Frankfurt: Jeep Compass Limited: Eine gute Kombi-Alternative

Frankfurt : Jeep Compass Limited: Eine gute Kombi-Alternative

Der Gedanke, dass in einem Jeep Compass mittlerweile ziemlich viel Fiat steckt, mag bei manchem erst einmal ein kritisches Heben der Augenbrauen hervorrufen. Die Gedanken beginnen, um Qualität und Zuverlässigkeit zu kreisen.

Doch die Gesichtszüge dürfen ganz entspannt bleiben: Der kompakte SUV reiht sich souverän und ohne größere Abstriche in die Reihe der beliebten Kombi-Alternativen ein.

Mit seinen rechteckigen Lufteinlässen an der bulligen Front sowie den kantigen Radhäuser will der 4,40 Meter lange Compass seinen ursprünglichen Charakter betonen - ein Gefährt für die rauen Berge und auf der Suche nach Abenteuer. Auf der anderen Seite machen Chromleisten und 17-Zoll-Alufelgen deutlich, dass es dann doch nicht so ganz ernst gemeint ist mit der rustikalen Abenteuerlust.

Modern, unaufgeregt und durchaus einladend zeigt sich der Innenraum. Lederbezogene, ziemlich straff gepolsterten Sitze mit orangefarbenen Nähten, ein aufgeräumter Instrumententräger mit großen, klar gezeichneten Schaltern sowie diverse - von Klavierlack oder Chromringen umrahmte - Details lassen über das eine oder andere Hartplastik-Detail hinweg sehen.

Die Möglichkeit, sich genau die Funktionen in eine Bedienleiste am unteren Rand, des Bildschirms zu holen, die den eigenen Alltag angenehm machen, spart Tasten und Knöpfe und schafft Individualität. Neben Navi-, Radio- oder Telefonbedienung können beispielsweise Sitz- und Lenkradheizung so gesteuert werden.

Bis auf die Tasten für die Lautstärkeregelung am Multifunktionslenkrad, die weshalb auch immer versteckt auf der Rückseite des Volants liegen, ist der Fahrerarbeitsplatz übersichtlich gestaltet. Das Angebot an Bein- und Ellbogenfreiheit stimmt. Das gilt ebenfalls für die Passagiere, die es sich im Rahmen der Möglichkeiten eines Kompaktwagens sowohl auf dem Beifahrersitz als auch im Fond bequem machen können. Das Angebot an Ablagemöglichkeiten dürfte etwas großzügiger ausfallen.

In die Seitenfächer der Türen passen beispielsweise nur Halbliter-Flaschen und selbst die lassen sich nur etwas hakelig rausnehmen. Geschmeidig und elektrisch öffnet sich die weit aufschwingende Kofferraumhaube (Premium-Paket/690 Euro). Geschlossen wird sie manuell. Dahinter stehen 351 Liter für Gepäck zur Verfügung. Werden die Hebel an den äußeren Enden der Rückbanklehnen gedrückt, klappen die nach vorn und das Ladevolumen erhöht sich auf bis zu 1251 Liter mit einem fast ebenen Boden.

Um die beim Umlegen der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen entstehende Lücke zwischen Laderaum und Sitzen zu überbrücken, haben die Jeep-Bauer eine Art Zwischeneinlage installiert. Das erleichtert das Schieben großer Gegenstände nach vorne. Kleinigkeiten, die nicht sofort ins Auge fallen sollen, passen in ein Fach unter dem herausnehmbaren Kofferraumboden. Praktisch sind Details wie Taschenhaken, Verzurrösen und eine 12-Volt-Steckdose.

Wer keine wirklichen Geländefahrten vorhat, sondern den Jeep Compass eher im normalen Alltag nutzen will, der trifft mit dem frontgetriebenen1.6 Multijet-Diesel in Kombination mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe eine gute Wahl. Obwohl nur 120 PS für Vortrieb sorgen, bringt der Selbstzünder den 1,4 Tonnen schweren Wagen erstaunlich gut in Schwung. Das maximale Drehmoment von 320 Newtonmetern (Nm) liegt bei 1750 Umdrehungen an.

Jeep gibt die Beschleunigung aus dem Stand auf Tempo 100 mit 10,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit mit 178 Kilometern in der Stunde (km/h) an. Der etwas knurrige Unterton bei den Arbeitsgeräuschen im niedrigen Drehzahlbereich verliert sich bei höheren Geschwindigkeiten. Da hindern eher die Windgeräusche daran, ohne Anstrengung über die Freisprechanlage zu telefonieren.

Die Fahrwerksabstimmung hat Jeep eher in Richtung Komfort gelenkt. Die Bandscheiben werden von Unebenheiten oder Rillen im Straßenbelag weitgehend verschont. Das hat aber zur Folge, dass bei schnell gefahrenen Kurven oder Ausweichmanövern die Karosserie zur Seitenneigung tendiert. So lädt der Compass eher zu einer gelassenen Fahrweise ein, bei der dann auch die leicht indifferente Lenkung keine Rolle spielt.

Etwas Zurückhaltung mit dem Gasfuß schlägt sich überdies beim Verbrauch nieder. Der vom Hersteller angegebene Wert von 4,4 Litern wird bei viel Stadtverkehr und einigen zügigen Autobahnpassagen um gut zwei Liter getoppt.

Ziemlich top ausgestattet ist der Italo-Amerikaner indessen in Sachen Assistenzsystemen, wenn man sich für die Limited Version entscheidet. Kollisionswarner, Spurhalteassistent und Totwinkelwarner sind dann bereits mit an Bord. Die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage ist im bereits erwähnten Premium-Paket enthalten. Zum Lieferumfang gehören zudem Parkpilot mit Sensoren vorne und hinten sowie ein Parkassistent für Längs- und Querparken.

Das Multimediasystem bietet digitalen Radioempfang. Die Anschlüsse für das AUX- und USB-Kabel liegen griffgenau in der Mittelkonsole.

Gönnt man sich Extras wie das Sicht-Paket (890 Euro) mit Bi-Xenon-Scheinwerfern und automatischer Fahrlichtschaltung oder das klangstarke Beats Audio Sound-System inklusive Navi (1690 Euro), dann kostet der Jeep Compass 34.860 Euro. Also in etwa der Preis eines gut ausgestatteten Kompaktwagens.

(amv)