Kfz-Steuer für Neuwagen ab September 2018

WLTP-Prüfzyklus : Kfz-Steuer für Neuwagen ab September 2018

Seit dem 1. September gilt für neu zugelassene Fahrzeuge der WLTP-Prüfzyklus (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure), zur Berechnung der CO²-Werte. Das soll vor allem für den Verbraucher mehr Klarheit schaffen.

Der neue Prüfstandard, der als Grundlage für den EU-Normverbrauch gilt, soll wesentlich praxisnäher sein als der alte NEFZ-Standard. Außerdem seien die Untersuchungen gründlicher als bisher. Auf diese Weise soll Transparenz bezüglich der CO²-Werte von Automobilen geschaffen werden. So weit so gut, allerdings bringt der neue Prüfzyklus als Nebeneffekt auch eine Erhöhung der Kfz-Steuer mit sich.

Die Erhöhung der Kfz-Steuer für Neuzulassungen nach dem 1. September sorgt nicht nur für Unmut bei den Autofahrern, sondern verschärft auch noch die eine oder andere Frage. Soll ich meinen Neuwagen in Zukunft besser leasen oder kaufen? Bisher war Leasing die bevorzugte Möglichkeit bei der Anschaffung eines Neuwagens, wer darüber nachdenkt, sollte ab sofort gut durchrechnen, ob sich das auch wirklich lohnt.

Was ist der WLTP?

WLTP ist die Abkürzung für Worldwide Harmonzied Light Vehicles Test Procedure und ersetzt nach 26 Jahren den NEFZ-Standard (Neuer europäischer Fahrzyklus). Das Testverfahren für den neuen Prüfzyklus wurde gemeinsam mit Automobilherstellern entwickelt. Grund für einen neuen Standard sind unter anderem die Abgasskandale der letzten Jahre, aber auch die Einsicht, dass der alte Standard nicht den Realbedingungen entspricht.

Der WLTP ist wesentlich praxisnaher und genauer als der bisherige Prüfzyklus. Das wird vor allem zu erhöhten Werten beim Durchschnittsverbrauch und damit beim CO²-Ausstoß der geprüften Fahrzeuge führen. Experten rechnen mit Anstiegen von 15% bis 20%. Kunden, die Interesse an einem Neuwagen haben, wird so Klarheit über den eigentlichen Verbrauch des Autos verschafft.

Steuererhöhung durch den WLTP-Prüfzyklus

Der CO²-Ausstoß eines Fahrzeugs spielt bei der Höhe der Kfz-Steuer eine erhebliche Rolle. Aus diesem Grund hat der neue Prüfzyklus nicht nur Vorteile für den Verbraucher. Mit Einführung des neuen Standards kommt es zu einer Erhöhung der Kfz-Steuer. Dabei sind nicht alle Automobile gleichermaßen betroffen. Kleinere Benziner werden die Steuererhöhung eher zu spüren bekommen als SUVs oder große Limousinen mit Dieselmotor.

Welche Fahrzeuge sind vom WLTP betroffen?

Viele Fahrzeugbesitzer oder Neuwagen-Interessenten fragen sich seit Bekanntgabe des neuen Prüfzyklus? welche Autos genau von den neuen Standards betroffen sind. Zunächst einmal kann Entwarnung für den PKW-Bestand gegeben werden. Der neue Standard betrifft nur eine Art von Fahrzeugen. Das sind Neuwagen, die nach dem 1. September vom Automobilhersteller oder dem Käufer erstmals zugelassen wurden und werden.

Fahrzeuge, die bereits einmal vor dem 1. September 2018 zugelassen wurden, sind nicht von der Kfz-Steuererhöhung durch den neuen Prüfstandard betroffen. Einige Lagerfahrzeuge der Automobilhersteller, die noch nach NEFZ geprüft sind, können mit einer Ausnahmegenehmigung des KBA noch erstmalig bis 30. August 2019 zugelassen werden.

Auch die Führer eines Elektrofahrzeuges haben Grund zur Freude, denn Autos mit Elektroantrieb sind ganze zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit.

Auswirkungen auf die Automobilbranche

Nicht nur Verbraucher haben den neuen WLTP-Standard zu spüren bekommen. Auch die Automobilbranche ist von dem Prüfzyklus betroffen. Bei vielen Fahrzeugherstellern kommt es zu Lieferengpässen, da die Kapazitäten für das neue Testverfahren fehlen. Eine weitere Entwicklung, von der die Hersteller betroffen sind, ist der immer weiter vorangetriebene Umstieg auf alternative Antriebe. Zusammen mit den von der EU geplanten strengeren CO²-Grenzwerten könnte der neue Prüfstandard diesen Umstieg beschleunigen.

(vo)
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