München: Klimaanlagen regelmäßig warten

München : Klimaanlagen regelmäßig warten

Eine Klimaanlage ist heute selbst in Klein- oder Kompaktfahrzeugen Standard. Laut Kfz-Branche rüsteten die Hersteller im vergangenen Jahr mehr als 90 Prozent aller Neuwagen mit dem Komfort-Bauteil aus. Doch der Komfortgewinn kann in Ungemach umschlagen.

„Moderne Klimaanlagen mit Pollen- beziehungsweise Aktivkohle-Filter haben den Vorteil, dass sie die in den Innenraum strömende Außenluft gründlich reinigen“, erläutert Patrick Pöppl von TÜV Süd in München: „Das funktioniert jedoch nur bei einem einwandfreien, sauberen Filtersystem. Ansonsten können sich dort Keime oder Bakterien einnisten und die Luft im Auto regelrecht verpesten.“ Deshalb sollten Autobesitzer die Klimaanlage regelmäßig warten lassen. „Nicht in jeder Inspektionsvorgabe ist das vorgesehen“, weiß der TÜV Süd-Fachmann „und gerade zum Frühjahr hin bieten viele Fachwerkstätten Aktionspreise an.“

Überlegungen hinsichtlich des Mehrverbrauchs beim Einsatz der Klimaanlage hält Pöppl für wenig praxisgerecht: „Ein geöffnetes Seitenfenster verwirbelt die Luft. Das erhöht den Luftwiderstand und damit ebenfalls den Verbrauch.“ Der Praktiker: „Grundsätzlich gilt, bei Geschwindigkeiten im Ortsverkehr lieber das Fenster aufmachen, bei höherem Tempo lieber die Klimaanlage einschalten und bei Kurzstrecken von wenigen Kilometern bringt die Klimaanlage sowieso nichts.“

Lässt die Leistung der Klimaanlage nach, kann ein zu geringer Füllstand die Ursache sein. Dann sollte möglichst bald eine Fachwerkstatt korrigierend eingreifen. Von Billigangeboten für den Klimaanlagencheck, vielfach zum Frühjahr hin beworben, hält der Fachmann wenig: „Da wird oftmals nur der Druck geprüft.“

Profis setzen bei der Neubefüllung der Anlage oft ein Kontrastmittel ein. „Eventuelle Leckagen lassen sich später so leichter orten“, erläutert der TÜV Süd-Fachmann diese Vorgehensweise und empfiehlt, grundsätzlich sollte die Klimaanlage regelmäßig, auch bei mäßigen Temperaturen, mindestens zehn Minuten eingeschaltet werden. Das bewirkt eine ausreichende Schmierung des Systems; Verunreinigungen am Verdampfer werden durch ablaufendes Kondenswasser weggewaschen.

Wer sehr sorgfältig sein möchte und Schäden vorbeugen will, der schaltet die Kühlung bei laufendem Gebläse aus, kurz bevor er sein Auto parkt. Das verhindert Restfeuchtigkeit am Verdampfer und reduziert die Gefahr von Geruchsbildung. Allerdings: „In der Praxis kenne ich kaum jemanden, der das wirklich konsequent macht“, schmunzelt Pöppl.

Wichtig ist, die gewünschte Temperatur nicht zu kalt zu wählen. Der stetige kalte Luftstrom und die oft erheblichen Temperaturunterschiede können sonst schnell eine böse Erkältung verursachen. Ebenso sollte man vermeiden, dass die Kaltluft einen direkt anströmt. Vor allem entlang der Windschutzscheibe bläst es mitunter recht kalt auf die Stirn von Fahrer oder Beifahrer. Pöppl: „Manchmal kann man sich mit dem Herunterklappen der Sonnenschutzblende davor schützen.“

(amv)