Frankfurt: Kia Optima Sportswagon Plug-in Hybrid: Die Kraft der zwei Herzen

Frankfurt : Kia Optima Sportswagon Plug-in Hybrid: Die Kraft der zwei Herzen

Kombimodelle sind bei Plug-in Hybriden rar gesät. Dabei sind sie im Grunde ideal, um einerseits kurze Strecken lokal emissionsfrei zurücklegen und dennoch komfortabel mit reichlich Gepäck unterwegs zu sein. Der Kia Optima Sportwagon stellt das nachdrücklich unter Beweis.

Verantwortlich für dieses Einsatz-Szenario ist ein Parallelhybridsystem. Das besteht aus einem Vierzylinder (156 PS), dessen Kraft von einer sechststufigen Automatik übertragen wird, einem an das Getriebe gekoppelten E-Motor mit 68 PS sowie einer Lithium-Ionen-Polymer-Batterie mit einer Kapazität von 11,3 Kilowattstunden (kWh). Diese Kombination führt zu einer Gesamtleistung von 205 PS - sowie reichlich Dynamik und Durchzugsvermögen. Schließlich steuert der E-Motor vom Start weg sein maximales Drehmoment von 205 Newtonmetern (Nm) bei und hält das bis 2330 Umdrehungen aufrecht. Dann ist auch die maximale Systemleistung von 375 Nm erreicht.

Die Sprintzeit von Null auf Tempo 100 gibt Kia mit 9,7 Sekunden an. Als Höchstgeschwindigkeit werden im Datenblatt 192 Kilometer in der Stunde (km/h) genannt. Rein elektrisch lässt sich der Optima bis zu einer Geschwindigkeit von 120 km/h bewegen. Allerspätestens dann schaltet sich der Benziner dazu. Wird bei ansonsten ruhiger Fahrt etwa für ein Überholmanöver kurzfristig mehr Leistung benötigt, stellt der Vierzylinder in Sekundenschnelle seine Kraft zusätzlich zur Verfügung. Das passiert selbst dann, wenn das System per Knopfdruck auf den Eco-Modus programmiert ist. Allerdings reagiert das Aggregat - anders als im Normalmodus - in diesem Fall wesentlich verhaltener. Zudem schwindet die in der Batterie gespeicherte Energie langsamer. Die 62 Kilometer rein elektrische Fahrt, die der koreanische Hersteller verspricht, lassen sich kaum realisieren. 50 Kilometer stromert der Wagen aber allemal.

Bereits bei 13 Prozent Restkapazität des Akkus erscheint im Display die Information, dass von nun an keine elektrische Reichweite mehr zur Verfügung steht. Sämtliche Möglichkeiten der Rekuperation wie sanftes Rollenlassen des Wagens oder frühzeitiges Bremsen helfen nicht, um weitere elektrische Kilometer herauszuholen. Die restlichen Stromvorräte werden im Hintergrund zwar weiter zur Unterstützung des Motors genutzt, doch rein elektrisches Fahren ist nicht mehr möglich. Dafür macht sich das Mehrgewicht des Hybrid-Antriebs negativ bemerkbar. Ein Alltag mit häufigen - und durchaus zügig gefahrenen - Autobahnstrecken ist unter diesen Vorzeichen kein wirklich günstiger Einsatzbereich für den Plug-in-Hybrid. In Kombination mit einigen Touren in der Stadt schnellt der Verbrauch nämlich schnell auf 7,8 Liter hinauf.

Normalverbrauch: 1,4 Liter

Wird der Gasfuß etwas verhaltener eingesetzt, taucht auf dem Bordcomputer schnell eine Sechs vor dem Verbrauchskomma auf. Der Normverbrauch wird aber mit 1,4 Litern angegeben. Ohnehin ist der 4,85 Meter lange Sportswagon eher für eine ruhigere Fahrweise konzipiert. Federung und Dämpfung sind eindeutig auf Komfort ausgelegt. So sportlich der Optima äußerlich aussieht - schnell gefahrene Kurven sind nicht sein Ding. Auch die Lenkung ist für Manöver dieser Art nicht direkt genug abgestimmt. Die längere Reise bei ruhiger Fahrt indessen lässt sich angenehm zurücklegen.

Die dafür notwendigen Voraussetzungen im Passagierabteil bietet der Kia mit den zwei Antriebsherzen auf jeden Fall. Die Insassen haben reichlich Platz. Und das in einer Umgebung, die mit wertigen Materialien bestückt ist. Die lederbezogenen Sitze (als Teil des Lederpakets 1990 Euro) sind bequem und vielfach elektrisch einstellbar. Als Fahrer kommt man sogar in den Genuss, zum Aussteigen ein paar Zentimeter nach hinten gefahren zu werden, um leichter die Beine nach außen zu schwenken. Der in guter Sichthöhe in der Armaturentafel integrierte Acht-Zoll-Touchscreen ist zwar nicht fahrerorientiert gedreht. Doch die Bedienfelder sind ausreichend groß und reagieren schnell auf die Eingabe von Befehlen.

Auf Wunsch öffnet sich die Heckklappe elektrisch (490 Euro) und gibt so den Weg zu einem 440 Liter fassenden Gepäckabteil (maximal 1574 Liter) frei. Das sind 112 Liter weniger als bei einem konventionell betriebenen Optima Kombi, da sich unter dem Boden der Ladefläche die Batterie befindet.

Apropos Batterie: die Ladezeit beträgt - wenn der Akku komplett leer gefahren ist - an der Haushaltssteckdose knapp fünf Stunden. Beim Schnellladen sind es drei Stunden. Die entsprechenden Kabel gehören natürlich ebenso mit zur umfangreichen Serienausstattung des Hybriden (45.940 Euro) wie unter anderem Navigationssystem, Audioanlage inklusive Bluetooth-Freisprecheinrichtung und USB-Anschlüsse (auch hinten), Klimaanlage und Aluräder. In der Version Spirit kommen Extras wie DAB-Radio und eine hochwertige Soundanlage, dynamisches Kurvenlicht, Fernlichtassistent, LED-Scheinwerfer, Spurhalteassistent sowie Verkehrszeichenerkennung hinzu, womit sich unterm Strich dann ein Preis von 48.590 Euro ergibt.