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E-Mobilität: Marktbeobachter sieht Hybridentwicklung kritisch

E-Mobilität : Marktbeobachter sieht Hybridentwicklung kritisch

Für den Leiter des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach, Stefan Bratzel zeigen die Absatzzahlen in Deutschland, dass die deutschen Automobilhersteller bei der Elektromobilität besser sind als ihr Ruf und auch weiterhin vom Markthochlauf profitieren können.

„Allerdings liegt mit Ausnahme von VW der Fokus derzeit noch stark bei Plug-in-Hybriden, bei denen die deutschen Premiumhersteller bereits ein breites Modellangebot besitzen“, gibt Bratzel zu bedenken, „Plug-in-Hybride, die vielfach als Dienstwagen verkauft werden, leisten jedoch häufig keinen positiven Klimabeitrag aufgrund der großen Diskrepanz zwischen den Norm- und Realverbräuchen“.

Für dieses Jahr rechnet der Marktbeobachter „mit einer Verdopplung des E-Fahrzeugabsatzes auf rund 220.000 Pkw und einer weiteren deutlichen Steigerung im Folgejahr“.

Von dem Konjunkturpakt der Bundesregierung profitieren die Automobilhersteller abhängig von ihrem Produktportfolio unterschiedlich, so die jüngste Analyse der Neuzulassungen von Elektroautos. Danach sind in den ersten vier Monaten 2020 die deutschen Premiummarken insbesondere beim Absatz von Plug-in-Hybriden (PHEV) führend. BMW, Mercedes und Audi verkauften zwischen 7,0 und 8,3 Prozent ihrer Fahrzeuge als PHEV und damit fast doppelt so viel wie im Bundesdurchschnitt (3,9 Prozent). Dagegen sei beim Absatz von reinen Elektrofahrzeugen (BEV) in Deutschland VW der Marktführer.

Die Marke VW konnte laut Studie von Januar bis Mai 9090 reine Elektrofahrzeuge absetzen und damit bereits mehr als im gesamten Jahr 2019. VW erreicht einen BEV-Anteil von 4,9 Prozent an allen VW-Verkäufen in Deutschland. Bei Audi macht der BEV-Anteil 3,3, bei BMW 2,6 und bei Mercedes lediglich 0,4 Prozent aus. Dagegen sind bereits 9,5 Prozent der Porsche Verkäufe in Deutschland BEVs (Taycan).

Bei der reinen Elektromobilität sind neben VW der französische Hersteller Renault und Tesla die absatzstärksten Marken gefolgt von Audi und Hyundai. Dabei ist der BEV-Anteil von Importmarken wie Tesla (100 Prozent), Renault (15,1 Prozent) oder Hyundai (7,0 Prozent) weit überdurchschnittlich. Insgesamt wurden in den ersten vier Monaten in Deutschland 36.188 BEV neu zugelassen, was einem Wachstum von 43 Prozent zum Vorjahreszeitraum entspricht.

(amv)