Kronberg: Jaguar I-Pace: Die elektrische Katze überzeugt mit Fahrwerk und Lenkung

Kronberg : Jaguar I-Pace: Die elektrische Katze überzeugt mit Fahrwerk und Lenkung

Jetzt läuft die Katze auch elektrisch. Mit dem I-Pace hat Jaguar nicht nur sein erstes E-Auto im Angebot, sondern setzt sich auch von so manchem Konkurrenten ab. Laut Hersteller trumpft das kompakte SUV mit 294 kW (400 PS) und einer Reichweite laut Normzyklus von 480 Kilometern auf. Der Einstiegspreis liegt bei knapp 80.000 Euro.

„Wir hatten die Aufgabe, ein kompromissloses Elektrofahrzeug auf die Räder zu stellen“, erinnert sich Wolfgang Ziebart, Technik-Direktor und so etwas wie der Vater des I-Pace. Vier Jahre habe es vom ersten Strich auf dem weißen Blatt bis zur Produktion des Serienautos gedauert. Auf einer Länge von 4,68 Metern, einer Breite von 2,14 Meter (inklusive Spiegel) und einer Höhe von 1,57 Metern bietet der Wagen bei einem Radstand von drei Metern beste Platzverhältnisse im Innenraum. Das gilt vor allem im Fond. Hier gibt es aufgrund des fehlenden Kardantunnels üppige Beinfreiheit für drei Personen.

Für Gepäck steht ein Ladeabteil mit einem Volumen von 656 Litern zur Verfügung. Werden die Rücklehnen vorgeklappt, sind es1453 Liter. Freuen dürfen sich die Insassen über ein hochwertiges Ambiente mit edlen Materialien, bequemen Sitzen sowie großen Ablagefächern. Vor dem Fahrer liegt ein übersichtlicher Armaturenträger in das hochauflösende Displays und Touchscreens eingebettet sind. Vier USB- und drei Zwölf-Volt-Anschlüsse gibt es serienmäßig.

Beim Außendesign standen erkennbar Sportlichkeit sowie ein guter cW-Wert im Vordergrund. Um den Luftwiderstand zu senken und die Luft über die flach gezogene Motorhaube sowie die coupéartige Dachlinie zu leiten, ist der Kühlergrill leicht nach innen gebogen. An den Flanken sind die Radläufe muskulös ausgearbeitet und bieten Rädern bis zu 22 Zoll Platz.

Schon bei ersten Fahreindrücken kommt Begeisterung auf. Faszinierend und beeindrucken der Antritt, wenn die beiden Elektromotoren ihre 696 Newtonmeter auf Vorder- und Hinterachse wuchten. In sportwagentauglichen 4,8 Sekunden (Werksangaben) sprintet der 2,2 Tonnen schwere I-Pace aus dem Stand auf Tempo 100. Danach geht es weiter vehement voran. Erst knapp oberhalb der Marke 200 bleibt die Tachonadel stehen. Ist dabei der Fahrmodus Dynamik (Eco und Normal stehen ebenfalls zur Wahl) aktiv und die höchste Stufe des Soundesigns angeklickt, dann dringt sogar ein sportliches Röhren an die Ohren. „Um höchstmögliche Leistung auf kleinstmöglicher Fläche bereitzustellen, sind die beiden von uns entwickelten Permanentmagnet-Synchronmotoren in die Vorder- und Hinterachse integriert, wobei die Antriebswellen durch die Motoren hindurch laufen“, erläutert Ziebart. Über ein integriertes Eingang-Getriebe und Differential treiben die Motoren je eine der beiden Achsen an.

Eindrucksvolle Performance

Aber es ist keinesfalls nur die mächtige Durchzugskraft, mit der die elektrische Katze überzeugt. Fahrwerk und Lenkung setzen da noch eins drauf. Auf kurvenreichen Landstraßen fegt das SUV unglaublich spurtreu und ohne spürbare Wankbewegungen um die Biegungen. Auf der einen Seite hat die direkte Lenkung einen großen Anteil an diesem Fahrverhalten, das trotz aller Sportlichkeit jederzeit komfortabel bleibt. Zudem tragen der extrem tiefe Schwerpunkt - 13 Zentimeter tiefer als der F-Pace - sowie die Gewichtsverteilung von 50:50 dazu bei, dass der I-Pace sogar auf der Rennstrecke eine eindrucksvolle Performance hinlegt. Aber nicht nur das.

Man kann sich ebenso jederzeit problemlos ins unwegsame Gelände wagen. Steile Abfahrten oder Anstiege meistert das Auto mit Bravour. Selbst Wasserdurchfahrten sind locker machbar, obwohl die Lithium-Ionen-Batterie tief zwischen den beiden Achsen liegt.

Apropos Batterie: Jaguar setzt einen 90 kW-Lithium-Ionen-Akku mit 432 so genannten Pouch-Zellen ein, die weniger auf Leistung denn auf hohe Energiedichte ausgelegt sind. Damit kommt es zu einem Normverbrauch im WLTP-Zyklus von 21,2 Kilowattstunden (kWh) und einer Reichweite von 480 Kilometern. Bei ambitionierter Fahrweise sind immerhin noch 300 Kilometer zu realisieren.

Wenn sich die Energiemenge in der flüssigkeitsgekühlten Batterie dem Ende neigt, dann kommt der kritische Punkt des E-Autos: das Laden. Eingebaut ist im I-Pace ein Sieben-kW-On-Board-Lader. An der heimischen Wechselstrom-Wallbox mit einer Leistung von sieben kW dauert es dann lange 12,5 Stunden bis der komplett leer gefahrene Akku zu 100 Prozent aufgeladen ist. 80 Prozent sind in zehn Stunden geschafft. Deutlich vorteilhafter sieht es etwa an einer öffentlichen Gleichstrom-Ladestation mit 50 oder gar 100 kW aus. Dort ist die Batterie in 85 Minuten, beziehungsweise 40 Minuten zu 80 Prozent mit frischer Energie versorgt. Über eine App auf dem Smartphone kann der Ladezustand beobachtet werden. Die Lebensdauer des Akkus gibt Jaguar mit mindestens acht Jahren oder 160.000 Kilometern an.

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