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Bonn: Internationale Fahrlizenz gefragt

Bonn : Internationale Fahrlizenz gefragt

Der eine liebt den Winterurlaub in Kitzbühel, der andere den Sunset-Boulevard im sonnigen Kalifornien. Beide Ziele werden in der Regel mit dem eigenen oder einem gemieteten Auto angesteuert.

Der kleine, aber entscheidende Unterschied: Bei Verkehrskontrollen gibt sich der österreichische Ordnungshüter mit dem deutschen Führerschein zufrieden. Der Officer hingegen verlangt die Driving Licence, die Internationale Fahrlizenz. „Fast in allen Ländern außerhalb der EU gehört der Internationale Führerschein ins Reisegepäck. In Asien, Afrika und Südamerika ist er Pflicht, ebenso in vielen US-Bundesstaaten“, weiß Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) in Bonn.

Doch nicht nur der Führerschein gehört ins Reisegepäck. Wer Urlaub im europäischen Ausland macht, muss sich ausweisen können. Schengen und Europäische Union hin oder her. „In den Niederlanden beispielsweise machen sich Deutsche strafbar, wenn sie sich nicht ausweisen können“, erklärt Swen Walentowski, Sprecher der Deutschen Anwaltauskunft.

Darüber hinaus besteht für deutsche Bürgerinnen und Bürger bei der Ein- und Ausreise nach oder aus Deutschland eine Ausweispflicht. Auch deshalb sollten Reisende mindestens ihren Personalausweis einpacken, besser noch den Reisepass, selbst wenn die Fahrt nur ins benachbarte Eupen geht.

Innerhalb von Deutschland besteht ebenfalls Ausweispflicht. Sie bedeutet allerdings nicht, dass man stets seinen Personalausweis oder den Reisepass mit sich führen muss. Rechtsanwalt Swen Walentowski: „Die Ausweispflicht besagt, dass jeder deutsche Staatsbürger mit der Vollendung des 16. Lebensjahres einen amtlichen Ausweis besitzen muss.“

Einen Internationalen Führerschein wollen in Europa Staaten wie Albanien, Moldawien oder Weißrussland zusätzlich zum nationalen Fahrerlaubnis sehen. Wer sich ein Auto mietet, sollte diesbezüglich immer auch die jeweiligen Allgemeinen Geschäftsbedingungen lesen. Wo das internationale Dokument überall gefordert wird, und welche länderspezifischen Regeln es außerdem gibt, darüber informieren Botschaften, Konsulate, Automobilklubs und Reiseveranstalter.

Anlaufpunkt für die Fahrlizenz sind die Führerscheinstellen, die das Dokument nach Abgabe eines aktuellen biometrischen Lichtbildes sowie der Vorlage des Reisepasses oder Personalausweises und des Nationalen Führerscheins ausstellen. Alte rosafarbene oder graue Dokumente werden dabei automatisch in den EU-Führerschein im Scheckkartenformat umgetauscht. Die Gültigkeit des internationalen Ausweises ist in der Regel auf drei Jahre begrenzt. Der Internationale Führerschein gilt übrigens immer nur in Verbindung mit der nationalen Fahrerlaubnis.

(amv)