mit einem anderen Profil versehene Reifen tauge zeitlich begrenzt immerhin als Ersatzrad, so der ACE.

Optimale Fahreigenschaften lassen sich nach Auskunft von Fachleuten nur mit gleichwertigen Reifen erzielen. Hintergrund: Die unterschiedlichen Haftwerte können zu einem unkalkulierbaren Kurvenverhalten führen, beispielsweise dem plötzlichen Ausbrechen des Fahrzeughecks in schnell gefahrenen Kurven. Aber auch beim Bremsen können Situationen entstehen, bei denen das Fahrzeug plötzlich instabil wird.

Grundsätzlich können laut ADAC Reifen unterschiedlicher Profiltiefe, Gummimischung und unterschiedlicher Profilgestaltung die Fahrstabilität negativ beeinflussen. Dies gilt insbesondere bei Nässe. Kritische Situationen entstehen vorrangig bei Aquaplaning und hier wiederum beim Bremsen sowie bei Kurvenfahrt. Besonders deutlich können die Unterschiede beim gesetzlich zulässigen Mix aus Sommer- und Winterreifen sein.

Winterreifen verhalten sich durch die spezielle Gummimischung und Profilgestaltung deutlich anders. Deshalb sollte beim Reifen-Nachkauf immer angestrebt werden, den gleichen Reifentyp zu bekommen. Da dies erfahrungsgemäß aber nicht immer möglich ist, sollte zumindest eine Achse einheitlich bestückt sein.

Im Übrigen gehören die Reifen mit dem besseren Profil im Allgemeinen auf die Hinterachse - sowohl bei Front- als auch bei Hecktrieblern. Sonderfall Fahrzeuge mit Allradantrieb: Hier müssen unbedingt die Vorgaben in der Bedienungsanleitung befolgt werden. Eine stark unterschiedliche Profiltiefe vorne/hinten könnte hier beispielsweise zu Schäden am Mitteldifferential führen, warnen die ADAC-Reifenfachleute.

(amv)