Brühl: Klare Kante war gestern: Der Nissan X-Trail

Brühl: Klare Kante war gestern: Der Nissan X-Trail

Vor 13 Jahren stellte Nissan die erste Generation seines SUV X-Trail vor. 2007 folgte die zweite Generation. Beide optisch recht kantige Charaktere. Nun hat der japanische Hersteller die dritte Generation präsentiert: glatt gebügelt, als reiner Fronttriebler erhältlich und um etwa 2500 Euro günstiger eingepreist.

Ähnlich wie das Mittelklasse-SUV Qashqai entschieden sich Nissans Formgeber beim neuen X-Trail für eine betont stromlinienförmige Gestaltung bei nur geringem Größenwachstum: plus 17 Millimeter in der Länge (4,64 Meter), plus 30 Millimeter in der Breite (1,82 Meter) und fünf Millimeter weniger in der Höhe (1,70 Meter). Weitaus Auffälliger sind die Abweichungen gegenüber den Vorgänger im Innenraum. Aufgrund des um 76 Millimeter gewachsenen Radstands (2,71 Meter) dürfen sich die Fondpassagiere auf der leicht erhöhten Rückbank über deutlich mehr Beinfreiheit freuen.

Wird mehr Raum im mit 550 Litern (bisher 479) schon nicht kleinen Gepäckabteil benötigt, lassen sich die hinteren Sitze in der Länge verschieben und bei Bedarf umklappen. Dann stehen über einer ebenen Fläche 1982 Liter (bisher 1773) Laderaum zur Verfügung stehen. Gegen entsprechenden Aufpreis gibt es den X-Trail mit sieben Sitzen. Die beiden Stühle sind wie immer in diesen Fällen eher für Kinder auf der Kurzstrecke geeignet und ansonsten im Boden versenkbar.

Bei der Materialauswahl rückte Nissan sicht- und spürbar die Qualität in den Vordergrund. Alles wirkt hochwertig und tadellos. Dieser Eindruck setzt sich auch bei ersten Fahreindrücken fort. Der Wagen zeigt sich souverän bei der Fahrt über die Autobahn, angenehm auf der Landstraße und sportlich genug, um selbst engere Kurven zügig zu passieren. Eine Seitenneigung der Karosserie ist so gut wie nicht zu spüren.

Angetrieben wird der X-Trail von einem 1,6-Liter-Diesel (130 PS), der mit einem Drehmoment von 320 Newtonmetern bereits bei 1750 Touren kraftvoll arbeitet. Antritt und Durchzug sind gut, ebenso die Laufruhe und der Geräuschpegel im Innenraum. Voll beladen bergan allerdings dürfte sich die Maschine nicht ganz leicht tun, den um 90 auf 1550 Kilogramm (Frontantrieb-Version) abgespeckten X-Trail entsprechend flott anzutreiben.

Frontantrieb? X-Trail-Kunden werden hier aufmerken, denn die dritte Generation wird auch ohne den 2000 Euro teureren Allradantrieb angeboten. Entsprechend liegt der Einstiegspreis jetzt bei 26.550 Euro. Im Vergleich zum auslaufenden Modell sind das - Allradantrieb bereits herausgerechnet - etwa 2500 Euro weniger. Rechnet man die Mehrausstattung (unter anderem 17-Zoll-Aluräder, Tempomat, Einparkhilfe vorne und hinten, sowie ein Paket mit Notbrems-Assistent, Spurhalte-Assistent und Verkehrszeichenerkennung) dazu, wird der Preisvorteil noch deutlicher.

Unverändert im Angebot bleibt der Allradler (4WD). Dessen Antrieb kann in drei verschieden Modi genutzt werden und mit der unveränderten Bodenfreiheit von 210 Millimetern hat der X-Trail weiterhin das Zeug, bei kleineren Ausflügen im Gelände seinen Mann zu stehen. Sein angestammter Lebensraum ist das allerdings nicht.

(amv)
Mehr von Aachener Nachrichten